Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Dieses Mal ist Cassie Lawrence besser vorbereitet, als sie den Zug spürt, der sie schon einmal in die Vergangenheit geführt hat. Ihre Rückreise beim letzten Zeitsprung hat sie durch einen Spiegel bei Almacks’s bewältigt, nachdem sie den Fall um eine verschwundene Lady aufgeklärt hat. Ihre erneute Hinreise führt sie direkt in die Räumlichkeiten von Lucian Franklin, Earl of Radcliff - an die Seite seines Bruders, James.

Der jüngst die Nachricht erhalten hat, dass sich ein Freund von ihm den Tod gefunden hat. Da dieser, ebenso wie James, ein junger Mann ist, der „nicht zu heiraten ist“, sprich homosexuell, hat seine taktvolle Vermieterin James zuerst benachrichtigt, damit er ggf. Beweise, die den Toten in Misskredit bringen könnten, entfernt bevor der Gerichtsmediziner und die Polizei eintreffen.

Auch wenn Cassie scheinbar für eine weitere Ermittlung in die Vergangenheit „gerufen“ wurde, in die sie die angehende Hilfspolizistin auch mit Eifer stürzt, so ist es doch vor allem Lucian nachdem sie sich gesehnt hat. Und weil sie nicht weiß ob und wann sie wiederkommt, lässt sie diesmal alle Bedenken fallen und ergibt sich ihrer Sehnsucht nach Nähe zu Lucian.

Auch dieser 2. Teil von Louise Allen „Time to Time“-Serie verläuft nach dem Muster, dass Cassie zu den Ermittlungen in die Vergangenheit gerufen wird und es sie nach Abschluss selbiger wieder zurückdrängt.

Als kleiner – vermeintlich - schwarzer Fleck auf meinem Lesevergnügen, hält die Autorin jedoch erneut daran fest, den Fall in den Fokus und die Liebesgeschichte von Cassie und Lucian an den Rand zu stellen. Zwar ergeben sich mit jedem Teil mehr und mehr Einblicke in das Leben der Franklins, der Leser lernt hier nun auch die Kinder des Witwers Lucian kennen und seine und James Mutter kennen – und doch, würde ich mir mehr davon wünschen.

Vermutlich tue ich damit der Autorin und ihrer exzellent erzählten Krimi-Geschichte unrecht. Zumal ich mir ehrlicherweise nicht sicher bin, ob ich die Serie genauso mögen würde, wenn die Autorin den Fokus der Geschichte auf die Beziehung von Cassie und Lucian gelegt hätte, als darauf die Kriminalfälle sorgfältig auszuarbeiten. Vermutlich wäre mir bereits mit dem 2. Teil langweilig geworden von Cassie und Lucians - womöglichen - hin und her zu lesen.

So hat es auch in diesem 2. Teil noch sehr viel Spaß gemacht die Liebesroman- und Regency-lesende, moderne Cassie in 1807 zu begleiten, sich über ihre kleinen Ausrutscher moderner Ausdrucksweise zu amüsieren und von ihrem (bzw. dem der Autorin) Wissens über die Georgianische Zeit zu profitieren. Und sich dabei an einer geradlinig, offen und ehrlich erzählten Liebesgeschichte zu erfreuen.

Kurz gefasst: Cassie ermittelt erneut in 1807. Ein spannend erzählter Zeitreise-Krimi, interessanten Hauptfiguren und einem Extra an Liebe.