Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 05 Sterne.png

Catherine Cunninghams Bruder ist ein notorischer Spieler und alle Bemühungen ihn davon abzuhalten, scheinen vergebens zu sein. Eines Tages jedoch treibt er es zu weit- Er spielt sich um Kopf und Kragen und am Ende verspielt er den gesamten Besitz. Nachdem er Catherine davon unterrichtet, ist seine Schwester mehr als verzweifelt, denn ihr Bruder hat ihr heimlich Schuldscheine zum unterschreiben gereicht, so dass ihr nun das Schuldgefängnis droht.

Doch es gibt einen Ausweg aus dem Dilemma! Catherine soll einen Strafgefangenen heiraten, der zum Tode verurteilt wurde, denn nach englischen Recht gehen Schulden, die die Ehefrau auch vor der Ehe gemacht hat, nach der Heirat auf den Ehemann über und werden, nach dem Ableben des Mannes getilgt.

Obwohl Catherine mehr als entsetzt ist, willigt sie schließlich ein und ergibt sich in ihr Schicksal. Der „Auserwählte“ , Black Jack Stanton ist ein überführter Straßenräuber der in einer Zelle von Newgate auf seinen Tod wartet. Bei der Trauung erlebt Catherine allerdings eine Überraschung- Der Gefangene besteht darauf, dass der Geistliche einen anderen, angeblich seinen richtigen Namen, auf das Hochzeitsprotokoll schreibt. Nach der Vermählung erzählt der frisch gebackene Ehemann Catherine seine Geschichte: Nick, so sein richtiger Name, wurde während seinem Aufenthalt in einem Gasthaus betäubt und nach dem Erwachen unschuldig verhaftet. Scheinbar besitzt er große Ähnlichkeit mit dem „echten“ Black Jack Stanton, die ihm schließlich zum Verhängnis wurde.

Catherine ist erschüttert und glaubt Nick. Nun bleibt ihr knapp eine Woche, um Nicks Unschuld zu beweisen und den echten „Black Jack“ zu finden. Ein sehr schwieriges Unterfangen!

Der neue MyLady Roman aus dem Cora Verlag ist grundsolide Regencykost, die zwar unterhält, doch leider mit keinen großen Spannungselementen aufwarten kann. Das Buch ist nicht wirklich schlecht, an sich ist die Grundidee für den Roman sehr interessant, doch leider gab es ein paar Punkte, die mich ein wenig gestört haben und die ich weiter unten kurz angerissen habe.

Zunächst einmal die Heldin: Sie ist eine stolze, resolute und unerschrockene Frau die aus jeder Situation, versucht, das Beste zu machen. Von der Autorin an die Seite gestellt, wurde ihr ein ebenfalls charakterstarker und stolzer Mann, der sich vor Jahren mit seinem Vater überworfen hat und lieber in den Tod geht, als ihn um Hilfe zu bitten, obwohl die Meinungsverschiedenheit von Vater und Sohn, die zum Bruch ihrer Beziehung führte, gar nicht so schwerwiegend war.

Nachdem die Heldin alle Hebel in Bewegung setzt, um Nick vor dem Tod zu retten und einige Zeit später schließlich seine wahre Identität erfährt, entpuppt sie sich jedoch meiner Meinung nach als zu engstirnig und nervte mich besonders zum Ende des Buches hin, durch ihre ewige Ziererei.

Obwohl sie Gefühle für Nick empfand, weigerte sie sich vehement, die Ehe aufrechtzuerhalten und wollte ihn ständig verlassen. Auch wenn er ihr nicht seine Liebe gestanden hat, hätte der Heldin durch sein Verhalten und seine Weigerung in die Auflösung der Ehe einzustimmen, doch klar werden müssen, dass sie ihm nicht gleichgültig war. Auch ihr teilweise übertriebener Stolz war total fehl am Platz.

Dieser Punkt zog sich wie ein roter Faden durch den ganzen Roman und hat eine bessere Bewertung meinerseits, verhindert.

Kurz gefasst: Ein mittelmäßiger Regencyroman, den man nicht unbedingt gelesen haben muss, der jedoch ganz nett für einen verregneten Nachmittag sein kann.