Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Als völlig unerwartete eine Gruppe junger Damen der Gesellschaft in ihrer Spielhölle auftaucht, die dazu dienen soll, ihre Finanzen wieder ins Lot zu bringen, haben die Herren der Gesellschaft mehrere Probleme gleichzeitig. Zum einen müssen sie sicherstellen, dass die Damen ihr Geheimnis nicht ausplaudern, da ein guter Teil der Anziehungskraft und des Erfolges ihres Clubs auf der Tatsache beruht, dass niemand so genau weiß, wer sie sind.

Zum anderen hat keiner der Herren, Ausnahmen bestätigen die Regel, Interesse daran, den Retter, oder zukünftigen Ehemann, der Damen zu spielen und sie vor ihrem Ruin zu bewahren – schließlich habt sich die Gruppe aus freien Stücken in die Situation hereingeritten. Egal aus welcher Warte man es betrachtet, damit scheint es ratsam, die Damen ins Visier zu nehmen.

Dartagnan Darlington, Duke of Darlington, der unter dem Tarnnamen Daring agiert und von seinen Freunden Tag genannt, wird die Aufgabe zugewiesen, die unverblümte Miss Minerva Chase zu überwachen.

Miss Chase ist jüngst mit ihrer unverblümten Art daran gescheitert ihren Verlobten zu halten und bringt dem männlichen Geschlecht zurzeit nur wenig Zuneigung entgegen. Um so irritierende empfindet sie es, dass der Duke of Darlington zurzeit an ihr zu kleben scheint - egal wie offen sie ihm gegenüber ist. Unempfänglich für die Aufmerksamkeit des attraktiven Dukes ist sie jedoch nicht. Zudem sitzt ihr ihre Mutter im Nacken, die Minerva dazu drängt einen Ehemann zu finden, am besten in Gestalt des Duke of Darlington.

Der Geschichte von Tammy Andresens „Duke of Daring“, dem 1. Teil „Lords of Scandal“-Serie, geht die Kurzgeschichte „Lords of Scandal“ voran. Sie beschreibt, wie die Damen der Familie Chase überhaupt in die Situation geraten sind, eine berüchtigte Spielhölle aufzusuchen und könnte deshalb als solche durchaus von Interesse sein. Ich habe sofort mit dem 1. Teil der Serie angefangen und hatte keine Probleme den Inhalt zu folgen. Und doch könnte es einen gewissen Charme haben, über den Auftakt in die Geschichte einsteigen, weshalb ich ihn an dieser Stelle empfehlen würde.

Ich fand die Heldin der Geschichte sehr sympathisch und mir hat ihre Unverblümtheit großes Vergnügen bereitet, noch amüsanter fand ich Tags Zweifel an sich selber und seiner Zuneigung zu einer Frau, die seiner Ex-Verlobten so ähnlich zu sein scheint. Natürlich hat Minvera nichts mit ihr gemeinsam, ganz im Gegenteil, Tags Ex-Verlobte mimt den Bösewicht der Geschichte, doch bis auch Tag das erkennt, habe ich mich derweil durch einige sehr heitere Szenen lesen dürfen.

Mit um die 200 gedruckten Seiten folgt Tammy Andresens „Duke of Daring“ dem Format, was ich einen „Short Romance“ nenne. Lang genug, um den Charakteren Tiefe zu verleihen und kurz genug um nicht langweilig zu werden oder am Ende durch viel hin und her Seiten schinden zu müssen. Selbstverständlich genieße ich auch Liebesromane mit 100+ Seiten mehr gerne, doch ich habe auch dieses Format lieben gelernt.

Kurzgefasst: dieser 1. Teil der „Lords of Scandal“-Serie mag kein herausstechendes Leseerlebnis sein, ich fand den Roman jedoch sehr unterhaltsam und kurzweilig zu lesen. Vor allem aber hat es mir die Idee der Serie angetan. Sie gefällt mir und trifft meinen Lesegeschmack auf den Punkt und biete so für mich viel Potenzial.