Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Nachdem Chase, der Duke of Rathmore, die Einladung zu einer – vermutlich äußert frivolen - Landpartie von Baron Balstead angenommen hat, scheint ihn mit einem Mal nichts mehr dorthin zu ziehen. Ruhelos hat es eines nach dem anderen seiner Landgüter besucht und die Einladung immer weiter vor sich hergeschoben.

Seine Reise scheint nun ein vorläufiges Ende erreicht zu haben, als er an einem stürmischen Abend um Zuflucht in Hause des Ehrenwerten Thomas Morrish sucht – und auf einen freundlichen Herren und seine fünf äußert hübschen Töchter trifft.

Für die älteste Moorish Tochter erscheint Chase, wie der Prinz aus einem der Märchen, die sie so gerne liest. Und als er sie dann auch noch so leidenschaftlich in der Bibliothek, ihrem Lieblingsort küsst, ist sie sich sicher, dass er ihr Prince Charming ist.

Doch Chase ist keines Wegs der Held, den Ophelia in ihm zu sehen scheint. Und überhaupt, heiraten kommt für ihn gar nicht infrage - schon gar nicht jetzt, wo er sich doch auf dem Weg zu ganz anderen Lustbarkeiten befindet! Da kann Ophelia noch so verlockend sein, mit ihrem Verständnis für ihn, ihrem Mitgefühl und ihrer Leidenschaft.

Auf die Autorin Tammy Andresen bin ich beim Stöbern im Internet gestoßen und die ihre Ideen für ihre Serien haben mich sofort angesprochen. Nach kurzer Recherche habe ich mich für die „Romcaning the Rake“-Serie als Einstieg entschieden; ein Einstieg deshalb, weil ich mir ziemlicher sicher bin, dass das nicht die einzige Serie bleiben wird, die ich von der Autorin lesen werde.

„Romancing the Rake“ ist eine Kurzroman-Serie, der einzige echte negativ Punkt, den ich anführen kann. Kurzromane sind mir oft einfach - zu kurz. Wenn allerdings die Geschichten so hervorragend erzählt werden, wie es hier der Fall ist, dann lasse auch ich alles stehen zu liegen, um noch schnell den nächsten Teil zu „inhalieren“. Ich bin zwar immer noch nicht bereit meine Ablehnung gegenüber Kurzgeschichten gänzlich fallen zu lassen, doch in diesem Fall bin ich einfach nur froh, dass ich mich davon nicht habe abhalten lassen.

Besonders gut hat mir der leichte und doch tiefgründige Erzählstil der Autorin gefallen. Und ich bin durchaus fasziniert davon, wie geschickt hier Charakterentwicklung auf engem Raum untergebracht sind und so nachvollziehbar beschrieben, wie ich es manchmal auf 300 Seiten nicht finden kann.

Leider lag mir Ophelias verträumte und naive Art nicht so sehr. Der Auftakt der Serie kommt doch mit ein bisschen viel von „weißem Lattenzaun“ daher und zeichnet ein zu perfektes Bild, von Ophelia, ihrem Heim und ihren Schwestern; was sich jedoch nur als erster Eindruck herausstellt und sich im Lauf der Geschichte und der Serie revidiert.

Auch Chase war auf den ersten Blick nicht mein Lieblingscharakter, doch auch hier verändert sich das im Lauf der Geschichte. Vermutlich liegt es einfach daran, dass er und Ophelia den Anfang gemacht haben und ich als Leser so etwas mehr Zeit hatte, die ein oder andere Bemerkung über die anderen Mitglieder der geplanten Landpartie aufzuschnappen und mit ihren etwas vertrauter, und neugieriger, zu werden.

Kurz gefasst: Ein sehr schöner, romantischer Auftakt, zu einer unterhaltsamen Kurzroman-Serie um eine Reihe Londoner Rouges, die auf der Suche nach neuen Lustbarkeiten, echte Liebe finden.