Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Für den Urlaub in Cape Cod hat die Grundschullehrerin Taylor Bassey lange sparen müssen, umso mehr ist sie entschlossen, das Beste für sich dabei herauszuholen. Ein Bad in der Nostalgie-Badewanne des gemieteten Hauses steht dabei für sie an erster Stelle. Doch bis es so weit kommt, findet Taylor verdächtige Gucklöcher in der Decke des Schlafzimmers und einen Toten, der verdächtig nach dem Vermieter aussieht, im Wäscheraum.

Bisher hat Taylor alles in ihrem Leben stets safe gehalten, weshalb sie dieses Mal von sich überrascht ist, dass sie nicht schreiend aus dem Haus rennt, sondern cool reagiert. Und noch überraschter ist sie von sich, als dass sie das Rätsel, das sich vor ihren Augen aufgetan hat, nun auch selber lösen will.

Der Kopfgeldjäger Myles Sumner, der seinem Freund Paul, der mit der Schwester des Opfers zusammenlebt, noch einen Gefallen schuldet und nun als Privatdetektiv agiert, findet Taylors Beteiligung an den Ermittlungen jedoch weder hilfreich noch erwünscht. Die hübsche Taylor soll, wenn es nach Myles ginge, ihren süßen Hintern lieber aus der Sache heraushalten. Doch so einfach ist die Naturgewalt Taylor nicht zu bremsen.

Hatte ich mich zuletzt noch darüber beklagt, dass es heutzutage keine anständigen Suspense-Plots mehr in Romances gibt, sondern die Erotik stets alles unter sich zu begraben scheint, so hat mich nun Tessa Bailey mit ihrem „My Killer Vacation“ eines anderen belehrt.

Ich fand die Geschichte wirklich gut ausbalanciert. Ein nicht allzu komplizierter Suspense-Plot, mit einem kleinen Twist am Ende und eine spicy Liebesgeschichte, mit zwei scheinbar nicht kompatiblen Charakteren. Es gibt sie also doch noch, die cozy mystery-spicy Romances, die darüber hinaus auch noch zum Lachen einladen!

Und genau das musste ich auch immer wieder, denn der „grumpy“-Held Myles und die „sunshine“-Heldin Taylor sind ein höchst amüsantes Gespann. Ich hatte beim Lesen mein Vergnügen damit, wie Taylor es immer wieder aufs Neue geschafft hat Myles auf die Palme zu bringen und ihm dieses komische Gefühl im Magen zu bescheren, was, wie er glaubt, nur Sodbrennen sein kann. Sehr amüsant fand ich auch, wie Taylor jedes von Myles Geheimnisse aus ihm herauslockt und derart seinen inneren Beschützer aktiviert, dass es sich immer wieder daran erinnern muss, warum er eigentlich keine Bindung mehr will.

„My Killer Vacation“ hat also definitiv seine Qualitäten und ist die perfekte Lektüre für Sommer, Sonne und Strand – wenn man von Myles hin und her/heiß und kalt-Verhalten gegenüber Taylor einmal absieht, was ich auf die Dauer und die Häufigkeit etwas anstrengend zu lesen fand. Ebenso war das mit Taylors bemuttern ihres jüngeren Bruders. Ja, ich verstehe die Gründe, die die Autorin angibt, deswegen hat es die Sache mit jeder Wiederholung für mich jedoch nicht erträglicher gemacht. Auch hatte ich meine Probleme damit, Taylor ihre plötzliche Abenteuerlust abzunehmen. Für mich ging sie ein wenig an die Grenze zur Glaubhaftigkeit.

Grundsätzlich würde ich sagen, dass es, trotzt des hohen Unterhaltungswertes, für mich ein wenig „an Seele“ in der Geschichte gefehlt, das gewisse Extra, was die Beziehung von Taylor und Myles hätte besonders machen können. So blieb diese, trotzt der großartigen Streitgespräche und des gelungenen Gegensätze-ziehen-sich-an-Tropes ein wenig farblos.

Kurzgefasst: kein Romantic Suspense, sondern ein Romance, mit spicy Sexszenen und einem starken Murder-Suspense-Plot.