Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Als seine Großtante Agatha Lord Harry Tremanye Geld anbietet nach Lady Hester Morten zu schauen und sie nach England zurückzuholen, muss er sich selber versichern, dass es genau das, was ihn dazu triebt dem nachzugeben und nicht seine langjährige Anziehung, zu der abenteuerlustigen Lady. Aber wo er doch schon mal in Ägypten ist, kann er auch der Spur der Verwüstung folgen, die Lady Morten üblicherweise hinterlässt. Tatsächlich findet er sie, er hätte darauf gewettet, in eine Notsituation vor. Doch statt ihn als Retter in schimmernder Rüstung zu empfangen, scheint Hester nicht gerade erfreut.

Hester weiß, dass sie auf sich selber aufpassen kann. Doch als ihr ein verfluchtes alt-ägyptisches Artefakt gestohlen wird, welches sie lieber in einem Ägyptischen Museum aufbewahrt sieht als, als in der Hand von skrupellosen Feinden, kommen ihr Harrys Fähigkeiten zupass. Gemeinsam jagen sie den Dieb bis nach Frankreich, wo Napoleon gerade, zurück aus seiner Verbannung auf Elbe, erneut die Macht an sich reißt und dabei auf die Hilfe des verfluchten Artefakts setzt.

Ich habe gerade den 1. Teil von Kate Batemans „Secret and Spies“-Serie gelesen, ihr Debüt-Roman „Ein Herz zum Stehlen“ und hatte ein wenig Mühe warm mit der Autorin zu werden, deren aktuelle Veröffentlichungen so gelobt werden. Nach dem Genuss dieser Novella, die die Autorin 3 Jahre später veröffentlich hat, kann ich nur zwei Schlüsse ziehen, entweder Kate Bateman hat ihr Erzählpotential in dieser Zeit entschieden verbessern können oder die Übersetzung, die ich gelesen habe, war schlich schlecht. Ich tippe darauf, dass es etwas von beiden war. Wie dem auch sein, mit „The Promise of a Kiss“ habe ich eine völlig neue Kate Bateman kennenlernen dürfen. Eine dich von der ersten Seite an mit ihrer Geschichte begeistert hat.

„The Promise of a Kiss“ ist eine Regency Novella, die sich, nach überstandenem Abenteuer, lediglich auf einen Kuss zwischen den Protagonisten beschränkt. Alles darüber hinaus wird lediglich in der Vorstellung der Protagonisten angedeutet, aber nicht ausgeführt.

Dafür bietet dieser Kurzroman, auf etwas über 120 Seiten, eine überraschend umfangreiche und detaillierte ausgeführte, fluffig erzählte Abenteuergeschichte, die mich mit ihrem amüsanten Geplänkel zwischen den Protagonisten auf höchst vergnügliche Art und Weise unterhalten hat.

„The Promise of a Kiss“ hat mich sehr an mein all time favourite „Die Braut Arabiens“ von Connie Brockway erinnert; kein Wunder, schließlich haben wir es auch hier mit einem weiteren „Harry“ zu tun, der eine abenteuerliche Lady retten muss (wenn die beiden Protagonisten auch sehr unterschiedlich sind). Sodass, wäre es nach mir gegangen, und hätte die Autorin einen Historical Romance daraus gemacht und den Status quo über den Zeitraum halten können, hätte mich nichts davon abgehalten, auch dreimal so viele Seiten zu lesen.

Kurzgefasst: ein Artefakt, das das Schicksal Europas bestimmen könnte, zwei Abenteurer und eine atemlose Jagd - kurzweilig, unterhaltsam und amüsant erzählt. Eine Gute-Laune-Regency-Novelle.