Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Meggie Washington ist zu ihrer Großmutter nach Schottland gereist, um den Kopf nach der Trennung von ihrem Freund und dem Rauswurf aus dessen Wohnung wieder freizubekommen und zu entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen soll. Auf einer Wandertour bricht sie in eine Höhle ein und landet in einer anderen Zeit.

500 Jahre zuvor streift Colin MacKinnon auf der Jagd nach Wild durch die Wälder und kommt gerade recht, um Meggie vor einer Gruppe brutaler Banditen zu retten. Maggie, die glaubt in eine Art Reenactment gestolpert zu sein, nimmt Colins Hilfe an und hofft von ihm zum Parkplatz und damit zu ihrem Auto zurückgeführt zu werden. Doch Parkplatz und Auto existieren (noch) nicht und Colin lädt, die offensichtlich verwirrte und übel mitgenommen Frau in das Haus seines Bruders, dem Clanchief Malcom MacKinnon ein.

Nach einem vergeblichen Versuch wieder in ihre Zeit zurückzukehren erzählt Meggie Colin die Wahrheit und auch wenn es ihm schwerfällt das alles zu glauben, verliebt er sich doch Hals über Kopf in Meggie, und sie in ihn.

Als Meggie bereits alle Hoffnung aufgegeben hat, je wieder nach Hause zurückzukehren und das auch nicht mehr will, denn nun gibt es schließlich Colin, erfährt sie auf dem Gathering der Clans von der Druidin Vanora, dass sie eine Zeitreisende ist, sie zurückreisen kann und wann der Zeitpunkt für solche Reisen ist. Doch bevor Meggie sich näher Gedanken über diese Option machen kann, wenden sich die Ereignisse. Meggie gerät in Lebensgefahr und Colin wird bei ihrer Rettung tödlich verletzt.

Obwohl ich ein Fan von Zeitreise-Liebesromanen bin, so gehöre ich nicht zu den Outlander-Lesern, die hier evtl. Vergleiche anstellen können. Der Hinweis, dass Jillian Bondarchuks „The Shield and the Thistle“ sich ähnlich liest, wie Diana Gabaldons Epos, war also an mich verschwendet. Zudem bin ich in erster Linie ein Liebesromanleser und mag es, wenn der Fokus einer Geschichte auf der Entwicklung der Liebesgeschichte bleibt. Jillian Bondarchuks „The Shield and the Thistle“ ist für meinen Geschmack fast schon ein wenig zu weit auf der, zugegebenermaßen belletristischen, aber eben doch historischen Roman Skala.

Nicht dass die Autorin einen schlechten Job gemacht hätte, den historischen Anteil der Geschichte unterhaltsam zu vermitteln, ich mag nur einfach mehr Liebe und weniger historisches. Hinzu kommt, dass „The Shield and the Thistle“ aus drei Teilen besteht, die seltsam voneinander getrennt wirken: die eigentliche Zeitreise und lange Beschreibungen des Alltags, die Annäherung von Colin und Meggie und ihre Hochzeit, und dann die (späte) Einführung der magischen Anteile (und der Druidin Vanora). Dabei tritt Meggie als Ich-Erzählerin auf, während wir als Leser Colins Erlebnisse kapitelweise in der dritten Person begleiten. Es gibt als viel von Meggie Gefühlen und Sichtweisen zu erfahren, während Colins stets im Hintergrund bleiben.

Vielleicht liegt es einfach grundsätzlich in der Problematik eines Time Travel Romans, dass am Ende nie alles logisch erklärt werden kann. Denn während ich Malcoms Handlungen am Ende des Romans verstehen konnte, der für seinen Bruder ein glückliches langes Leben will, so kam doch Colin dabei viel zu kurz. Im Grunde wurde er weder gefragt, was er will, noch hatte er Gelegenheit, diese Frage für sich zu erörtern. Sicher, auch seine Sicht, lieber mit Meggie, als ohne, konnte ich nachvollziehen, aber ein 500-jähriger Schlaf ins Unbekannte hinein, obwohl man bereits mit dem Leben abgeschlossen und Frieden darin gefunden hat, dass es Meggie (vermutlich) zumindest körperlich gut geht, fand ich dann doch ein wenig über seinen Charakter hinweg bestimmt.

Kurzgefasst: unterhaltsamer Time Travel, mit vielen anschaulich geschilderten historischen Details, einer Prise Liebesroman und einer guten Portion Magie.