Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

An einem alkoholgeschwängerten Abend in der Taverne schließt Lucas Drake, Earl of Kendall, mit seinen Freunden Worth, Rhys Sheffield, the Duke of Worthington, und Bell, Beau Bellham, Marquess of Bellingham, eine Wette ab: 14 Tage überleben als Bedienstete, ohne, dass die Freunde von den Gästen als Adelige erkannt werden. Der Vierte im Bunde Ewan Fairchild, Viscount Clayton, wird die Bühne dafür bereitstellen, seine demnächst stattfindende Hausparty.

Für diese Wette hat sich Rhys Sheffield, Duke of Worthington, eine Stelle als Stallknecht gesichert. Damit sollte es für ihn ein leichtes sein, die 14 Tage zu überstehen, da ihm die Arbeit mit Pferden schon immer Spaß gemacht hat und nicht die Gefahr besteht, dass allzu viele Gäste von Claytons Hausparty, dort vorbeischauen. Allerdings hat er dabei nicht mit einem bestimmten Gast gerechnet, der Frau, die er einst versucht war, ernst zu hofieren und die ihm am Ende nur gezeigt hat, dass sie wie alle anderen nur nach dem besten Titel aus ist.

Lady Julianna Montgomery ist im letzten Moment auf der Gästeliste von Viscount Claytons gelandet, da ihre Mutter und Schwester sie gebeten habe sie zu begleiten. Als Verlobte von Lord Murdoch besteht für sie nicht mehr die Verpflichtung, auf der Suche nach einem Ehemann an Veranstaltungen des Adels teilzunehmen. Doch sie hat eine Schwäche für Pferde und Lord Clayton hat einige besondere Exemplare in seinen Ställen.

Dort ist sie mehr als verblüfft auf den Duke of Worthington aka „ihre Abscheulichkeit“, angetan als Stallknecht zu stoßen. Es bietet ihr jedoch auch ungeahnte Möglichkeiten für ihre persönliche Rache an Rhys, da der alles zu tun bereit ist, um einer Demaskierung und damit dem Verlust seiner Wette zu entgehen.

In der Regel vermeide ich es mir Serien am Stück vorzunehmen, um nicht der Gefahr zu laufen mich an ihr satt zu lesen. Im Fall der „The Footmen's Club“ finde ich jedoch, die Hintergrund-Geschichte als so hervorragend und interessant ausgearbeitet, dass ich unbedingt wissen will, wie es mit Kendalls Freunden Worth und Bell weitergeht.

Auf seine Art fand ich „Duke looks like a Groomsman“ besser als den Vorgänger, da die erotische Anziehung der Protagonisten und sie intimen Szenen sehr viel stimmiger und harmonischer in die Geschichte eingearbeitet waren. Zudem führen die Protagonisten einen Hauch mehr Drama mit sich, was der Geschichte eine weitere Ebene hinzufügt. Nicht, dass ich nicht auch Drama-freie Liebesromane genieße, wie es im 1. Teil der Serie der Fall war, doch hier war es genau den Ticken davon enthalten, den ich brauche, um ausreichend emotional involviert in eine Geschichte zu sein.

Was mir nicht so sehr behagt hat, war, dass die Autorin Rhys Weigerung sich seine Liebe zu Julianna einzugestehen so ausgereizt. Rhys bekommt an Ende nur geradeso die Kurve, weil er dann endlich Bereitschaft zeigt auf seine Freunde zu hören. Bedauerlich, dass er nicht Julianna diese Ehre erwiesen hat, sondern sie nicht nur einmal, sondern gleich zweimal fallen gelassen hat.

Was mich zu Julianna und ihrer angeblichen „Rache“ bringt, die so großspurig und amüsant zu Anfang eingeführt wurde und die dann eher einem Bewerfen mit Wattebällchen ähnelte. Schade, hier hätte sie durchaus etwas mehr von ihrem Temperament, welches sie zweifellos besitzt, zeigen können.

Kurzgefasst: eine locker-leichte und fluffig zu lesender Liebesroman, mit kleineren Charakterschwächen bei den Hauptprotagonisten, eine großartige Hintergrund-Geschichte verpackt.