Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

An einem alkoholgeschwängerten Abend in der Taverne schließt Lucas Drake, Earl of Kendall, mit seinen Freunden Worth, Rhys Sheffield, the Duke of Worthington, und Bell, Beau Bellham, Marquess of Bellingham, eine Wette ab: 14 Tage überleben als Bedienstete, ohne, dass die Freunde von den Gästen als Adelige erkannt werden. Der Vierte im Bunde Ewan Fairchild, Viscount Clayton, wird die Bühne dafür bereitstellen, seine demnächst stattfindende Hausparty.

Besser hätte es Beau Bellham, Marquess of Bellingham und Spione für die Krone nicht planen können. Damit ergibt sich nun für ihn die Möglichkeit, in der Runde seiner Freunde, versteckt durch eine Wette, dem des Verrats verdächtigen Lord Copperpot auf den Fersen zu bleiben und die gemeinsame Wette zu gewinnen - als Kammerdiener. Eigentlich ein Kinderspiel für Beau wäre da nicht die misstrauische und überaus anziehende Miss Marianne Notley, die Zofe der debütierenden Tochter Copperpots.

Ich bin kein Freund davon Serie hintereinander wegzulesen, da ich oft vom ähnlichen Stil und Aufbau, einzelner Teile innerhalb einer Serie, gelangweilt bin. Im Fall von „The Footmen's Club“-Serie habe ich die ersten drei Teile jedoch nahezu hintereinander weg gelesen; die Folgeteile, die darüber hinaus für die Serie aufgeführt sind, sind „lediglich“ Ergänzungen, die nicht direkt mit der Idee des „Footmen’s Clubs“ zu tun haben.

Warum ich die Footmen’s Club-Trilogie hintereinander habe lesen können, lag vor allem daran, dass mir die Idee zur Serie und die Ausarbeitung der Hintergrundgeschichte sehr gut gefallen hat. Zudem verfügen alle drei Teile für einmalige Inhalte, sehr unterschiedliche Liebesgeschichten und ihre ganz eigene Dynamik. Damit waren sie für mich sehr unterhaltsam, kurzweilig und abwechslungsreich zu lesen.

Allerdings haben sie mir auch kleiner Schwachen geboten, die für mich eine bessere Bewertung unmöglich gemacht haben. In „The Valet who loved me“ lag das Problem für mich mal wieder bei „50%“. Bis zu dieser Marke fand ich die Geschichte einfach klasse, spannend und sehr unterhaltsam zu lesen. Dann jedoch trennt sich das Paar,

Spoiler

sie haben entdeckt, dass sie Kollegen sind

obwohl die Chemie und ihre Affäre, die sie sich ganz ohne falsche Scham gestürzt habe, einfach gestimmt hat. Mir wäre es lieber ab diesem Zeitpunkt lieber gewesen, die Autorin Angst und Drama auf andere Art inszeniert; zumal sich dafür ausreichend Gelegenheiten geboten hätten.

Auch hat es mir nicht zugesagt, dass Beau so lange darüber lamentiert hat, dass Marianne aufgrund ihrer Geburt nie seine Marquise sein kann. Deswegen war es für mich dann auch so unglaubwürdig, als sich Marianne

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am Ende als Schwester eines Earls herausstellt

Zwar wird beteuert, dass Beau bereits in Marianne verliebt war und sich diese Liebe bereits auch eingestanden hat, bevor ihr Bruder David ins Spiel kam, doch blieb für mich ein enttäuschend schaler Geschmack darüber, dass es Beau hier an Rückgrat fehlt. Um meinen Lese-Genuss zu befriedigen und mir ein starkes HEA zu bieten, hätte Beau bereits vorher um ihre Hand anhalten müssen.

Kurzgefasst: eine flott zu lesenden Spionagegeschichte, mit amüsanten Wendungen, einer schönen Liebesgeschichte und sympathischen Figuren.