Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Louisa Tempest und ihre Zwillingsschwester Lavinia, befinden sich auf dem Weg gen London, wo sie ihre erste Saison erleben sollen. Eigentlich hatte Louisa sich nie große Hoffnungen gemacht, jemals heiraten zu dürfen, da sie um ein gewisses Familiengeheimnis und einen Skandal weiß, der, sollte er jemals ans Tageslicht kommen, sämtliche Hoffnungen auf Eheglück zunichte machen würde. Mit im Gepäck, befindet sich auch Louisas, stets schlecht gelaunter, Kater Hannibal. Und dieser büxt auch sogleich sie am Ziel sind, aus seinem Körbchen aus, und flitzt ins Nachbarhaus. Louisa bleibt nichts anderes übrig, als ihm zu folgen und trifft somit, kurz nachdem, dank Hannibal, das Chaos ausgebrochen ist, auf den gebrochenen, kriegsversehrten Pierson, Viscount Wakefield, der eigentlich nur seine Ruhe haben will.

Doch Louisa und Hannibal machen ihm auch in den nächsten Tagen seine Ruhe streitig. Louisa mischt sich wirklich in alle seine häuslichen Belange ein und lässt sich, zu seinem Verdruss. noch nicht einmal von ihm hinauswerfen. Auch Hannibal entpuppt sich als äußerst einfallsreicher Kater, der einfach nicht von Piersons Seite weichen will. Pierson müsste eigentlich verzweifelt sein, besonders, nachdem es Louisa gelungen ist, auch noch seinen französischen Koch in die Flucht zu schlagen, doch seltsamerweise beginnt sein Herz in Louisas Nähe schneller zu schlagen und auch Louisa begreift, dass unter Piersons harter Schale, eine sensible Seele steckt. Kann sie Pierson aus seinem Schneckenhaus herausholen? Als Louisa und Lavinia ihren ersten Ball erleben dürfen, taucht jedoch ein äußerst gefährlicher, klatschsüchtiger Mann an ihrer Seite auf, der um ihr Familiengeheimnis weiß und sie zu gerne bloßstellen möchte. Louisa ist verzweifelt, doch dann erweist sich Pierson als Retter in der Not. Doch wie wird er reagieren, wenn er erfährt, was einst in Louisas Familie geschah?

Mit „Ein gefährlich verführerischer Viscount“, hat Elizabeth Boyle nun bereits den vierten Teil ihrer „Rhymes With Love“ Reihe abgeliefert. Dieser Teil erzählt nun die Geschichte des Zwillingspaars Louisa und Lavinia. Während Louisas und Piersons Liebesgeschichte im Fokus steht, wird Lavinias Liebesgeschichte hier noch eher etwas stiefmütterlich abgehandelt, was ich ein wenig schade fand. Doch abgesehen von diesem kleinen Wermutstropfen, der eigentlich kein wirklicher ist, da Lavinia ihre eigene Geschichte bekommt im nächsten Band der Reihe, stimmt hier einfach alles.

Elizabeth Boyles Roman hat Herz, Romantik und viel Humor zu bieten. Dazu sind Louisa und Pierson zwei wunderbare Akteure, die man einfach nur in sein Herz schließen kann. Zugegeben, Pierson geißelt sich schon ein wenig lang, weil er glaubt, er hätte nach dem Tod seines besten Freundes, der im Krieg fiel, kein Glück verdient. Doch irgendwie ist sein Verhalten auch nachvollziehbar und er ist lernfähig. Besonders gut gefielen mir die Romanpassagen, in denen er sich innerlich über Louisas Dreistigkeit ergeht, aber andererseits auch resigniert begreift, dass er auf dem besten Wege ist, sich in sie zu verlieben. Ich habe beim Lesen des Romans viel schmunzeln müssen, denn auch die Nebenfiguren, wie etwa Piersons Cousin Alaster Rowland, kurz „Tuck“ genannt, oder Piersons Hausangestellte, sind humorvolle, teils sogar schrullige Charaktere. Und dann gibt es auch noch denn verwitweten Onkel von Pierson, bei dem die Zwillinge während ihres Debüts leben, dem es nun zusammen mit einer Freundin aus Kindertagen obliegt, Louisa und Lavinia ihr Debüt zu ebnen. Auch die Szenen, in denen der Onkel agiert, kommen leider ein wenig zu kurz, was mich aber nicht sehr gestört hat, da die Liebesgeschichte zwischen Pierson und Louisa ansonsten so wunderbar geschrieben ist. Daher vergebe ich gerne fünf von fünf Punkten und bin gespannt, ob mich der nächste Teil der Reihe genauso sehr begeistern kann.

Kurz gefasst: Humorvoller, beschwingter und romantischer 4. Teil der “Rhymes With Love” Reihe, der mir viel Lesespaß bereitet hat.

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Nur ihrer Zwillingsschwester zuliebe hat sich Louisa Tempest ebenfalls nach London aufgemacht. Dabei liegt ihr so überhaupt nichts an einer Suche nach einem Ehemann, das ist eher der Wunsch von Lavina. Louisa wäre lieber in ihrem geliebten Kempton geblieben und hätte sich weiterhin in ihrem Nachbarschaftshilfe-Verein unter der Führung von Lady Essex engagiert.

Doch zu ihrem Glück stößt sie schon gleich nach ihrer Ankunft in London auf einen Mitbürger dringend Nachbarschaftliche Hilfe benötigt.

Pierson Stratton, Viscount Wakefield weiß nicht wie ihm geschieht als Louisa sein Leben ordentlich durchwirbelt. Zumal er nur eines im Sinn hat, sich in seiner Hölle zu vergraben, die ihm sein Militärdienst in Spanien eingebracht hat und mit Trinken zu vergessen, das er seinen Freund, der fast schon wie ein Bruder für ihn war, dort lassen musste.

Er bemüht sich zwar redlich seine Launen weiter zu schüren und sich seine Hölle warm zu halten, aber gegen Louisa scheint er einfach nicht anzukommen. Aber wie auch, denn für Louisa gibt es keine halben Sachen, weder in der Nachbarschaftshilfe noch in der Liebe.

Von je her bevorzuge ich es Liebesromane der Reihenfolge nach zu lesen, im Fall von Elizabeth Boyles „Rhymes With Love“-Serie ist mir jedoch der 4. Teil, „Ein gefährlich verführerischer Viscount“, vor dem 3. untergekommen – was ich so gar nicht bedauert habe.

Zum einen könnte man die ersten drei Teile, plus Novelle, durchaus als in sich abgeschlossen sehen, da alle Hauptprotagonisten, die Freundinnen Tabitha, Daphne und Harriet, unter die Haube gebracht worden sind und sich die Serie nun der etwas jüngeren Generation widmet, die Zwillinge, Louisa und Lavina, die wie die drei Freundinnen aus Kempton stammen und der jüngeren Schwester des Helden aus diesem Teil, Roselie Stratton. Zum anderen hat mir das Lesen so viel Vergnügen bereitet, das es einfach eine gute Entscheidung war es vorzuziehen (egal, wie fantastisch die Geschichte um Harriet und Roxley, auch vielleicht sein wird).

„Ein gefährlich verführerischer Viscount“ hat mir stark an „Something about Emmaline“ der Autorin erinnert, was ich vor Jahren im englischen Original gelesen hatte und das ich immer noch in liebevoller Erinnerung habe. Auch diese Geschichte erzählte von einer Art Belagerung, die eine Heldin dem Helden angedeihen lässt, obwohl das (zunächst) nicht sein Wunsch war.

Pierson und Louisa sind zwei wundervolle Charaktere, die einfach perfekt zueinander passen. Es ist schon lange her, dass mir so ein stimmiges und sich harmonisch ergänzendes Pärchen in einem Liebesroman begegnet ist. Er braucht jemand der, der ihm dabei unterstützt aus dem Quark zu kommen. Und sie kann einfach nicht untätig sein, sondern braucht schlicht eine Aufgabe.

Zwei Figuren am jeweiligen Ende der Skala, so was hätte auch schiefgehen können. Und tatsächlich wirkt die Tollpatschigkeit und die Einmischung von Lousia oder auch die Bärbeißigkeit und die Ablehnung von Pierson schon mal etwas dick aufgetragen.

Doch meiner Meinung nach schafft es die Autorin immer wieder gerade so, das Steuer kurz vor einem erhöhten Nervigkeits-Faktor herumzureißen und ihre Figuren das richtig tun zu lassen. Doch natürlich kann das, was dem einen gar nicht auffällt, für den nächsten gerade so die Kurve bekommt, für den anderen too much sein.

Und die Geschichte – nun ja, die ist genau mein Ding: „Beauty and the Beast“ ala Boyle eben, davon kann ich einfach nicht genug bekommen. Ebenso wie vom Erzählstil des Romans, der wunderbar leicht, locker und höchst amüsant zu lesen ist und mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.

Was mir ebenfalls sehr positiv aufgefallen ist, war der geschliffene Ausdruck der Übersetzung, der für meine Vorstellung perfekt zum Setting gepasst hat; ob alles tatsächlich historisch korrekt war kann ich natürlich nicht sagen, aber mir hat es sehr gut gefallen.

Kurz gefasst: Eine wunderschöne Geschichte, mit tollen Charakteren, humorvoll und höchst unterhaltsam erzählt.