Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Der Engländer John Huxley hat seine Erfahrungen mit Frauen auf der Jagd nach einem Titel gemacht und für sich beschlossen nicht zu heiraten und sich in keine weitere Falle locken zu lassen. Vermutlich fühlt er sich deswegen auch so wohl in den Highlands, wo sein Kollege und Freund ihm, Land und Haus vererbt hat. Der Plan war eigentlich das Haus zu sanieren und das Grundstück zu verkaufen und weiterzuziehen.

Doch der Verkauf gestaltet sich schwierig, umgeben von MacPhearson-Land, dem einzigen Clan, dem er das Grundstück nicht verkaufen darf. Dort trifft er auf Anne Tulloch, die Stieftochter des MacPhearsons, die bereit ist ihm zu helfen, dafür aber „Lady“-Lernstunden von ihm möchte. John kann nicht anderes, als hier eine Falle zu vermuten, will die anziehende Annie etwa ihn in die Falle locken?

Doch Annie hat ihre ganz eigenen Gründe, einen Titel heiraten zu wollen. Gründe, die, für sie zwar real sind, für die meisten Menschen jedoch ins Reich der Mythen gehören. Dann jedoch verliebt sie sich in „English“, wie sie John zuerst herausfordernd, dann neckend nennt, und muss sich entscheiden, ob sie sich ihrem eigenen Glück zu wenden will oder ihre Liebe, für ihren Freund aufgibt.

„The Making of a Highlander“ ist ein historischer Liebesroman, mit einem Schuss Übernatürlichem. Dieser Anteil ist jedoch nicht hoch und spielt, wenn auch eine wichtige, so aber doch keine übergeordnete Rolle. Dieser 1. Teil der „Midnight in Scotland“ ist so vollgepackt mit Geschichten, dass es auch einem Historical Romance Leser, dem Paranormales nicht so liegt, nicht langweilig werden wird.

So sei auch dem ein oder anderen Serien-Fan gleich gesagt, dass es für ihn unter Umständen gefällig sein könnte, sich zunächst der „Rescued from Ruin“-Serie zu widmen. Zwar können die Serien völlig unabhängig voneinander gelesen werden und es beeinträchtigt das Verständnis um die „Midnight in Scotland“-Serie nicht, wenn man den Teil der „Rescued from Ruin“-Serie, in denen Mitglieder der Familie Huxley eine Rolle spielen, nicht gelesen hat. Es wird dennoch Spaß machen. Versprochen.

„The Making of a Highlander“ ist mein erstes Buch der Autorin Elisa Braden. Und auch wenn es für mich kein leichtes war, mich durch das Buch im Original zu lesen, so bin ich doch absolut begeistert und freue mich schon auf den nächsten Teil der Serie. Der Schreibstil der Autorin war deswegen so schwer, weil sie Annie, ihre Familie und die Nebenakteure aus den Highlands ihre Herkunft sprachlich ausleben lässt.

Ich hatte also einiges damit zu tun, indem ich zahlreiche schottische/englische Begriffe im Wörterbuch nachschlagen musste; was ich jedoch als durchaus unterhaltsam empfand. Ich kann natürlich nicht einschätzen, ob es stimmig war, auf jeden Fall hat es sehr zu Atmosphäre der Geschichte beigetragen. Doch zum Glück hat die Autorin John „britisches Englisch“ in den Mund gelegt, was mir für mein Verständnis der Geschichte zum Teil sehr geholfen hat. Ich bin jedoch überzeugt, dass mir diese Problematik beim nächsten Buch der Autorin und der Serie, schon viel leichter fallen wird.

Annie ist ein echter Wirbelwind und niemand, die ein Blatt vor den Mund nehmen würde, bei 4 älteren Stiefbrüder muss sie sich schließlich zu wehren wissen. Der zunächst sehr abweisende und eher schweigsame, ihr gegenüber jedoch nicht abweisende John, ist dafür ihr liebstes Ziel. Kein Wunder, ist er doch mit seiner eher steifen „englischen“ Art prädestiniert dafür. Wie die beiden einander langsam, aber stetig verfallen und wie sie ihre bisherigen Entscheidungen hinterfragen, war nicht nur schön zu lesen, sondern hat mich auch bewegt und gerührt.

Über die Liebesgeschichte und die Entwicklung der Hauptfiguren hinaus, bekommt man als Leser die Möglichkeit den Werdegang und das Schicksal der Familie MacPhearson mitzuverfolgen. Das fügt der Geschichte nicht nur Spannung und Drama hinzu, sondern bietet auch viele amüsante Momente und ein reizvolles „Familien-Saga/Serien-Gefühl“.

Kurzgefasst: ein exquisit erzählter historischer Liebesroman, mit viel Highlander-Atmosphäre; wenn auch für mich im englischen Original nicht einfach ganz so einfach zu lesen.