Rezensionen

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

Miss Clarissa Meadows ist auf der Flucht vor einem irren Verehrer. Da kommt ihr die Einladung ihrer Freundin Kate zu ihrer Hochzeit in den Highlands gerade recht. Sie hegt die Hoffnung, dass der Verrückte so vielleicht ihre Spur verlieren könnte. Leider ist das nicht der Fall und schon bald zeigen sich erste Hinweise darauf, dass auch er in Schottland ist und ihre Anwesenheit ihren Jäger nun zu den MacPherson gebracht hat. Doch die MacPhersons schützen die ihren.

Für den Job als Bodyguard, wird der älteste Bruder, Campbell MacPherson, ausgewählt. Er ist mit seiner militärischen Erfahrung die beste Wahl. Dabei muss er jedoch hinnehmen, dass jeder zwar Clarissas Sicherheit hochschätzt, eine Anstandsdame jedoch aktuell nicht zur Verfügung steht. Zwar wäre für Campbell, Clarissa zu heiraten, definitiv kein Opfer, er ist jedoch überzeugt davon, dass es seine Bestrafung ist (nachdem seine Erkrankung zum Tod seiner Pflegerin und ersten Liebe geführt hat), dass er ihr keine Kinder schenken kann. So kommt es für ihn nicht infrage, Clarissa an sich zu binden. Doch dass Clarissa zu ihrem Schutz vor ihrem Verfolger stattdessen ihren (schwulen) Freund Francis heiraten will, lässt Campbell ebenfalls nicht kalt.

„The Temptation of a Highlander“ ist der 3. Teil und aktuell der letzte Veröffentlichte der „Midnight in Scotland“-Serie der Autorin Elisa Braden. Für die Geschichten der letzten, noch unverheirateten Brüder, Alexander und Rannoch, gibt es zwar schon angekündigten, aber noch keinen Veröffentlichungszeitpunkt.

Bereits im Vorfeld ließ sich erkennen, dass Campbell MacPherson wohl nicht der aufregendste der Brüder ist und seine Geschichte vielleicht darunter leiden könnte. Da mir der Erzählstil der Autorin jedoch sehr gut gefällt und ich natürlich die Serie komplett lesen will, hatte ich für diesen Teil meine Hoffnungen auf gute Unterhaltung vor allem in die Heldin Clarissa Meadows gesteckt. Und hat mich auch nicht enttäuscht.

Die Autorin Elisa Branden hat Clarissa als eine Heldin beschrieben, die in ihrem Leben schon einiges durchgemacht hat, dabei aber nie ihre Hoffnung aufgegeben hat. Sicher, sie ist vorsichtig geworden (dafür hat sie auch einen guten Grund, ihr ist nämlich ein irrer Stalker auf den Fersen), doch ihr positives und amüsantes Wesen hat sie erhalten. So fand ich es auch sehr lustig, wie sie stets über ihr nervöses Geplappert gestolpert ist, sobald Campbell in der Nähe war. Oder wie sie begonnen hat, Campbells eher bescheidene Bleibe „aufzuhübschen“. Herzerweichend waren, die Szenen, in denen sie darum gekämpft Campbells Hund Fergus nicht in ihr Herz zu lassen und ihn damit unfreiwillig zu Ziel für ihren Feind zu machen.

Am Ende war sogar sie ausschlaggebend, dass der Bösewicht gefallen ist, wenn auch Campbell ihr hierbei zur Seite gestanden hat und eine Weissagung ihr den Weg bereitet hat. Neben so einem leuchtenden Charakter bliebt eben nicht mehr viel Luft. Es war fast unausweichlich, dass Campbell da zurückstecken musste.

Auch wenn dieser 3. Teil der „Midnight in Scotland“-Serie für mich wegen seiner Figuren nicht so sehr angesprochen hat, so finde ich Elisa Bradens Erzählstil höchst unterhaltsam zu lesen. Vor allem, weil ich mittlerweile mit dem „schottischen Englisch“, dass die Autorin ihren Protagonisten aus den Highlands in den Mund legt und der Auswahl ihrer Vokabeln immer besser zurechtkomme.

Kurzgefasst: wegen des etwas blassen Helden nicht unbedingt mein Lieblingsteil der Serie, aber trotzdem ein Vergnügen zu lesen.