Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Nach dem Tod ihrer Eltern und ihres älteren Bruders lebt Lady Hester Cuerden bei ihrer Tante und ihrem Onkel und kümmert sich rührend um deren Kinderschar und führt ihnen den Haushalt.

Eines Tages sorgt eine lebensgefährliche Begegnung mit einer Kutsche dafür, dass die eher ruhige und schüchterne Hester völlig die Fassung verliert, als ihr der Insasse der betreffenden Karriole nun nüchtern und missbilligend erklärt, sie habe halt nicht im Wege stehen dürfen.

Sogleich ahnt sie, wen sie da vor sich hat- Jasper Challinor, Marquis of Landsborough ist es, der Gentleman, der im Begriff ist, eine ihrer jüngeren Cousinen zu ehelichen und der sich mit seinem besten Freund auf dem Weg zu dem Anwesen ihres Onkels befindet.

Hester ist überzeugt davon, dass Jasper ein gewissenloser, egoistischer und arroganter Zeitgenosse ist und lässt ihn ihre Einschätzung seines Charakters bei jeder weiteren Begegnung spüren.

Obwohl Jasper eigentlich vor hatte, eine ihrer Cousinen zu heiraten, ist er durch Hesters Verhalten was seine Person angeht völlig irritiert- bisher waren weibliche Wesen stets wie Wachs in seinen Händen. Grund genug für ihn, immer wieder Hesters Nähe zu suchen. Und dabei findet er heraus, dass Hester im Grunde ihres Herzens eine sympathische und herzensgute Frau ist, die jedoch ein Geheimnis vor ihm verbirgt...

Der aktuelle MyLady Royal der Autorin beginnt sehr turbulent, als die beiden Hauptfiguren des Romans das erste Mal aufeinandertreffen.
Es fliegen die sprichwörtlichen Fetzen zwischen ihnen, wobei die Autorin ein sehr gutes Händchen für das richtige Timing bewiesen hat, denn auch die amüsanten Pointen der Protagonisten fügen sich perfekt in die Handlung mit ein, ohne dass der Roman zu albern gerät.

Der Schreibstil ist eingängig und sowohl Held als auch Romanheldin sind sehr gut charakterisiert. Anfangs ist die Story in Anlehnung des Aschenputtelplots konstruiert, was sich im Laufe der Zeit jedoch ändert. Auch Hesters Familie ist durchweg sympathisch und warmherzig beschrieben.

So hat mir die erste Hälfte des Romans ein wahres Lesevergnügen beschert. Leider macht die Autorin in der zweiten Hälfte des Romans den Fehler, zu viele Missverständnisse zwischen ihrem Heldenpärchen einzubauen; zudem ging es mir ein wenig zu schnell, wie Hester ihre wohl begründete Angst vor männlicher Nähe so schnell überwinden konnte.

Sieht man aber einmal davon ab, ist dieser Mylady durchaus sehr lesenswert und unterhält den Leser.