Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Wie stellt man es an eine verwickelte Geschichte zu beschreiben, ohne zu spoilern? Auf der einen Seite gibt es Farah, die unter dem Tarnmantel einer Witwenschaft, ein selbstbestimmtes und ruhiges Leben als Mitarbeiterin unter Chief Inspektor Sir Carlton Morley beim Scotland Yard führt. Sie birgt Geheimnisse, die ihre Herkunft und die ihres Herzens. Und sie alle werden infrage gestellt, als sie von dem Unterweltkönig Dorian Blackwell entführt wird, angeblich zu ihrem Schutz.

Auf der anderen Seite haben wir Dorian Blackwell, der durch eine harte Jugend gegangen ist und viele Jahre in Gefangenschaft war. Das Leid hat ihn hart gemacht und dazu fähig, sich an seinen Peinigern zu rächen und ein gewaltiges und gewalttätiges Imperium aufzubauen. Nur Farah ist die Schwachstelle seiner Macht und sie ist in Gefahr.

Andererseits, ist das überhaupt notwendig? Für den Liebesroman-Leser dürfte wohl schnell klar, wohin die Geschichte führen wird, wenn man anfängt zu lesen und vielleicht geht es euch damit wie mir, am Ende zählt der Weg, nicht das Ziel.

Man mag kritisieren, dass der Weg vielleicht nicht immer in einem perfekten Einklang verläuft, sondern hier mal zu langsam voranschreitet (es braucht seine Zeit und auch ein wenig die Geduld des Lesers, bis Dorian begreift das Farah nicht seine Schwäche, sondern die Quelle seiner Stärke ist, wie es im Buch heißt) und am Ende vielleicht zu schnell geht (sobald er begriffen hat, gibt es keine Zweifel mehr). Doch damit lässt die Autorin auch keinen Platz für Missverständnisse, die oft dazu tendieren einer Geschichte nicht zu helfen, sondern sie nur auf Seitenzahlen aufblasen.

Ich habe andere Autoren gelesen, denen es für mein Dafürhalten besser gelungen ist historische Atmosphäre zu vermitteln. Gestört hat mich das beim Lesen von „Mein schwarzes Herz“ jedoch nicht. Dazu empfand ich die Figuren als zu intensiv. Und letztendlich sind es die Protagonisten, die eine Geschichte für mich ausmachen.

Interessant dabei war, dass Farah und Dorian nicht unbedingt Charaktere sind, die ich bevorzugt auswählen würde und eigentlich ist ihre Geschichte für meinen Lesegeschmack auch ein wenig zu dunkel. Mittlerweile bevorzuge ich doch leichtere Unterhaltung und amüsantere Figuren. Und doch hat mich Kerrigan Byrne vom ersten Moment an mit ihrer Geschichte gepackt, in sie hineingesogen und mit ihr verwoben. Ich mag vielleicht nicht der Typ sein, der dauerhaft so düsteres „Zeug“ lesen mag, doch ich muss der Autorin zugestehen, dass sie so gut erzählt, dass ich nicht davon ablassen konnte. Ganz im Gegenteil. Ich habe das, was ich gelesen habe sogar sehr genossen und werde die Serie definitiv weiterverfolgen.

Kurzgefasst: für mich eine Geschichte, die vor allem von ihren Figuren getragen wird. Düster und herzzerreißend.

PS: An dieser Stelle möchte ich nicht vergessen, der Happy End Buecher Besucherin zu danken, die sich die Mühe gemacht hat mich auf die Autorin und ihre Romane aufmerksam zu machen!