Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Um ihre Arbeit als Reporterin behalten zu können, die sie ihre Schwester und ihre ehemalige Nanny vor einem Leben auf der Straße schützt, soll Verity Lovelace das Geheimnis um den „Lost Lord“ aufdecken. Eine gefährliche Herausforderung, die sie tief in den Untergrund der Elendsviertel von London führt. Dort nämlich hat der verloren geglaubte Erbe der Northrops, der Earl of Maxwell sein Reich errichtet.

Auf ihrer Suche nach dem Vermissten stolpert Verity in den Abwasserkanälen über Malcom North. Der ist wenig davon begeistert mit einer Frau und Reporterin konfrontiert zu sein, für seinen Geschmack dringt ihr Auftauchen ein wenig zu weit in seine Intimsphäre. Zumal er gerade genug Probleme hat, etwa mit dem Ermittler Connor Steel, der ihm gerade erst eröffnet hat, dass er der guten Gesellschaft angehört.

Nach dem Verity klar wird auf wen sie da gestoßen ist und mit ihrem Anliegen eine Story über Malcoms Geschichte zu schreiben auf die Straße gesetzt wurde. Sieht sie keinen anderen Ausweg aus der finanziellen Misere als eines von Malcoms jüngst erworbenen und von ihm verschmähten Stadthäuser zu besetzen. Dumm nur, dass sie dabei gesehen wurde und nun das Gerücht umgeht, der Earl of Maxwell hätte geheiratet. Dieser ist ob der Information erwartungsgemäß - not amused.

Christi Caldwell hat sich in den letzten Jahren als eine der Autorin für mich etabliert, die mir gute Unterhaltung garantiert. So wende ich mich meist dann ihren Büchern zu, wenn ich eine Aufheiterung nach einer oder mehreren Leseenttäuschung/en brauche. Aus genau so einer Situation heraus habe ich auch die „Lost Lords“-Serie der Autorin zurückgegriffen. Dabei war mir die Verbindung zu meiner Lieblingsserie der Autorin der „Wicked Wallflowers / Devil's Den“ zunächst nicht bewusst, auch wenn mir da bereits der Name Connor Steel (Eine tollkühne Miss) in den Ohren geklingelt hat.

Die Autorin bezieht sich mit der „Lost Lord“-Serie erneut auf das Treiben von Mac Diggory, dessen Spezialität darin bestand Kinder aus der guten Gesellschaft zu Kidnappen und weiter zu verkaufen. Malcom North ist es jedoch gelungen sich seinem Einfluss zu entziehen und in den Abwasserkanälen mit einem anderen Lehrmeister an seiner Seite ein halb-legales Leben aufzubauen. Pipi Langstrumpf hätte ihn wohl als „Sachensucher“ bezeichnet.

Mir hat „In Bed with the Earl“ sehr gut gefallen. Trotz schweren Themas und der Traumabewältigung die sich durch das Buch zieht, hat mich die Interaktion von Verity und North aufs beste Unterhalten. Mit ihr als Klatschreporterin, die um ihr finanzielles Überleben kämpft und ihn als Geheimniskrämer, der lieber privat bleibt, hat die Autorin ein wundervolles Paar geschaffen, deren Motive zwar zunächst verdreht sind, die jedoch ihre Probleme der Reihen nach angehen. Keine Missverständnisse, kein langes hin und her am Ende. Genauso mag ich es.

Zudem fand ich, dass die Autorin Malcoms Persönlichkeit wundervoll herausarbeitet. Unter seiner herausragenden Präsenz leider zwar die Figur der Heldin etwas, doch am Ende wird klar, dass hinter einem erfolgreichen Mann immer eine starke Frau steht.

Kurzgefasst: mein Lieblingsteil der Serie. Wundervolle Figuren, treffen auf eine fantastische Geschichte. Das diese innerhalb meines Lieblings-Universum der Autorin erzählt wird, ist ein zusätzlicher Pluspunkt.