Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Nach den traumatischen Erlebnissen des Peterloo-Massaker auf dem St. Peter's Field bei Manchester, ist für Lila March nichts mehr wie es wahr. Zwar sind die körperlichen Wunden mit den Jahren verheilt, die seelischen jedoch, konnte sie, bisher nicht verarbeiten. Sie sieht die Lösung ihrer Probleme darin, ihrer Hilflosigkeit sich und die die sie liebt vor körperlichen Angriffen zu schützen. Um diese Fähigkeiten zu erlernen, sucht sie die Fight-Club „Savage’s“ auf, mit der Intension den Streetfighter Hugh Savage als Lehrer zu engagieren.

Doch Hugh ist alles andere als bereit jemanden in diesen für ihn nur mit Blut und Tod verbundenen Kampf zu unterrichten. Zwar steigt er nach wie vor noch in den von ihm verhassten Ring, jedoch nur die Schuld, die er einst auf sich geladen hat, bei seinen Partnern abzuarbeiten.

Als der Ermittler Connor Steel bei ihm auftaucht und verkündet, dass er der verlorene Erbe Cannon Hewitt McCade, Duke of Wingate ist, sehen seine auf Rache eingeschworenen Partner sofort seinen Nutzen. Mit Hugh als Duke öffnen sich ihnen nicht nur neue Geldressourcen, so glauben sich, sondern auch der Zugang zu ihrem einstigen Peiniger aus dem Adel.

Doch zum ersten Mal in seinem Leben ist Hugh nicht bereit wegzulaufen, wie er es in der Vergangenheit bisher gemacht hat, dazu bedeutet im Lila bereits zu viel. Doch der verhasste Feind der ehemaligen Kinder-Kämpfer ist mit Lilas Familie verbunden.

Das Problem diesen 2. Teil der „Lost Lords“-Serie ist, meiner Meinung nach, dass er zu konstruiert wirkt. Ich verstehe durchaus worauf die Autorin hinaus ist, trotzdem finde ich, dass sie zu viel in die Geschichte reinpackt. Bereits Lilas Trauma würden Stoff für eine komplette Geschichte bieten, Hugh für eine andere. Hinzu kommt noch der Aspekt der Lilas Familie mit Hughs Feinden verbindet und obendrauf noch Hughs Peterloo Verbindung.

Auch wenn mir das alles ein wenig too much war, so haben mich doch die großartig beschrieben Details und Szenen begeistert. Ich möchte nicht darüber urteilen müssen, was das über mich aussagt, doch ich habe ein Faible für Fighter-Romane entwickelt, besonders solche im historischen Kontext. Christi Caldwells „In the Dark with the Duke“ hat mir also genau das Setting geboten, was aktuell besondere Faszination auf mich ausübt.

Dabei ist mir jedoch durchaus peinlich, dass es einen zweiten Teil gebraucht hat, damit ich endlich Connor Steel (Eine tollkühne Miss) einordnen konnte und mir damit auch endlich die Verbindung zum „Devil's Den“ und „Hell & Sin“ klar geworden hat. Die Connection hat mir jedoch beim Lesen großen Spaß gemacht.

Kurzgefasst: obwohl die Geschichte auf mich ein wenig überladen gewirkt hat und zu viele Probleme auf zu engem Raum behandelt wurde, so war ich doch im Detail sehr begeistert. Dunkler als der erste Teil der Serie, aber eben auch intensiver.