Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

War es „Kyrie“ oder „Kyria“, mit dem der schwer verletzte Mann, auf der Schwelle von Broughton House Rafe McIntyre ein Päckchen in die Hand drückt? Egal was es war, der seinen Verletzungen erlegene Mann kann es nicht mehr beantworten.

Doch es liegt nahe, dass sich Kyria, die den Moreland‘schen Haushalt zusammenhält, sich auch um dieses Problem kümmert. Und Rafe ihr dabei zur Seite steht.

Der wollte eigentlich nach der Hochzeit seines Freundes, Stephen, mit der Tochter des Hauses, Olivia, seine Tour durch Europa weiterführen. Und obwohl er lediglich auf einen Flirt mit der schönen Lady aus war, so scheint es ihm aus unerfindlichen Gründen wichtiger zu sein, Kyria bei ihrer Aufgabe, den Fall um die Ermordung des Fremden und des Kästchens, zu helfen und zu beschützen.

Doch Kyria, wie alle Morelands, hat ihren eigenen und sehr unabhängigen Kopf. Und stellt Rafe vor so manche Herausforderung – die er nur zu bereitwillig, auf sich nimmt.

Es ist mittlerweile selten geworden, dass ich im englischen Original lese. Doch zum Glück habe ich mich an „Beyond Compare“ herangewagt, denn er hat mir ausgesprochen gut gefallen. Deswegen finde ich es sehr schade, dass er nicht als deutsche Übersetzung erschienen ist; neben dem 1. Teil der Serie wurden bisher nur Teil 3 und Teil 4 in deutscher Sprache veröffentlicht.

Trotz meines es etwas angerostetem Lese-Englisch bin ich gut mit dem Roman zurechtgekommen. Zum Teil vielleicht auch, weil mir die Mitglieder der Familie Moreland bereits aus dem 1. Teil bekannt waren. Ich wusste also in etwa, was auf mich zukommt.

Insgesamt fand ich die Liebesgeschichte von Kyria und Rafe sehr viele stimmiger und besser in die Hintergrundgeschichte eingebettet, als ich es bei „Der Schatz von Blackhope Hall“ empfand. Dort wirkte die Liebesgeschichte vergleichbar losgelöst und teilweise sogar ein wenig deplatziert.

In „Beyond Compare“ hingegen passt es einfach perfekt in die Geschichte, wann immer Rafe und Kyria zusammentreffen. Wobei mir der Stil der Autorin, die Geschichte nur mit wenigen und kurzen intimen Szenen zu vervollständigen entgegenkommt. Vermutlich habe ich mich ein wenig satt gelesen, an ausführlichen und sich oft wiederholenden intimen Szene in historischen Liebesromanen? Aber schließlich kann ich mich auch nicht über zu wenig erotisches Prickeln in dem Roman beschweren. Passt also.

Wenn auch etwas weniger, als der 1. Teil, so schlägt doch auch „Beyond Compare“ ein paar mystische Haken, die sich zwar gut in die Geschichte einpassen, aber für meinen Geschmack nicht hätten sein müssen. Allerdings ist das Jammern auf sehr hohem Niveau und ich will mich mit meiner Klage nicht so weit hinauslehnen. Dazu hat mir die Geschichte viel zu großes Lese-Vergnügen bereitet.

Kurz gefasst: die „Mad Morelands“ machen ihrem Namen alle Ehre! Eine flotte und ereignisreiche Geschichte, die ein Paar Liebe finden lässt, das glaubt, dazu nicht fähig zu sein.