Rezensionen

Ankes Bewertung 02 05 Sterne.png

Nachdem die junge verliebte Lady Perdita Anya Crawford ihren Bruder, den Duke of Hartford, dazu gedrängt hat, einer frühen Verlobung zuzustimmen, hat sich herausgestellt, dass ihr Zukünftiger andere Pläne hat. Da wo Perdita erst einmal die Welt erkunden will, dort will er gleich das Kinderzimmer füllen. Kreuz unglücklich über diese Entwicklung verschwindet Perdita kurzerhand mit ihrer Gesellschafterin und ihrer Zofe aufs Land, um Zeit zu gewinnen, ihre Situation überdenken so können und vielleicht das ein oder andere Abenteuer zu erleben.

Dieses lässt, in Gestalt einer Bande von Straßenräuber, nicht lange auf sich warten. Doch genau auf so eine Gelegenheit hat Perdita nur gewartet. Hier kann sie nun endlich ihre im Damenclub der 48 Berkeley Square erworbenen Fähigkeiten ausprobieren.

Damit nimmt Perdita dem perplexen Thaddeus McPherson, Earl of Sherburn, der mit seinem Diener auf dem Weg nach London gerade vorbeikommt, die Arbeit weg. Thaddeus ist einer Heirat keineswegs abgeneigt, als Oberhaupt der Familie und Erbe der Earltums seines Onkels hat der das eh vor, doch eine andere als Perdita kommt dafür nicht mehr infrage, nachdem er ihren entspannten Umgang mit der gefährlichen Situation mitbekommen hat. Trotz seiner Bewunderung für Perditas Fähigkeiten kann er die Damen nicht weiter allein umherziehen lassen und er hängt sich an ihre Fersen.

Perdita ist nicht gerade begeistert, doch dann ist der nicht-willkommene Begleiter doch noch von Nutzen, um ein Zimmer in der Herberge zu bekommen. Doch als Perdita vor dem Wirt als Zeugen deklariert, dass Thaddeus ihr Ehemann ist, ist für den Schotten das eine nach alter Tradition bindende Abmachung. Doch so einfach ist Perdita dann auch wieder nicht „einzufangen“.

Hach ja, was soll ich sagen, ich lag die Woche im Krankenhaus wegen einer geplanten OP und dachte, dass mich mit ihrer Langeweile diese Geschichte womöglich gut einschläfern wurde. Und was soll ich sagen, es hat ausgezeichnet funktioniert.

Ich bin jedoch immer noch unentschlossen, woran es gelegen haben man, an der Geschichte selber oder ob ich, wie die anderen Rezensenten auch, Perdita die Schuld in die Schuhe schieben darf?

Fakt war auf jeden Fall, dass ich Perdita als höchst anstrengend empfand. Das war jedoch nicht von Anfang an so. Zunächst konnte ich ihre Beweggründe noch nachvollziehen, doch je zickiger und bockiger sie sich verhalten hat, um so eingeschränkter wurde auch mein Verständnis. Und Thaddeus? Uh. Einfach nicht von dieser Welt der Typ. Aber wenn man sich mit so einer wie Perdita abgeben will, dann braucht man ein dickes, plüschiges Teddy-Bärfell. Leider steht, dass einem Helden so wie ich ihn mag von Natur aus diametral im Wege (zu selten schafft es eine Autorin mich, mit einem solchen Typus zu überzeugen) und lässt ihn, trotz gegenteiliger Beteuerungen der Autorin, irgendwie „verweichlicht“ erscheinen. Bis er endlich sein Rückgrat wieder gefunden hatte, hatte er mich als Leser bereits „verloren“.

Der einzige Charakter, der eine gute Figur gemacht hat, war die verwitwete Mutter Perditas, die ihrer Tochter zunächst die Leviten gelesen, ihr dann mehr Freiheiten eingeräumt hat. Wie so oft, hätte man gleich miteinander gesprochen, hätte man sich diese Geschichte sparen können. Obendrauf kam, dass ich von dem Humor, der mir im 1. Teil der Serie so gut gefallen hat, in diesem 2. Teil nur ansatzweise etwas finden konnte.

Kurz gefasst: es war nicht das Vergnügen, das ich mir nach dem Lesen des 1. Teiles der Serie erhofft hatte. Leider haben die kritischen Stimmen zum Buch recht behalten, Perdita ist einfach anstrengend.