Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Als Cecily Hurstons Vater, der nunmehr sprachunfähig und körperlich schwer krank von einer Ägypten-Expedition nach Hause gekommen ist, unter den Verdacht gerät etwas mit dem Verschwinden seines Sekretärs, William Dalton, zu tun zu haben, scheint der einzige Weg um das Gegenteil zu beweisen, darin zu liegen die verschwundenen Reisetagebücher ihres Vaters zu finden.

Cecily vermutet eben diese Tagebücher im ägyptischen Club ihres Vaters, eines Clubs dessen Zutritt nur den Ehefrauen eines Clubmitgliedes gewährt wird, nicht aber den Töchtern. Schlimme Zeiten fordern drastische Maßnahmen - und heiraten muss sie sowie so irgendwann - die Lösung scheint einfach für Cecily: Heirate ein Clubmitglied, verschaffe dir so Zutritt zum Club und hole die Reisetagebücher.

Einen Verbündeten finde sie in Lucas Dalton, Duke of Winterson, den Bruder von William. Der hat ihr zwar versprochen im Gegenzug zu Cecilys Hilfe bei Ermittlungen im Fall seines Bruders zu helfen die ehrenhaften Clubmitglieder, die sich als Heiratskandidaten eignen, auszuwählen - doch schnell wird ihm klar, dass wenn überhaupt, Cecily nur einen heiraten darf und zwar ihn....

Alleine schon die Überschrift der Trilogie "The Ugly Ducklings", dessen 1. Teil "How to Dance with a Duke" ist, hat mich dazu veranlasst das Buch auf meine Wunschliste zu setzen. "Hässliches Entlein" und/oder "Mauerblümchen" sind von jeher Reizworte, auf die ich mit Begeisterung reagiere.

In "How to Dance with a Duke" biete die Autorin Manda Collins jedoch ganz besondere "hässliche Entlein", nämlich solche, die sich den Namen mit einem Augenzwinkern verpasst haben. Und das keineswegs weil sie sich für ebendiese halten, sondern um sich von ihren Müttern, den "Fabulous Featherstones", die zu ihrer Zeit die Sensation der Saison waren, abzuheben. Die "Ugly Ducklings" ertragen die noble Gesellschaft weil sie eben müssen, finden jedoch wenig Gefallen an sinnlosem Smalltalk und Geplänkel des tons. Die drei Blaustrümpfe sind an ganz anderen, gelehrten Themen interessiert.

Beim Lesen habe ich mich schnell in der Welt der "Ugly Ducklings" wohlgefühlt und mich sehr gut amüsiert. Allerdings hatte ich ein paar Probleme mit der Wortwahl der Autorin, die z.T. so ungewöhnlich war, dass sogar mein eReader-Wörterbuch schlapp gemacht hat. Ich kann und will dies jedoch der Autorin nicht zu Last legen, schließlich ist es mein Fehler, wenn ich die Vokabeln nicht beherrsche.
Mein Lesefluss kam so natürlich immer wieder ins Stocken, was womöglich auch der Grund dafür war, dass ich das Gefühl hatte, dem Buch fehle es ein wenig an Lebendigkeit. Aber auch diesen Punkt möchte ich nicht in die Bewertung einfließen lassen, da es mit höchster Wahrscheinlichkeit auf meine Englischkenntnisse zurückzuführen ist.

Einmal abgesehen von diesen persönlichen Problemchen, hatte ich besondere Freude an den Haupt-, sowie Nebencharakteren, die einfach wunderbar entspannt, klug und rundweg sympathisch waren, dabei jedoch durchaus Ecken und Kanten ihr eigen nennen dürfen.
Manda Collins Protagonisten wägen die Situation stets ab und Handeln in vernünftigen Rahmen. Ihre Gedankengänge waren für mich zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar und verständlich und dabei meines Erachtens auch durchaus zeitgemäß.

Ebenfalls sehr gut hat mir gefallen wie harmonisch die Liebesgeschichte sich an den Krimiplot schmiegt, und andersherum. Zwar glänzt weder das ein noch das andere durch besondere Originalität, auch wenn der Krimi recht spannend erzählt wurde, doch spielen sie perfekt zusammen und ergeben so ein stimmiges Bild.

Einmal abgesehen von denen, auf persönliche Defizite zurückzuführenden, Vokabel-Problemen, habe ich mich beim Lesen sehr amüsiert und kurzweilig unterhalten gefühlt. Charmante Charaktere, ein interessanter und spannender Krimiplot und gewitzt amüsante Rededuelle machen "How to Dance with a Duke" zu einem unterhaltsamen Leseerlebnis.

Kurz gefasst: Ein sympathische Held, der die Vorzüge eines "Ugly Ducklings" und Blaustrumpfes zu schätzen weiß. Unterhaltsam.