Rezensionen

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Lieblingszitat: “I‘m wearing heels bigger than your dick, so if this is a pissing contest, I think it‘s safe to say I win.”

Nach dem, der Mafiosi Dante Salvatore u.a. wegen Mord verhaftet und unter Hausarrest gestellt wurde und ihre Kanzlei die Verteidigung übernimmt, engagiert sich auch die Rechtsanwältin, Elena Lombardi, die als Assistenz in der Kanzlei angestellt ist. Dies tut sie lediglich auf Bitten ihrer Schwester Cosima, denn Elena will nichts mehr mit der Mafia zu tun haben.

Doch dann wird so als Vermittlerin zwischen Dante und der Kanzlei ernannt und muss über die Zeit des Hausarrestes bis zur Urteilsverkündung, bei ihm einziehen.

Soweit zumindest der Inhalt bis zur 50% Marke, an der ich das ebook abgebrochen habe. Dafür habe ich übrigens fast eine Woche gebraucht, man kann also nicht behaupten ich hätte schnell aufgegeben. Ich wollte die Geschichte wirklich mögen.

„When Heroes Fall“ ist der 1. Teil des „Anti-Heroes in Love“-Duett von Giana Darling und steht als „Enemies to lovers“-„Mafia-Romance“ bei den Lesern zurzeit hoch im Kurs. Für mich war es ein weiterer gescheiteter Versuch mich dem Genre anzunähern. Denn das Thema zieht mich an, trotz der „kinky“ Sexszenen, die dieser Tage zum SUB-Genre dazu zugehören scheinen und die eher selten mein Ding sind. Umso mehr so hoffe ich darauf, dass über die sexuelle Anziehung und den intimen Szenen hinaus, ein spannender Suspense-Plot erzählt wird, mit Charakteren mich interessieren und die eine, für mich nachvollziehbare Beziehung zueinander entwickeln.

„When Heroes Fall“ hat (bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich das Buch abgebrochen habe) meinen Wunsch nach Mafia/Gericht-Suspense durchaus gedeckt und mir vielversprechende Charaktere angeboten: Rechtsanwältin (mit schwierigem Hintergrund) trifft auf Mafia Boss (mit nicht minder schwierigem Hintergrund und noch schwierigerer Gegenwart).

Leider vermittelt die Autorin ihre sorgfältige Recherche in so umständlichen und ausschweifenden Sätzen, sodass sich das Buch mehr, wie eine Dissertation liest, als ein Roman. Ich fand das unheimlich schade, denn mich hätten die Details wirklich interessiert! Doch weil das alles so langweilig und so zäh zu lesen war, habe ich es nicht geschafft dabei aufmerksam zu bleiben und den Inhalt auch tatsächlich aufzunehmen.

Ein weiteres Problem, sind die seitenlangen inneren Monologe, die Dante und Elena in wechselnder Erzählersicht zum Besten geben. Vor allem Elenas ständige Wiederholungen, ihres destruktiven Denkens über sich selber und ihrer toxischen Beziehungen zu ihrer Familie, waren einfach erschöpfend zu lesen.

Was vermutlich auch der Grund war, warum ich mit Elena so überhaupt nicht warm geworden bin. Ich habe sie einfach nicht verstanden. Sicher, einerseits ist sie eine ziemlich coole Kickass Heldin, andererseits aber ist sie schnell dabei sie zu bedauern und sich selber kleinzuhalten. Aber nicht nur das, sie lässt sich auch von allen anderen um sie rum kleinhalten. Was mich zu Dante bringt. Anstelle das Beste aus ihr herauszuholen, bestimmt er arrogant und selbstherrlich über sie und geht dabei überhaupt nicht auf sie ein, zumindest für mich war davon nichts ersichtlich. Womit für mich auch die ganze Interaktion zwischen den beiden von „enemies“ über Anziehung zu „lovers“ einfach nicht funktioniert hat. Zumindest hat mich bis zum Abbruch der Geschichte nichts davon überzeugt, dass dem irgendwann so sein könnte, bzw. sollte es so kommen, es vermutlich für mich nicht nachvollziehbar sein würde.

Hinzukommt, dass ich stets den Eindruck hatte, einen Teil der Geschichte nicht mitbekommen zu haben. Kein Wunder, wie sich später herausgestellt hat. Die vielen Bezüge zur „The Evolution of Sin“-Trilogie, die von Elenas Schwester Giselle und Daniel Sinclair erzählt, Elena’s Ex-Freund, der sie zusammen mit ihrer Schwester betrogen hat und damit zum Teil Grund für ihre psychischen Probleme war, sowie zum „Enslaved“-Duett, welches von Cosima, einer weiteren Schwester Elenas und Dantes Bruder Alexander Davenport, Lord Thornton (Earl oder Duke, ich weiß es nicht mehr) erzählt, könnte ich auch nicht verstehen, weil ich die Bücher schlicht und einfach nicht gelesen habe. Für Interessierte habe ich in dem folgenden Spoiler versucht, all das Ungesagte zusammenzufassen:

Spoiler

Was ich so zwischen den Zeilen gelesen habe und hier hoffentlich korrekt wiedergebe ist, dass „Dante Salvatore“ eigentlich Lord Edward Dante Davenport heißt und unter der Knute eines brutalen Vaters in England aufgewachsen ist. Als sich seine Mutter bei einem Besuch in ihrer Heimat umbringt, wird Dante von dem befreundeten Camorra-Boss „Tore“ Salvatore „adoptiert“ und als dessen Erbe aufgestellt. Die beiden gehen später in die USA um ihr Geschäft dort erfolgreich auszubauen.

In jüngeren Jahren hatte Tore in Neapel eine Affäre mit Elenas Mutter und ist der Vater der Zwillinge Cosima und Sebastian, Elenas jüngerer Geschwister; was wohl im „Enslaved“-Duett geklärt wird und den Umstand für den Leser erklärt, warum Dante Cosima derart vergöttert. Für den Leser - weil Elena von dem allen nichts weiß.

Elena heißt übrigens Elena Moore, wegen ihres irischen Vaters (der ebenfalls in Mafia-Geschäfte verwickelt ist), den sie (zurecht) abgrundtief hasst und warum sie auch den Namen ihrer Mutter angenommen hat, obwohl sie auch keine gute Beziehung zu ihrem italienischen Erbe hat. Die Familie, also Elenas Mutter und ihre Geschwister, sind mithilfe Tores in der USA gelandet, wo Elena ein juristisches Studium abgeschlossen hat.