Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 Sterne.png

Nachdem die McBains ihren Clanführer durch einen feigen Mord verlieren, muss schnellstens ein Nachfolger her. Wer könnte da besser geeignet sein, als Avery McBain, älteste Tochter des Ermordeten, die schon seit frühster Kindheit, einzig zu dem Zweck einmal selbst Chief zu werden, in Schwertkunst unterrichtet wurde und seitdem immer tapfer ihren „Mann“ steht?

Doch ein Verwandter Averys hat da noch ein Wörtchen mitzureden. Er selbst möchte diesen ehrenvollen Posten übernehmen und erdenkt sich einen hinterhältigen Plan um sie loszuwerden.
Nach einem Angriff eines feindlichen Clans, der scheinbar von den McCallens ausgeht, wird Avery gefangengenommen und Ewan McCallen, dem Clanoberhaupt ausgeliefert. Als Avery dann vor ihm steht, traut sie ihren Augen nicht. Vor Jahren begegnete sie ihm an einem See und es schien damals, als ob dieser Mann eine Gefahr für ihr Herz darstellen könnte.

Nun, Jahre später hat er sich den Ruf erworben, seinen Feinden besonders kalt und rücksichtslos gegenüber zu sein doch er behandelt Avery überaus freundlich und unterrichtet sie dazu noch im Schwertkampf, damit sie lernt, ihre Schwächen zu überwinden.

Was sind seine Motive für sein freundliches und zuvorkommendes Verhalten ihr gegenüber? Avery, die im Gegensatz zu ihren Schwestern eher mit mittelmäßigem Aussehen gesegnet ist, kann sich keinen Reim darauf machen, bis sie sich eines Tages näher kommen. Doch während sich beide miteinander vertraut machen, intrigiert Averys Verwandter weiterhin hartnäckig im Hintergrund, denn er will nun nicht nur Averys Posten, sondern auch noch den Clan der McCallens unschädlich machen. Werden Avery und Ewan ihn aufhalten können?

Kerstin Dirks hat mit ihrem Roman durchaus eine interessante Romanidee mit einer romantischen Liebesgeschichte verwoben, die sehr kurzweilig und auch unterhaltsam geworden ist.
Dazu gefiel es mir sehr, mit einer Romanheldin konfrontiert zu werden, die nicht überaus schön geraten ist, stattdessen jedoch eine sehr starke Persönlichkeit hat und tapfer versucht ihre Familie vor Gefahren zu beschützen.
Auch Ewan, der Held des Romans, ist als „tortured hero“ ein Romanheld nach meinem Geschmack. Warum also nur eine 3.0 Bewertung?

Abstriche bei der Bewertung habe ich aus dem Grunde gemacht, weil ich innerhalb des Romans immer wieder auf Wörter und Textpassagen stieß, die einfach nicht in einen historischen Liebesroman passten. Zudem fand ich, dass der Schreibstil der Autorin streckenweise sehr simpel gehalten ist, manche Wörter sind einfach unpassend und zu modern gewählt und diverse Sätze klingen hölzern und abgehackt. Seltsamerweise ist das nicht durchgehend der Fall. Doch immer dann, wenn ich wieder in die Story hineingefunden hatte, gelangte ich wieder an eine solche Textstelle und das unterbrach einfach abrupt meinen Lesefluss.

Gerade bei diesem Buch fand ich es sehr schade, weil ich die beiden Romanfiguren sehr schnell ins Herz geschlossen habe und die Rahmenhandlung sehr außergewöhnlich fand. Hätte mir der Schreibstil mehr zugesagt, wäre meine Bewertung durchaus höher ausgefallen.