Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

"Herz verloren" ist eine ganz typische Simone Elkeles Geschichte, die eine hohe Erzählqualität bietet und garantierte Unterhaltung. Darüber hinaus gibt es jedoch nicht viel Neues.

So schlagen zwei Herzen bzw. Meinungen in meiner Brust, während ich diese Rezension schreibe. Zum einen finde ich wirklich toll was die Autorin Simone Elkeles macht, vor allem die Art und Weise, wie sie ihre Geschichten erzählt, liebe ich unheimlich. Doch da ist diesmal auch die Enttäuschung darüber, dass die Autorin so wenig wirklich Neues zu bieten hat.

Für Monica hat sich die Autorin sogar noch einen recht interessanten Hintergrund einfallen lassen, aber besonders Vic gleicht doch, nach meinem Empfinden, zu sehr ihren anderen männlichen (Latino) Figuren. Ja, ich habe das Gefühl, dass die Autorin sich hier ein wenig zu sehr auf Klischees ausruht, wo ich doch denke, dass gerade Vic das Potential gehabt hätte, einmal richtig aus der Art zu schlagen.

Zugegeben, die Autorin hat es sich mit ihrer Geschichte nicht einfach gemacht, insofern sie politisch korrekt erzählen wollte, wovon bei ihr als nunmehr sehr erfolgreiche Autorin auszugehen ist, musste eine drastische Lösung her. Und ich fand die Wahl ihrer Waffen auch richtig gut, denn sie packt dabei, wie ich finde ein wichtiges Thema auf den Tisch.

Das Problem war nur, dass sie mit der Art und Weise wie sie ihren Plot aufgestellt hat, die Zeit, die die beiden Hauptprotagonisten miteinander verbringen können, recht beschränkt ist. Und so blieb es lange Zeit bei Schwärmereien von weitem, was zum einen nicht nach meinem Lesegeschmack war und zum anderen auch die Nachvollziehbarkeit, dass es am Ende ein glückliches Paar gibt, etwas einschränkt. Damit zwei eine Beziehung eingehen können, die happyendtauglich sein soll, braucht es meiner Meinung nach schon ein wenig mehr verbindende Berührungspunkte.

Kurz gefasst: Letztendlich habe ich "Herz verloren" doch 4,5 Punkte verliehen, einfach weil es gut erzählt ist, sich sehr unterhaltsam liest und Simone Elkeles, eben doch weiß, wie sie aus Klischees das Beste herausholt und auch noch mit dem "gefühlt" 101 Latino-Jungen einen zufriedenen Leser schafft.