Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Als Miss Minerva Jones das zweite Mal überraschend von einem menschlichen Körper platt auf den Boden gedrückt wird und daraufhin erneut ihren Job verliert, ist sie mehr als aufgebracht gegen über dem Verursacher ihres Problems; zumal dieser auch bereits beim ersten Rauswurf einen nicht unerheblichen Anteil an ihrem Unglück hatte (mehr dazu: „Virtuous Scoundrel“ von Maggie Fenton).

Eigentlich wollte Marlowe, Evelyn Leighton, Viscount Marlowe, nur seine Töchter heimlich aus den Klauen der Erziehungsanstalt befreien, in die sein Vater, seine sehr wilden, aber sehr geliebten Zwillinge gesteckt hat. Dass er dabei auf einer der Erzieherinnen zu liegen kam und sie ein wenig betatscht hat, war schlicht der dramatischen Situation geschuldet.

Doch selbst ihm ist dabei ihr Schicksal ist egal; zumal seine Töchter vehement einfordern, dass er nun für sie arbeitslose alleinstehende Frau verantwortlich ist. Hinzukommt, dass Miss Jones äußerst reizvoll zu schimpfen weiß, wie sie da auf dem Feldweg steht und ihr Hab und Gut aufzusammeln gezwungen ist. Und vielleicht ist sie ja genau die Richtige dafür, mit seinen Zwillingen zurechtzukommen, die mit ihren Streichen die Bevölkerung oder diverse Gebäude immer wieder in Gefahr bringen. Und vielleicht, nur ganz vielleicht, ist sie ja auch jemand, die ihn zu bändigen weiß.

„The Alabaster Hip“ ist mit Abstand die „turbulenteste“ Geschichte, die sich Maggie Fenton für ihre „Regency Romp“-Serie, um die Freunde Montford, Manwaring und Marlowe ausgedacht hat.
Da die Geschichte, abseits des etwas wilden Verlaufs, jedoch immer noch ein Roman von der, meiner Meinung nach, genialen Erzählerin Maggie Fenton ist, konnte ich mich beim Lesen trotzdem köstlich über die Streiche von Marlowes Zwillingen und der sich in alles einmischenden Freunde, allen voran die Duchess of Montford (siehe dazu: „Ein Duke auf Reise“) und ihre Freundin Lady Manwaring (siehe dazu: „Virtuous Scoundrel“) amüsieren.

Die Geschichte an sich, also die Liebesgeschichte von Marlowe und Minvera, war dann doch etwas chaotisch. Nicht, dass sie nicht romantisch erzählt worden wäre und in der Gänze mit nachvollziehbaren Charakterentwicklungen unterlegt, doch darüber hinaus eben doch ein bisschen too much.

Ich vermute, dass das vor allem an den, im Verlauf der Serie, in der Anzahl gewachsenen Beteiligten liegt, die bis in die kleinste Nebenrolle so wundervolle Figuren sind, dass es einfach eine Verschwendung wäre, sie nie wieder in einer Geschichte zu erwähnen. Doch leider macht das eine Geschichte auch unübersichtlich „wild“ und lenkt ab vom eigentlichen Geschehen. So kam es, dass ich, obwohl ich mich beim Lesen grundsätzlich höchst unterhalten gefühlt habe, meinen Lese-Verlauf auch als zum Teil „stockend“ oder „überfordernd“ beschreiben muss.

Kurz gefasst: ein sehr turbulentes Serien-Finale, in dem endlich auch Marlowe, der verbliebene der drei Freunde, sein Match findet.