Rezensionen

Schattens Bewertung 05 Sterne.png

Da der Klappentext das Buch recht gut zusammen fasst, äußere ich mich nicht weiter zum Inhalt.

Dieser Roman ist die Fortsetzung von Geliebter Barbar und ebenso wie dieser kann das Buch einfach fesseln. Brodrick, der schon aus dem ersten Band der Reihe bekannt ist, ist ein typischer Garwood-Held. Außen ruppig, aber innen besitzt er ein Herz aus Gold. Dieses tritt besonders bei der schlagkräftigen Engländerin Gillian zutage und die Wortgefechte zwischen den beiden sind einfach zum Schießen. Wenn ich allein an die Heirat der beiden oder an die Verlobungsszene denke.

Doch auch bei diesem Roman bestechen auch die Nebencharaktere. So gibt es z.B. noch eine weitere mehr als süße Liebesgeschichte zwischen einem anderem altem Bekanntem aus Band 1 und einer neuen Figur.
Und auch die anderen Krieger von Brodrick sind einfach toll!! Schon allein wie sie mit Gillian umgehen. Toll!.

Mit diesem Buch hat sich Frau Garwood wieder einmal übertroffen und ich kann nur sagen, dass ich mir öfters so lustige, fesselnde und romantische Geschichten wie diese Wünsche.

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Gillian von Dunhanshire muss ihren Onkel retten, indem sie dem gierigen Baron Alford den verlorenen Schatz von König Johann bringt. Alford ist davon überzeugt, dass Gillians Vater den Schatz nicht nur gestohlen hat, sondern ihn vor seinem Tod seiner ältesten Tochter, Gillians Schwester Christen anvertraut hat. Christen, die seit vielen Jahren verschwunden ist scheint sich in den Highlands zu verstecken.

Auf ihrem Weg verhilft Gillian dem jungen Alec zur Flucht, der von Baron Alford entführt worden ist, um dem Laird Ramsey Sinclair zu schaden. Dabei erhofft sie sich von Alecs Vater, Laird Iain Maitland, Unterstützung bei ihrer Suche. Doch zunächst muss sie bis zum Maitland Gebiet kommen.

Derweil ist sich der junge Alec sicher, dass sein Patenonkel, Laird Brodick Buchanan, ihnen dabei helfen wird. Um die Aufmerksamkeit des Laird auf sich zu lenken, behauptet Gillian, sie sein seine Braut, die darauf warte von ihm abgeholt zu werden. Ein Verschlag, dem Brodick nicht abgeneigt ist.

Wie ich es auch formuliere, eine solch kurze Zusammenfassung kann dem umfangreichen, verwickelten und viele Umwege laufenden Inhalt von Julie Garwoods „Eine bezaubernde Braut“ nie ausreichend Platz bieten. Ein bisschen schade, weil genau das Fluch und Segen diesen herrlich typischen Old School Historicals ist.

Ich hatte diesen ausschweifenden und Umwege gehenden Erzählstil der Veröffentlichungen der 1990er bereits vollkommen vergessen, immerhin ist es nahezu 20 Jahre her, dass ich „Eine bezaubernde Braut“ das erste und einzige Mal bisher gelesen hatte. Doch genau das war es, was mich bei diesem Re-Reading besonders fasziniert hat. Die schiere Anzahl der Akteure, den allen Platz eingeräumt wurde, die für die Geschichte völlig unerheblichen Details und die schwindelig machenden Konversationen fand ich sowohl überwältigend als auch charmant. Und das hat mich durch die 1. Hälfte des Buches fliegen lassen. Dann jedoch hat sich die Geschichte mehr und mehr ihren eigentlichen Hauptprotagonisten zugewandt, Gillian und Brodick.

Und hier haben dann für mich die Schwierigkeiten begonnen. An einer Stelle sagt Gillians Onkel Morgan zu ihr: „Du schaffst es, dass ich dröhnende Kopfschmerzen bekomme, Mädchen.“ – hier bin ich ganz der Meinung von Morgan. Zwar habe auch ich über das Geplänkel von Gillian und Brodick schmunzeln müssen, doch größtenteils empfand ich es einfach nur, als anstrengend zu lesen. Besonders hat mich dabei gestört, dass Gillian zum Teil klug, empathisch und logisch war, dann aber wieder irrational, überdramatisch und himmelschreiend naiv. Sicher, jeder darf mal seine Laune haben, trotzdem habe ich mich nie mit dieser Darstellung von Heldinnen, wie sie in der Regel in Old School Historicals zu finden ist, anfreunden können. Mich nervt so etwas bis zum Grad der Missbilligung. So war ich auch nach dreiviertel des Buches bereit, es abzubrechen; was ich jedoch nicht getan habe.

Kurzgefasst: trotz meiner Kritik war es ein sehr unterhaltsamer Ausflug in meine Lese-Vergangenheit und ich hatte meinen Spaß dabei. Ich kann jedoch nicht behaupten, dass ich dieser Art altmodischen Liebesromane, den modernen bevorzuge.