Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Ihr englischer Vater an einer Lungenentzündung erlegen, auf der Flucht mit ihrer französischen Mutter aus Frankreich und von ihrem adeligen englischen Großvater nicht anerkannt - strandet Victoria Garber in England und hat wenig andere Chancen für ihr Leben als sich als Erzieherin oder Gouvernante zu verdingen.

Nach Problemen mit ihren Stellen trifft sie es gut und wird von den St.Clairs für die Töchter Gwen und Caroline engagiert. Sie widmet sich ihren Romanen, die sie unter Lady Splendid veröffentlicht und für die Töchter des Hauses übernimmt sie nicht nur die Rolle der Erzieherin, sondern auch die der Begleiterin auf die Bälle der Gesellschaft; auf denen sie jedoch auch immer wieder auf den anziehenden Erben Gabriel St.Clair, Baron Montlake trifft.

Gabriel ist sich lange der Erzieherin seiner Schwestern nicht bewusst, auch wenn ihm ihre ungewöhnliche und fremdländische Schönheit längst aufgefallen ist. Doch ihre Widerworte, die sie seinen Aussagen stets entgegenzuhalten weiß, reizen und verlocken ihn Zusehens. Und er kommt nicht umhin sie auch als Mensch – und als möglicher Feind - wahrzunehmen. Schließlich hat sie französische Wurzeln und lebt in den Haushalt eines Agenten der englischen Krone.

Und nachdem Gabriel in seinem eigenen Haus bestohlen wird und wichtige Dokumente verschwinden, ist er gewillt Victoria zu verdächtigen, so anziehend er sie auch findet. Vor allem nach dem auch sie sang und klanglos verschwindet – und ihn in seinem Verlangen nach ihr, alleine zurücklässt.

Ich hatte mir schon lange vorgenommen, die „Lady“-Serie der deutschen Autorin Megan Grace mit dem 2. Teil fortzusetzen, hatte mir der 1. Teil doch überraschend gut gefallen.

Auch die erste Hälfte von „Eine vortreffliche Lady“ fand ich sehr unterhaltsam. Es mag sein, dass ich immer ein wenig überkritisch bin, wenn ich einen Liebesroman einer deutschen Autorin vorliegen habe, doch auch hier habe ich wieder wahrgenommen, dass es sich um einen solchen Fall handelt und sich die Geschichte durch eine gewisse Steifheit auszeichnet.

Nicht missverstehen, dass soll keine Abwertung sein, sondern eine kleine (mich immer wieder irritierende) Auffälligkeit. Und bis zum letzten ¼ des Buches habe ich mich damit auch gut unterhalten gefühlt.

Auch wenn es in der Geschichte für meinen Geschmack ein wenig zu viel an hin und her gibt, zu viele verschiedene Verdachtsmomente, mit einer Vielzahl an Verdächtigen, zu verschiedenen Taten. So sind Gabriel und Victoria zwar grundsätzlich zwei sehr sympathische Figuren, doch konnte ich dann ihrer Entwicklung nicht mehr wirklich folgen und ihr noch weniger Glauben schenken.

Das wird vor allem zum Ende hin besonders deutlich, finde ich. Mit einem Mal kam es mir vor, als wären „alle Pferde“ auf einmal mit der Autorin durchgegangen und sie zieht das Tempo und das hin und her deutlich an und ich kam damit gar nicht mehr klar.

Kurz gefasst: Grundsätzlich durchaus unterhaltsam zu lesen, doch im Wesentlichen ein wenig too much.