Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Nicht nur für die Grundschullehrerin Piper Evans ist abgeschiedenen kanadischen Insel ein Zufluchtsort, nun hat sich auch der britische Kronprinz und seine Frau, ein ehemaliger Popstar, in die Insel verliebt und ausgerechnet im Herrenhaus nebenan Stellung bezogen. Damit ändert sich auch für Piper so einiges. Nun muss sie sich nicht nur mit Presse und Paparazzi herumärgern, sondern insbesondere auch mit dem PSB (Personenschutzbeamter) der Royals, der Piper als potenzielle Bedrohung für seine Schutzbefohlenen einschätzt. Warum auch nicht, Gebäck in den Haaren (Zimtschnecke) und eine vollgekotzte Handtasche (ein Schüler ihrer Schule) sind nun mal nicht gerade vertrauenerweckend, oder?

Für Harrison Cole ist sein Job alles und die lange Freundschaft zum Kronprinzen (sie waren gemeinsam beim Militär) ist ihm äußerst wichtig. Eine Beziehung kommt da für ihn im Moment nicht infrage, oder? Denn Piper ist äußerst anziehend und so sehr sein Gegenstück, dass Harrison gar nicht anders kann als auch sie beschützen zu wollen. Als die Presse Wind von seiner Affäre mit Piper bekommt und die Angelegenheit nicht nur seinen Job, sondern auch den von Piper gefährdet, muss er sich entscheiden, was ihm wichtiger ist.

Bereits von den Vorstellungen des Originaltitels war ich von diesem Titel angefixt und jetzt, mit der deutschen Übersetzung, konnte ich dann nicht mehr nein sagen.

Was mir an dieser Geschichte gut gefallen hat, war, dass sie wirklich sehr fluffig und sehr unterhaltsam zu lesen war. Obwohl mich die Geschichte an sich zu keinem Zeitpunkt wirklich mitgerissen hat, so war es doch ein amüsanter Zeitvertreib, Piper auf ihrem Chaos-Kurs zu begleiten.

Das Problem mit „Die Royals, ihr Bodyguard und ich“ ist, dass das Buch eine Screwball-Komödie mit Tiefgang sein will. Und so wie Karina Halle das alles aufbereitet, für mich nicht funktioniert hat.

Zunächst ist alles noch recht amüsant zu lesen, wenn Piper und Harrison erstmals aneinandergeraten und gegenseitig ihre Späße miteinander treiben. Doch dann bekommt die Geschichte eine andere Gewichtung. Psychische Erkrankungen und deren familiäre Auswirkungen, Rassismus und posttraumatische Belastungsstörung sind die gewichtigen Themen, denen mit einem Mal Platz in der Geschichte eingeräumt wird. Obendrauf Drama und Probleme, die eigentlich keine sind.

Und alle sind viel zu nett, bis auf die Bösen, die sind richtig böse. Die Royals sind nett und Harrison ist nett (und viel zu gut, um wahr zu sein). Selbst ihre Probleme sind irgendwie nett. Während Pipers Ex ein echter Idiot ist (und zurecht von Harrison auf die Mütze bekommt) und die missgünstigen Klatschbasen der Insel wirklich biestig.

Kurzgefasst: am Ende bleibt also nicht viel als eine paar amüsante Rededuelle zu Beginn und ein eingängiger, fluffiger und kurzweiliger Erzählstil.