Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Ein Werbeversprechen für Apfelkuchen hat Blair Peacock Beaufort dazu bewogen, von der Autobahn abzufahren und in Bellamy Creek einen Stopp einzulegen. Doch noch bevor sie sich mit der Süßigkeit trösten kann, kommt ihr übliches Pech mit Autos ins Spiel und ihr platzt ein Reifen.

Die Rettung erfolgt umgehend in der Person von Griffin Dempsey, seines Zeichens Besitzer der Bellamy Creek Garage und kundiger Automechaniker. Problematisch dabei ist nur der allgemeine Zustand ihrer neuesten Erwerbung und der Tatsache, dass Blair finanziell keinen Spielraum hat.

Es gefällt Griffin keineswegs, dass er vom dem Chaos in weißem Tüll, das jüngst über die Kleinstadt hereingebrochen ist, so angezogen ist, dass er Blair Unterkunft gewährt. Damit handelt er nicht nur gegen seine Regel Nr. 1, sondern läuft auch noch Gefahr, sein Herz an die hinreißende, ewig plappernde, engagierte und effiziente Blair zu verlieren. Ein Risiko, das Griff auf keinen Fall bereit ist einzugehen. Oder doch?

Es waren Lese-Tipps zu Kleinstadt-Serien, die mich auf Melanie Harlows „Bellamy Creek“-Serie haben aufmerksam werden lassen. Es ist schon lange her, dass ich zuletzt Kleinstadt-Liebesromane gelesen habe. Ich gestehe, dass ich dieses Sub-Genre ein wenig über hatte. Nach Jahren nun wieder einmal zu einem solchen Liebesroman zu greifen, hat jedoch Spaß gemacht.

Die 4 Teile der „Bellamy Creek“-Serie erzählen von den Freunden, Griffin, Cole, Enzo und Beckett, die schon lange Freunde sind, alle in Bellamy Creek leben und arbeiten. Ihr gemeinsames Highlight jeder Woche sind ihre Spiele in der „Alt-Herren“ Baseball-Liga.

Der 1. Teil „Drive me wild“ hat einen Bezug zur „Cloverleigh Farms“-Serie, denn wir treffen hier wieder auf Frannie Sawyer (ihre Geschichte wird im 1. Teil der Serie erzählt), darüber hinaus jedoch keinen weiteren Zusammenhang.

Mir hat es gut gefallen, wie Melanie Harlow mit dem „Kleinstadt"-Thema umgeht. Mir hat es sehr gefallen, dass die Autorin das Thema nicht zu ernst nimmt und es mit dem „Familien- und weißer Lattenzaun“-Idyll nicht auf die Spitze treibt. Trotzdem (oder gerade deswegen) habe ich mich als Leser dort sofort wohlgefühlt.

Nach einem starken und sehr amüsanten Anfang flacht die Geschichte etwas ab und dümpelt ein wenig ereignislos und mit viel Gerede vor sich hin. Am Ende nimmt sie jedoch wieder Fahrt auf und kommt zu einem befriedigenden Ende. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass Griffin so dermaßen stur ist und so lange braucht sich seine Gefühle einzugestehen; was vielleicht auch der Grund war, warum ich ihn ein wenig unsympathisch fand. Vielleicht hätte ihm und seiner Figur ein anderes Timing gutgetan? Dafür hat mit mir Blair als Hauptcharakter richtig gut gefallen. Ich empfand sie als stimmiger charakterisiert. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es der Autorin genauso ging und ihr Blair deutlich näher war als Griff.

Kurzgefasst: eine unterhaltsame Kleinstadt-Romanze, mit einem starken Anfang, einem schwachen Mittelteil und einem befriedigenden Ende.