Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Nun ist es amtlich, Winter liebt Ivy. Und Ivy? Natürlich liebt sie Winter auch. Und gerade deswegen muss sie sich erneut von ihrem Sofa erheben, denn ihretwegen und damit auch für sie, hat Winter auf seinen Job verzichtet. Eigentlich eine Lebenseinstellung, die untrennbar mit ihm verbunden ist, sodass es Ivy fast schon weh tut, ihn so ruhelos zu sehen.

Und da ist auch noch ein Massenmörder, der frei herumläuft, dabei ganze Hexenzirkel abschlachtet und ihre Asche dann einzeln in einen Bannwald trägt. Was wiederum einen ebenfalls bereits verstorbenen Ordensmitglieds auf den Plan ruft, der seinerseits versucht in die Angelegenheit um Ivy, sie kann nach ihrem Beinahe-Tod mit Geistern sprechen und sie diese die nächste Ebene schicken, unter den Geistern zu regeln; was Ivy ihm regelmäßig vermasselt; und selbstverständlich die Morde aufgeklärt haben will.

Vorgeblich um endlich ihre Ruhe zu haben, tatsächlich aber, weil Ivy die ganze Sache durchaus Spaß macht und dabei noch die Chance besteht, dass Winter seine Entscheidung bzgl. des Ordens, vielleicht doch noch rückgängig macht, machen sich die beiden auf Mördersuche.

Meine Rezension bezieht sich auf die Originalausgabe des Buches. Die Ergänzungen zum Hörbuch gelten der deutschen Ausgabe.

Dieser 3. Teil (und, womöglich der Abschluss der Trilogie, was wirklich ein Jammer wäre) hat mir, nach einem 2. schwächeren, wie ich fand, wieder richtig gut gefallen. Nicht nur, dass er wieder viel spannender und sehr fesselnd undurchsichtig aufgebaut ist als Teil 2, sondern auch weil der Krimiplot in sich viel stimmig ist und sich dabei auf nur einen Fall konzentriert und das Ganze zudem erfreulich konsequent und höchst dynamisch durchzieht.

Auch die verliebte Kabbelei, nun, da sich Winter und Ivy über ihre Gefühle einig sind, machen wieder richtig viel Spaß. Nach dem Gefühls-hin und her, des 2. Teiles, was die Autorin meiner Meinung nach nicht ganz so gut rüberbringen konnte, vielleicht auch, weil ich finde, dass ihre Hauptfiguren dazu einfach zu gut zueinander passen, um Zweifel zu hegen, ist auch dieser Teil der Geschichte erneut amüsant-spritzig und romantisch-frisch verliebt-verträumt zu lesen.

Dass die Geschichte auch ein paar traurige Wendungen nimmt, nehmen muss, gehört wohl einfach zum gute (Krimi-)Geschichten erzählen dazu. Und auch wenn ich persönlich nicht immer glücklich über solche Entwicklungen bin, so verstehe ich doch die Notwendigkeit dessen für das Weiterkommen der Geschichte und ihrer Figuren.

Ergänzung zum Hörbuch: Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich die Serie um Ivy und Rafe im englischen Original gelesen habe. Nun habe ich auch die Übersetzung im Hörbuchformat für mich entdeckt. Eine Überraschung ist das nicht, den Ivy Wilde ist einfach eine wundervolle Figur, Rafe, immer noch genau der grummelige Held, den ich so mag und die Autorin Helen Harper auch beim Wiederholen der Geschichte immer noch flott und unterhaltsam mit der Feder unterwegs. Hinzukommt, dass ich die Sprecherin Yesmin Meisheit als sehr angenehm zuhören empfinde. Auch wenn ihre Interpretation, der ein oder anderen Figur, manchmal grenzwertig-piepsig-alberne Höhen erklimmt, so hat sie den Unterhaltungswert der Serie für mich noch getoppt.

Kurz gefasst: Genau so etwas möchte ich lesen: fesselnde urbane Fantasy, mit einem Hauch „old fashion“, amüsanten Dialogen und interessanten Figuren. Mehr davon!