Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Um das Gleichgewicht der Gäste wiederherzustellen und als Tischnachbar für die Mätresse des wichtigsten Gastes, Marquess von Tweeddale, zu dienen, wird der Nachbar Andrew Bradley zu den Weihnachtsfeierlichkeiten Weihnachtsfest geladen.

Der hat eigentlich kein sonderliches Interesse daran sich in irgendwelche gesellschaftlichen Zwänge zu begeben, die ruhigen Feiertage hätte er lieber – nun eben ruhig verbracht. Doch sich guter Nachbarschaft bewusst sagt er zu dem Ereignis beizuwohnen.

Und trifft dort auf die äußerst anziehende Witwe Helen Hasselby, die zwar in Gesellschaft des Marquess von Tweeddale angereist ist, die jeder jedoch vollkommen sich selbst überlässt. Und damit auch schutzlos der anwesenden Gesellschaft vor die Füße wirft.

Doch auch wenn sich Helen in der Zeit ein dickes Fell zugelegt hat, so ist sie doch sehr angetan von Andrew, der zu ihrer Rettung eilt. Allerdings flirten will er mit ihr nicht, er will sie gleich heiraten. Etwas was Helen auf keinen Fall will. Ein Flirt, eine Affäre und Freundschaft, alles kommt für sie infrage – aber in einer weiteren Ehe gefangen sein, auf keinen Fall.

In „Ein fataler Flirt“ trifft nun der zweitälteste Bradley Bruder, der ruhige und bedächtige Andrew, ganz und gar verwurzelt in seiner Heimat und dem Gut der Familie auf die Jet Set Lady, Helen Hassleby, die sich nach dem Tod ihres ungeliebten Mannes durchs Leben treiben lässt und in Grunde gar nicht so genau weiß, was sie mit sich anfangen soll.

Mittlerweile habe ich einige der Bücher von Sophy Hester gelesen, darunter auch die beiden Vorgänger Teile ihrer „Cheshire“-Serie, und konnte auch in „Ein fataler Flirt“ sofort den typischen Stil der Autorin erkennen. Einerseits ist das natürlich fantastisch, weil ich diesen Stil so unterhaltsam finde, andererseits birgt er so für mich nicht mehr die Überraschung, wie zu Anfang - und büßt damit leider auch etwas von seiner Spritzigkeit ein, finde ich.

Doch das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Sophy Hester besitzt ein fantastisches Talent Situationen, Begebenheiten und Settings zu beschreiben. Ihre Figuren sind spannende Charaktere und stechen definitiv aus dem Einheitsbrei der Protagonisten heraus, wie man sie in vielen Liebesromanen präsentiert bekommt. Das gilt für alle Romane der Autorin und natürlich auch für „Ein fataler Flirt“.

Ansonsten hatte ich natürlich auch in diesem Buch wieder mein Vergnügen daran bekannte Figuren aus bereits vorangegangenen „Cheshire“-Bücher zu treffen und zu erfahren, wie die Autorin eben diese Protagonisten miteinander verstrickt. Und das macht sie sehr geschickt und höchst amüsant.

Wie bereits mehrfach erwähnt, habe ich es nicht so mit Liebesgeschichten, die zu Weihnachten spielen, da diese oft viel zu kitschig und zu dick aufgetragen auf mich wirken. Sophy Hester jedoch hat es geschafft, mir hier einen solchen Roman zu präsentieren, OHNE dass ich mir dessen negativ bewusstwurde. Ganz im Gegenteil das Feiertags-Setting passt sogar ganz hervorragend und fügt sich wunderbar dezent in die Grundstimmung der Geschichte ein.

Kurz gefasst: Eine heitere, romantische Liebesgeschichte, die nicht nur zu Weihnachten ein vergnügliches Leseerlebnis verspricht. Ich zumindest fühle mich sehr wohl in Cheshire bei den Bradleys.