Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

In der Notlage das Erbe des Großvaters zu brauchen und unter dem Druck, dass, wenn seine vier Enkel seinen Willen, bzw. die ihnen gestellte Aufgabe nicht erfüllen, das Geld an einen entfernten und ungeliebten Cousin geht, macht sich die jüngste Schwester Lady Angel Templeton auf um 2 Monate als Gesellschafterin zu arbeiten.

Zunächst ist eine solche Aufgabe für die lebenslustig und sich stets durch Spaß treibende Angel eine beängstigende Aufgabe. Doch die alte Dame, bei der sie ihre Aufgabe als Gesellschafterin antritt, ist herzallerliebst und ihr Wohlergehen liegt Angel sehr am Herzen.
Und damit auch der vermeidliche Schutz vor ihrem überfürsorglichen Neffen; oder gar Erbschleicher? Angel ist sie dessen nicht sicher. Zumal Mr. Reuben Hunter verwirrend anziehend auf sie wirkt – schließlich ist er „nicht der einzige Fisch in der See“, doch er scheint der zu sein, den ihr Herz begehrt!

Reuben hingegen ist sich sicher, dass die als „zu“ lebenslustig verschrienen junge Frau die geeignete Gesellschafterin für seine geliebte Tante ist. Nicht nur, dass seine Tante leicht dement geworden ist, auch von dem Spieler und Betrüger Mr. Cartwright droht ihr Übel. Um gleichzeitig an beiden Fronten kämpfen zu können zieht er kurzer Hand bei seiner Tante ein. Eine Idee, die sich bald ein bisschen wie eine Falle anfühlt, den so besteht kaum eine Chance, der anziehenden Angel aus dem Weg zu gehen.

Das Charmante an Samantha Holts „Inheritance Clause“-Serie, dass alle Teile parallel erzählt werden und es somit keine Reihenfolge zu befolgen gibt. Vom Moment der Testament-Verlesung des Großvaters spielt die ganze Serie innerhalb von zwei Monaten; der Zeitraum nämlich, in dem die vier Tempeltons, die ihnen gestellte Aufgabe erfüllen müssen.

Uns als Leser wird schnell klar, dass Angel nicht die oberflächliche Person ist, als die sie von der Gesellschaft wahrgenommen wird. Doch auch sie ist eben nicht ohne Fehler. Das macht die Figur greifbar und erfreulich ihre Entwicklung zu verflogen, die sehr sorgfältig von der Autorin beschrieben wird. Angel wirkt also genau wegen ihrer Fehler so sympathisch.

Auch Reuben ist als Charakter sehr fein beschrieben. Zwar hatte ich immerzu das Gefühl, dass er hinter seiner amüsanten Tante und der temperamentvollen Angel anstehen muss und sich deswegen nicht so sehr in Licht schieben kann, doch wirkt die Figur trotzdem sehr gefällig.

Die Idee für die Serie und für Angels Geschichte finde ich wirklich amüsant. Hinzu kommt der Erzählstil der Autorin, der mir, mit seiner amüsanten Leichtigkeit, ohne dabei auch tiefere Einblicke in die Protagonisten zu verwehren, sehr gut gefällt.

Kurz gefasst: eine „Inheritance Clause“, die eine kurzweilige, locker-leichte Liebesromanunterhaltung bietet!