Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Gerade noch ist sie mit ihrem Auto einem Reh auf dem Weg ausgewichen und dann liegt sie auf dem Rasen und ein junger Mann in historischer Kleidung eilt auf sie zu. Zwar scheint es seltsam, dass ihr Autor verschwunden ist, aber ein kostümierter, höchst attraktiver Mann, der sich mit Harry Averstane vorstellt, auf einer Hochzeitsmesse ist nicht so sehr verwunderlich, schließlich ist sie, Kayla Hunter passionierte Bäckerin, auch kostümiert, um ihre Hochzeitstorten stilgerecht zu präsentieren.

Und doch scheint es so als gehörte die kostümierte Truppe nicht zur Hochzeitsmesse, sondern vielmehr zu einer richtig guten Reenactment -Gruppe, die eine äußerst stilechte, wie Kayla zugeben muss, Veranstaltung zu bieten hat. Und weil Kayla auf keinen Fall die sein will, die die Party sprengt und ihr die Ruhe nach dem Unfall eh guttut, nimmt sie die Einladung der „Schwester“ des Hausherrn, Harry Averstane, an, sich auszuruhen. Sobald es ihr besser geht, wird man sie nach Hause bringen.

Doch als Harry und seine Schwester sie, zu ihrer Verwunderung nicht minder stilecht, mit der Kutsche in ihre Siedlung fahren will, werden ihre Zweifel bestätigt: die Stadt existiert, doch wo vor ein paar Tagen noch ihre Mietwohnung lag sind weit und breit nur Felder und die Kutsche und Harry und das Datum aus dem 18.Jahrhundert, welches er angeben hat, ist echt. Kayla weiß zwar nicht wie und warum, aber sie ihr in der Zeit zurückgereist und ihre neue Gegenwart, ihre neue Zukunft und ein viel zu sympathischer Harry bereiten ihre einiges an Kopfzerbrechen.

Ich hatte großes Vergnügen daran den 1. Teil von Catherine Hudsons „Destiny Through Time“, „How to take an 18th Century selfie“ und haben dem gleich den 2. Teil der Serie angeschlossen. An dieser Stelle ist es für Fans von Serien evtl. ganz informativ zu wissen, dass die Reihe lediglich das Thema „Zeitreise in 18.Jahrhundert“ als gemeinsamen Nenner hat und deswegen grundsätzlich in beliebiger Reihenfolge gelesen werden kann.

Leider hat mir „Let them eat Deliciousness“ nicht so gut gefallen, wie sein Vorgänger, doch den Grund dafür zu benennen fällt mir schwer. Erneut erfreut die Autorin mit sehr sympathischen Charakteren Kayla und Harry sind wirklich reizend. Wie auch schon der Vorgängerteil wird auch „Let them eat Deliciousnes“ hauptsächlich aus der Sicht der weiblichen Hauptprotagonistin erzählt. Harry kommt zwar auch zu Wort, für meinen Lesegeschmack jedoch zu selten; was möglicherweise der Grund dafür ist, dass ich die Figur als etwas zu blass und zu perfekt empfand. Doch obwohl ich sehr viel umfassender in Kaylas Gedankenwelt eintauschen konnte, so empfand ich auch sie als ein wenig zu farblos und als zu zurückhaltend. Ich mag „meine“ Figuren wohl eindeutig mit etwas mehr Temperament.

Sehr gut fand ich, wie die Autorin grundsätzlich mit der Zeitreisethematik umgeht, wie sie beschreibt, wie sich Kayla in ihrer neuen Gegenwart zurechtzufinden versucht und wie sie die Geheimnisse um ihre Zeitreise aufklärt; auch wenn diese am Ende keine grundsätzliche Erklärung findet (was mich nicht gestört hat).

Die Auflösung des kleinen Kriminalfalls in den Kayla verstrickt wird, hingegen empfand ich eher als schwach und viel zu einfach. Da mein beim Lesen jedoch vor allem die Entwicklung der Liebesgeschichte gefangen genommen hat, konnte ich diesen Teil für mich relativ einfach abhaken.

Kurz gefasst: Sympathische Figuren und ein geschickter Umgang mit der Zeitreisethematik machen die Geschichte aus, finde ich. Leider hat mich dabei der etwas zäher und nicht ganz so unterhaltsam Verlauf der Geschichten in meinem Lesefluss etwas ausgebremst. Nicht ganz zu unterhaltsam zu lesen, wie der Vorgängerteil.