Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Als Maximilian Cale, Duke of Lyons die Agentur Manton aufsucht um einer Spur nachzugehen, die ihn zu seinem vermissten, vermutlich verstorbenen Bruder führen könnte sieht Lisette Bonnaud die Chance gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Zum einen kann sie sich so endlich im Feldeinsatz bewähren und ihren Halbbruder Dominique Manton davon überzeugen, dass sie das Zeug zu mehr hat, als zu Büroarbeit und da der Fall in Zusammenhang mit ihrem Bruder steht, der sich schon eine Weile nicht mehr bei ihr gemeldet hat, auch gleich nach seinem Verbleib forschen.

Ehe sich Max versieht, findet er sich auf der Fahrt nach Frankreich wider, in der Tarnung eines Gutsverwalters, der in Begleitung seiner "Ehefrau" reist. Und obwohl er eigentlich nicht nach einer Ehefrau Ausschau gehalten hat und er Lisette nicht ganz traut, so gefällt es mir viel zu gut, sie an seiner Seite und in seinem (vorgeblichen Ehe-)Bett zu haben.

Die Autorin Sabrina Jeffries gehört, seid ihrer "Swanley Spinsters"-Reihe, zu meinen Lieblingsautorinnen. Doch selbst ich kann nicht weiter leugnen, dass ihre Romane mehr und Einheitsbrei werden. Und obwohl ich mit mir gekämpft habe, mehr als die 3,5 Punkte kann ich diesem 1. Teil der "Duke's Men" einfach nicht verleihen.

Es sind jedoch nicht ihre Charaktere (auch wenn die Heldin mich diesmal absolut auf die Probe gestellt hat) oder deren Handlungen, die mich in steigendem Maße enttäuschen. Auch nicht der Humor, der immer wieder zum Lachen oder Schmunzeln bringt. Sondern es ist der Aufbau ihrer Serien. So kommt es dass, die Hintergrundgeschichte um die "Duke's Men" sehr große Ähnlichkeit vom Aufbau her, wie die "Hellions of Halstead Hall"- oder die "Royal Brotherhood"-Serie.

Natürlich zeigt einerseits Sabrina Jeffries Geschick vorzügliche "Familiengeheimnis"-Geschichten zu spinnen, ist andererseits aber auch klein wenig enttäuschend, weil es nichts Neues, sondern lediglich eine Variante von bereits Erprobten (und vielleicht ein paar Mal zu oft genutztem) darstellt.

Ich zumindest hätte mir wirklich gerne etwas Neues gewünscht, als ich mich mit Max und Lisette auf den Weg gemacht habe. Womöglich hätte mich das auch milder gegenüber Lisettes Naivität gestimmt. So jedoch fand ich mich im höchsten Maße genervt von ihrer Dummheit wieder.

Glaubt sie doch tatsächlich, dass sie Agentin spielen könnte! Glück für sie (und mich), dass sie einen schnell denkenden und tatkräftigen Helden neben sich hatte, der ihre zahlreichen Fauxpas so spielend ausgleichen konnte. Ich meine was denkt sich die Autorin so eine dum** Gan**... äh, naive Heldin ins Rennen zu schicken und ihr dabei solche Möglichkeiten auf den Leib zu schreiben?

Wie auch immer. Zumindest mit ihren menschlichen Eigenschaften, ihrem Einfühlungsvermögen und ihrer überbordenden Fantasie, die durchaus hätte sympathischer erscheinen können, wenn man anders an die Sache rangegangen wäre, konnte sie mich wieder versöhnen.

So verlief auch meine Lesereise dennoch durchaus entspannt, dem konstruiert wirkenden und durchschaubaren Plot zum Trotz; denn eines kann man der Autorin nicht absprechen: Erzähltalent. Nun ja, und Helden exakt so beschreiben, wie ich sie bevorzuge, kann sie auch.

Kurz gefasst: Nette und sehr typische "Sabrina Jeffries"-Unterhaltung. Für Fans der Autorin ein Muss, ansonsten wohl lediglich als etwas für zwischendurch zu empfehlen.

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Die Wege von Maximilian Cale, dem Duke of Lyons und Lisette Bonnaud kreuzen sich auf recht ungewöhnliche Weise. Max möchte eigentlich Lisettes Bruder Tristan aufsuchen, der ihm zuvor eine wichtige Nachricht über den Verbleib seines bislang totgeglaubten Bruders Peters übermittelte, um ein Treffen bat, dann aber nicht am ausgemachten Treffpunkt auftauchte.

Doch Lisette weigert sich vehement, Max mitzuteilen, wo sich Tristan zur Zeit aufhält, denn sie fürchtet, dass der aufgebrachte Max womöglich versuchen könnte, Tristan, der mittlerweile bei der französischen Geheimpolizei arbeitet, bei seinen Vorgesetzten anzuschwärzen, was diesen im ungünstigsten Fall seinen Broterwerb kosten könnte. So bietet Lisette Max einen Handel an. Sie begleitet Max auf seiner Reise und Suche nach Tristan, nach Frankreich. Bevor sie Max jedoch den Aufenthaltsort ihres Bruders mitteilen wird, möchte sie aber zunächst in Erfahrung bringen, ob ihr Bruder tatsächlich nur unschuldiger Überbringer einer guten Nachricht über den Verbleib des verschollenen Bruders von Max ist, oder ob er womöglich gar eine Erpressung oder andere Schurkerei im Sinn hat, wie es Max befürchtet.

Während ihrer Überfahrt kommen sich der leicht überheblich wirkende und störrische Max und die quirlige Lisette langsam näher, doch eine Ehe zwischen beiden scheint ausgeschlossen, denn Lisette ist nur die uneheliche Tochter eines Adligen und einer französischen Schauspielerin. Zudem möchte Max einer Liebesheirat aus dem Wege gehen, fürchtet er nämlich eine mögliche Erbkrankheit….

Der 1. Teil der neuen „The Duke’s Men“ Reihe erzählt nun die Geschichte einer bisherigen Nebenfigur in einer anderen Serie von Sabrina Jeffries. Max tauchte bereits in der „Sharpe Reihe“ auf und bekommt nun seine eigene Geschichte.
Max ist kein einfacher Romanheld, denn er lässt, auch wenn er das Herz am rechten Fleck trägt, zunächst einmal all seinen aristokratischen Hochmut an der Romanheldin Lisette aus, was mich zwar einerseits sehr amüsiert hat, andererseits aber auch ein wenig störte, weil Lisette sich erst von ihm unterbuttern ließ, was sich aber dann gottlob im Laufe der Story änderte. Sehr amüsant und erwähnenswert, fand ich da besonders die Szene in der Reisekutsche, als Lisette von ihren schauspielerischen Künsten Gebrauch macht und somit Max Chance darauf, frühzeitig in Erfahrung bringen zu können, wo Tristan sich aufhält, vereitelt.
Ansonsten wuchs mir das Heldenpaar sehr schnell ans Leserherz und auch ihre Wortgefechte sind, wieder einmal sehr humorvoll wie man es von der Autorin kennt, in Szene gesetzt worden.
Man sollte aber jetzt nicht denken, dass der Humor Überhandnimmt, denn an sich hat die Story einen ernsthafteren Anstrich, was schon allein an Lisettes und Maxs familiären Problemen liegt, die zuvor gelöst werden müssen.

Ich fand die Hintergrundstory um Max verschollenen Bruder sehr spannend beschrieben und auch das Sabrina Jeffries hier den Chef der französischen Geheimpolizei, Vidocq, in Erscheinung treten lässt, hat mir gut gefallen.
Die Gründe für den halben Punkt Abzug bei meiner Bewertung liegen darin begründet, dass ich es ein wenig seltsam fand, wie stur und schablonenhaft böse Lisettes Halbbruder und Erbe des Titels, George gezeichnet wurde, was ich nicht wirklich realistisch inszeniert fand, weil man auch hier nicht den wahren Grund für sein Handeln erfährt und dass die erste Hälfte des Romans für meinen Geschmack etwas schleppend in Fahrt kam, was sich dann aber in der zweiten Hälfte vollkommen änderte.

Die Liebesszenen dagegen, sind, wie man es von der Autorin gewohnt ist, sehr prickelnd und sexy geschrieben und untermalen sehr gut, die wachsende Liebe zwischen dem Paar.
So habe ich mich vom ersten Teil der neuen Reihe sehr gut unterhalten gefühlt und bin gespannt, ob der zweite Teil, in dem Victor, der Cousin von Max die Frau fürs Leben finden wird, ebenso unterhaltsam sein wird, der allerdings erst im Februar 2016 in deutscher Übersetzung erscheinen wird.

Kurz gefasst: Romantischer, spannender Auftaktband der neuen „The Duke’s Men“ Serie um ein Paar mit vielen familiären Geheimnissen…