Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Helena ist auf der Suche nach ihrer Schwester Juliet an einem Punkt angekommen, wo nur noch der ehemalige Sekretär ihres Schwagers Daniel Brennan helfen kann. Er ist der einzige den sie kennt, der ehemalige Verbindungen zur Unterwelt hat.

Daniel zögert zunächst Helena zu helfen, denn er glaubt nicht an eine gewaltsame Entführung Juliets, sondern an eine Flucht aus Liebe. Doch Helena ist nicht irgendeine Lady in Not, sondern eine ganz besondere Dame, die Daniel schon eine Weile beinahe sehnsüchtig beobachtet.

Als die beiden bei ihrer Verfolgung Juliets jedoch auf eine Bande Schmuggler treffen, die Daniel aus seiner Vergangenheit nur zu gut kennt, wird klar, dass Juliet doch entführt wurde.

Bad Boy, aus einfachsten Verhältnissen, trifft auf eine vornehm erzogene Lady - ein Plot der mir wie kein anderer zusagt. Klar, dass ich "Die heimliche Gemahlin" als eines meiner Lieblingsbücher von Deborah Martin bezeichnen möchte. Wenn da nicht das Problem mit der Übersetzung wäre.

Diese ist zwar vollkommen korrekt und durchaus angenehm zu lesen, doch fehlt ihr der amüsante Ton, das gewisse Etwas, das Deborah Martins englische Originale meiner Meinung nach stets begleiten und den letzten Schliff verleiht. In der Übersetzung wirkt die Geschichte jedoch allgemein ein wenig farblos und ihr fehlt eindeutig der Martinsche Charme. Deswegen auch "nur" eine 4 Punkte Bewertung für "Die heimliche Gemahlin".

Die beiden Hauptprotagonisten sind jeder auf seine Art sehr sympathische Figuren, die sich trotz ihrer Unterschiedlichkeiten im Charakter ähnlich sind und sich so harmonisch ergänzen. Daniel ist ein sympathischer Macho, der mehr als einmal von Helenas spitzer Zunge aufgespießt wird und der weiß, dass er eigentlich nicht darauf hoffen darf, dass Helena ihn als möglichen Gatten wahrnimmt. Helena ist auf Grund ihrer Erkrankung ein wenig "tortured", was ihr jedoch gut zu Gesicht steht und darüber hinaus eine gute Erklärung bietet, warum sie sich mit einem Mann aus einfachen Verhältnissen einlässt.

"Die heimliche Gemahlin" ist der 2. Teil der "Swanley Spinster Reihe". Obwohl es zum Verständnis des Buches nicht notwendig ist, den Vorgängerteil zu kennen, so möchte ich als Serien Fan doch empfehlen die Serie der Reihenfolge nach zu lesen.

Kurz gefasst: Toller Plot, wundervolle Figuren, aber ein etwas zu glatter Erzählstil (den ich jedoch, nach der Erfahrung mit Originalen der Autorin, auf die Übersetzung zurückführen möchte), dem das Gewisse etwas fehlt.