Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Nachdem bereits Chris und Nicole sich so begeistert über diesen Abschluss der "Hellions of Halstead Hall"-Serie geäußert haben, bin ich mit großen Erwartungen an das Buch herangegangen - und wurde nicht enttäuscht.

Ich finde zwar nicht, wie meine Mitrezensenten, dass dies der beste Band der Serie ist, denn echte Keeper konnte ich in der Serie für mich nicht finden, doch gehört er neben dem 2. Teil "Spiel der Herzen" für mich absolut zu den unterhaltsamsten.

Sehr gut gefallen hat mir, wie die Autorin hier noch einmal den Bogen aus dem Auftaktband bis zu diesem Ende spannt und alle offenen Fäden und Unstimmigkeiten zu einem in jeder Hinsicht zufriedenstellenden Abschluss bringt.

Das besondere an "Lady Celias gewagter Plan" , waren für mich jedoch seine sehr sympathischen, eher ungewöhnlichen und doch vollkommen stimmigen Hauptprotagonisten. Ihre Duelle, in Worte und Taten, sind höchst unterhaltsam zu lesen und verlocken einen immer wieder zu einem amüsierten Lächeln.
Aber natürlich trägt die Familie, samt angeheirateten Partnern, ebenfalls das ihre dazu bei, um mir als Leser ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Was die Hörbuch Ausgabe betrifft, kann ich eigentlich nur das wiederholen, was ich bisher zu jedem Teil geschrieben habe:
Ich mag Cathlen Gawlich unheimlich gerne als Hörbuchsprecherin. Und sie ist zudem eine sehr gute Wahl für einen historischen Liebesroman. Sie hat eine wunderschöne und höchst angenehme Erzählstimme - wenn sie in ihrer natürlichen Stimmlage bliebe.

Es mag sein, dass einem, hört man einem Hörbuch, das mit verteilten Rollen gelesen wird, das Hören leichter fallen wird, doch ziehe ich dem doch eine neutrale Stimmvariante vor und hätte es gerne gehört, wenn Cathlen Gawlich alleinig mit ihrer natürlichen Erzählstimme und der ihr eigenen und gekonnten Betonungsweise das Hörbuch vortragen hätte.

Ich fand, die "Hellions of Halstead Hall"-Serie durchweg unterhaltsam. Eine interessante Hintergrundgeschichte, die alle Teile gekonnt verbindet und ein sympathischer Familienclan sind die Pluspunkte dieser Reihe.

Kurz gefasst: "Lady Celias gewagter Plan" ist ein unterhaltsamer und romantischer Liebesroman, der mich mit zwei tollen Hauptprotagonisten zu begeistern wusste.

Chris' Bewertung 05 Sterne.png

Nachdem auch Gabriel seine Liebe gefunden hat, ist nur noch das Nesthäckchen Celia übrig um einen Mann zu finden. Findet sie keinen Mann vor Ablauf der Frist, so gibt es für niemanden ein Erbe. Celia will eigentlich nur aus Liebe heiraten, doch ihr läuft die Zeit davon. Also hat sie nach pragmatischen Gründen drei Männer ausgesucht, die ihr irgendwie den Hof machen. Über die Auswahl ist ihre Großmutter höchst erfreut, doch Celia will auf Nummer sicher gehen und beauftragt den Bow Street Runner Jackson Pinter das Leben ihrer Auserwählten zu durchleuchten.

Jackson Pinter, der von Celias Bruder Oliver beauftragt wurde den Tod der Eltern aufzuklären, stimmt nur widerwillig zu. Allerdings will er Celias Verehrer in keinem guten Licht dastehen lassen, da er sie für unwürdig hält. Und sich selbst obendrein auch, da Jackson ein uneheliches Kind ist und auch sonst weiter unter Celias Stand rangiert. Doch zwischen Jackson und Celia fliegen die Funken und es knistert bei jeder Begegnung. Sie fühlen sich voneinander angezogen und doch trennen sie Welten.

Die Geschichte von Celia und Jackson ist ein wunderbarer Abschluss dieser Reihe, die nun leider zu Ende ist. Die Autorin hat einen wunderbaren Erzählstil und lässt es auch an Spannung nicht fehlen. Endlich wird der Tod der Eltern aufgeklärt und Celia bekommt auch ihren Traummann. Auch wenn dieser ein etwas widerspenstiger und unterkühlter Zeitgenosse zu sein scheint. Dennoch ist Jackson sein sehr liebenswerter Protagonist, der eine wirklich harte und entbehrungsreiche Vergangenheit zu bewältigen hat. Dass er dabei seine Gefühle sorgsam hütet, wundert bei seiner Geschichte nicht.

Celia hingegen ist temperamentvoll und direkt. Sie hält kaum hinter dem Berg und hat sich einen guten Plan zurechtgelegt um das Ultimatum ihrer Großmutter erfüllen zu können. Doch da hat sie nicht mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen gerechnet. Und auch sie muss sich unbequemen Ereignissen aus ihrer Vergangenheit stellen. Wann immer sie aufeinander treffen, reagieren Jackson und Celia wie Hund und Katz. Doch je mehr Zeit sie zusammen verbringen und je mehr sie von einander erfahren, desto besser verstehen sie die Wesenszüge und das Verhalten des anderen.

Die meisten Protagonisten aus den vergangenen Büchern haben auch hier wieder ihren Auftritt. Vor allem Oliver, der wunderbar gelassen und pragmatisch auf diese Liason reagiert. Obwohl sie es sicher gut gemeint hat, agiert Großmutter Hetty wieder wie die Axt im Wald. Das Ultimatum, das zu Beginn dieser Reihe natürlich einen gewissen Sinn hatte, gerät immer mehr ad absurdum. Hetty agiert hart und starrsinnig. Jetzt kann sich der Leser natürlich denken wo die Sharpe Geschwister und deren Mutter diesen Wesenszug wohl her haben.

Obwohl Hetty längst verstanden hat, dass Jackson und Celia etwas verbindet, versucht sie diese Liaison zu unterbinden. Dabei schreckt sie wirklich vor keiner Intrige zurück. Wäre Hetty selbst eine Frau aus dem Hochadel, dann hätte ich diese Winkelzüge noch verstanden. Doch sie kommt ja selbst aus der Gesellschaftsschicht, der auch Pinter angehört. Dennoch kann ich dieses Buch nur empfehlen.

Kurz gefasst: Ein Abschluss wie man ihn sich wünscht. Spannend, gefühlvoll und amüsant.

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Die kluge alte Großmutter der Sharpe Familie, Hetty, hat bislang alle ihre Schützlinge durch eine List dazu gebracht, dass sie unter die Haube kommen. Lediglich das Nesthäkchen, Lady Celia ist nun noch unverheiratet. Ein Umstand, den allerdings auch Celia jetzt ändern möchte- zumindest dem Anschein nach. Sie plant, dadurch, dass sie ihrer Großmutter eine Liste möglicher Bewerber um ihre Hand präsentiert und ins Haus einlädt, der älteren Dame glaubhaft beweisen zu können, dass sie durchaus erwachsen genug ist, sich selbst einen Ehemann wählen zu können.

Dazu bittet sie den Ermittler Jackson Pinter darum, dass er potentielle Bewerber um ihre Hand, diskret durchleuchtet. Doch Jackson, der Lady Celia schon seit langem heimlich bewundert, ist diese Bitte ein Dorn im Auge.

Ausgerechnet der Graf von Devonmont, der Herzog von Lyons und der Viscount de Basto, stehen auf Celias Liste!
Während der eine, von Wahnsinn heimgesuchte Familienmitglieder vorzuweisen hat, sind die anderen Bewerber nicht unbedingt jung zu nennen. Warum nur, fragt sich Jackson, will sich Cecily nur mit einer Vernunftehe zufrieden geben? Kommt es ihr wirklich nur auf Stellung und Geld an? Wenn ja, dann hätte er, Jackson, absolut keine Chance, jemals von Lady Celia erhört zu werden, denn Jackson ist der Spross eine illegitimen Beziehung zwischen einem unbekannten Adligen mit einer jungen Frau, die bereits früh verstarb. Schon seit frühster Kindheit an, musste Jackson lernen, auch auf den gefährlichen Pflastern Londons zu bestehen, was ihm, Jahre später, Zähigkeit und Ehrgeiz im Berufsleben bescherte.
Zähigkeit ist auch im immer noch nicht geklärten Mordfall um die Eltern der Sharpe Geschwister gefragt. Doch dank Celias jüngster Kindheitserinnerungen, kommt langsam Bewegung in den Fall. Celias Suche nach einem Ehemann jedoch ist es schließlich, die den Stein ins Rollen bringt und gefährliche Menschen auf den Plan ruft…

Zugegeben, ich bin schon seit langer Zeit ein Fan von Sabrina Jeffries alias Deborah Martins Historicals und die Reihe um die „Sharpe“ Geschwister gehört dabei zu meinen Lieblingsserien. Doch ausgerechnet der Spruch „Das Beste kommt zuletzt“, trifft auch auf den fünften und letzten Teil der Hellions of Hallstead Hall Reihe zu, denn „Lady Celias gewagter Plan“ ist, selbst wenn die anderen Teile (bis auf den Band um Minerva) ebenfalls wunderschön waren, mit großem Abstand der beste Band, der nicht nur mit einem sympathischen Heldenpaar bezaubert, dass sich nicht nur neckt (Amüsanter Höhepunkt dabei definitiv das Schießduell), sondern auch glaubhaft liebt, sondern dazu auch noch mit der schon lang erwarteten Auflösung des Doppelmordes an den Eltern der Sharp Geschwister, winkt.

Obwohl die Liebesgeschichte und Entwicklung der beiden Hauptfiguren definitiv im Fokus steht und wir Leser somit mit viel romantischer Wohlfühlatmosphäre verwöhnt werden, ohne dass die Story in den Kitsch/Dramamodus abzudriften droht (dafür sind Celia und Jackson auch zu ernsthafte Charaktere), ist die Auflösung des Kriminalfalles gottlob nicht nur schmückendes Beiwerk und ich fand es ehrlich gesagt sehr verblüffend, wer dann am Ende wirklich das Ehepaar Sharpe tötete. Wie man es erwartet, gibt sich Celia natürlich nicht damit zufrieden, Jackson allein ermitteln zu lassen, sondern mischt kräftig mit, was für einige, amüsante Wortgefechte zwischen den beiden anfänglichen Kampfhähnen führt. Dennoch sorgt die Autorin auch für einige nachdenklich machende Momente.

Jacksons Bedenken, sich Celia in Bezug auf seine tieferen Gefühle anzuvertrauen, kann man in Anbetracht seiner frühesten Kindheitserlebnisse und seinem familiären Hintergrund sehr gut nachvollziehen. Trotz seiner schroffen Fassade, ist er jedoch ein Mensch mit einem guten Herzen und hat sich beinahe genauso schnell in mein Leserherz geschlichen, wie auch Lady Celia, die nach außen hin viel stärker wirkt, als sie es in Wirklichkeit ist.
Einzig Großmutter Hetty übertreibt es meiner Meinung nach in diesem Teil der Reihe ein wenig, was sie in einem etwas ungünstigeren Licht erscheinen lässt. Aber zumindest sind die übrigen Sharpe Geschwister ganz die Alten und sorgen für heimelig familiäre Atmosphäre.

Ich hoffe sehr, dass Lyx in Zukunft nicht auf weitere historische Liebesromane aus der Feder Sabrina Jeffries verzichten wird, die meiner Meinung zu den wahren Highlights der Lyx Historical Programms gehören.

Kurz gefasst: Beschwingter, wunderschöner Abschluss der Reihe, romantische Wohlfühlatmosphäre pur und eine Liebesgeschichte mit Tiefgang. Was will man mehr?