Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 05 Sterne.png

Als Lydia Louis zu einem Unfall mit Fahrerflucht gerufen wird, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen, als ihr plötzlich das Opfer gegenüber steht. Es handelt sich nämlich um den Rechtsanwalt Gregor Kepler, einen Mann, den sie hoffte, nie wieder treffen zu müssen, da er sie einst sehr verletzte. Und nun muss sie sich überwinden, Professionalität zeigen und die Hintergründe, die zur Fahrerflucht führten aufklären, obwohl Kepler plötzlich behauptet, er wäre selbst an dem Unfall schuld gewesen. Die Kripo glaubt dagegen eher an einen Anschlag.

Aber Louis und Salomon haben auch so genug zu tun- so werden ermordete Frauen aufgefunden und alles sieht so aus, als ob ein Serienkiller am Werk wäre. Ein Kriminalfall aus der Vergangenheit, der womöglich mit den Morden in Verbindung stehen könnte, serviert der MOKO plötzlich neue Aspekte und immer wieder führen alle Wege zu Gregor Kepler. Dieser hat jedoch hieb und stichfeste Alibis und kommt als Täter somit nicht in Frage. Auch wenn Louis das nicht wahrhaben möchte, bleibt ihr nichts anderes übrig, als weiter in alle Richtungen zu ermitteln. Aber auch privat könnte es für Louis und Salomon besser laufen. Während Louis bei einem One Night Stand heimlich gefilmt wurde von einem Kollegen, der die Gerüchteküche auf der Arbeit schürt, um Louis in Misskredit zu bringen und diese auch noch anonyme Botschaften erhält, eröffnet Chris Salomons Lebensgefährtin dem Ermittler, dass er Vater wird. Salomon, dessen erstes Kind einst starb, ist immer noch traumatisiert….

Für mich, war der bereits dritte Fall des Ermittlerteams aus Düsseldorf, der erste, den ich las, doch anfangs wünschte ich mir ein wenig mehr Vorwissen, denn es ist nicht leicht, bei den vielen agierenden Haupt und Nebenfiguren, den richtigen Durchblick zu behalten. Hat man sie allerdings alle erst einmal geistig sortiert, kommt man gut hinein in die Story. Obwohl Sabine Klewes Roman als Thriller deklariert wurde, empfand ich ihn eher als soliden Krimi, in dem die Ermittlungsarbeit sehr in den Fokus gerückt wurde.

Dass auch das Privatleben des Ermittlerduos beleuchtet wurde, fand ich sehr positiv, weil man sich so viel besser in die Protagonisten hineindenken kann. Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und auch die Dialoge der Figuren wirken lebensecht.

So weit zu meinen positiven Eindrücken. Leider gab es auch einige Kritikpunkte, die dafür sorgten, dass ich  für „Wer nicht das Dunkel kennt“, nicht mehr als 3.5 von 5 Punkten vergeben konnte.

Zum einen fand ich, dass manche der Arbeitskollegen von Lydia einfach zu extrem überzeichnet wirkten. Neidische Kollegen, die ihrer Chefin anonyme Botschaften schreiben und damit ihren Job riskieren, klingen schon arg an den Haaren herbeigezogen, aber dazu auch noch einen „Stalker“ zu erfinden, der sogar noch nicht einmal Halt macht vor der Privatwohnung der Chefin; also das war mir etwas „too much“.

Doch das größte Problem hatte ich mit Lydia Louis. Nichts gegen ihr Trauma, das sie mit sich herumschleppt. Sie hat definitiv einiges mitgemacht, was auch ihren rauen Umgangston erklärt. Doch das eine Ermittlerin sich auf eigene Faust mehrfach „in die Höhle des Löwen“ wagt, wie eine TSTL Heldin, mag zwar um Spannungseffekte zu erzeugen, hilfreich anmuten, wirkt jedoch leider nicht wirklich glaubhaft.

Zudem hat die Autorin versucht so viele falsche Fährten zu legen, dass mir beinahe der Durchblick verloren gegangen wäre.

Kurz gefasst: Ein ganz persönlicher Fall für Lydia Louis- das facettenreiche Ermittlerduo aus Düsseldorf, Louis und Salomon, ermittelt zum dritten Mal…