Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Sowohl Zoe Hoffman, als auch Alex Nolan haben bereits eine Ehe hinter sich, die ihnen nichts als Probleme gebracht hat. Doch während Zoe, aus dem Scheitern ihrer Verbindung (ihr Mann hat sich als schwul geoutet und sie mit einem Mann betrogen) trotzdem eine gewisse Hoffnung für eine bessere Zukunft zu schöpfen weiß, so hat Alex mit sich und der Welt abgeschlossen, ist tief unten angelangt und hat sich darauf verlegt, seinen Alkoholiker- Eltern alle Ehre zu machen.

Als er auf Zoe trifft, weiß er sich, nur mit offen dargestellter, harscher Abneigungen gegen ihre Anziehungskraft zu schützen. Er weiß, dass er alle in seinem Umkreis stets mit in sein Elend zieht, so hat er es auch bei seinen Eltern erlebt, und will das, auf keinen Fall Zoe antun.

Zoe weiß, dass sie mit dem Feuer spielt, doch sie kann nicht anders, sie will Alex und ist bereit das Risiko einzugehen. Dafür setzt sie ihre ganz eigenen Waffen ein, ihre magischen Kochkünste, die andere Menschen stets dazu verleiten, sich wohlzufühlen.

Dieser 3. Teil der „Friday Habor“-Serie hat einen noch größeren paranormalen Anteil als der Vorgänger, in dem das Übernatürliche eher dezent eingebunden war. Hier geht die Autorin ganz offensichtlich damit um und stellt dem Hauptprotagonisten einen Geist an die Seite, der zum wichtigen Bestandteil der Geschichte wird.

Gegensatz zum Vorgängerteil fand ich die Figuren sehr viel interessanter. Zoe ist wegen ihren Gegensätzlichkeiten ein spannender Charakter (und erinnert stark an Brianna aus „Töchter des Feuers“, der 1. Teil der „Concannon Sisters“ von Nora Roberts, wie übrigens auch Lucy, aus dem 2. Teil, an Briannas Schwester aus „Töchter des Windes“ ebenfalls von Nora Roberts erinnert) und Alex, weil er so ein dunkler und gequälter Charakter ist, der sich ganz fallen gelassen hat.

Allerdings haben auch sie nur wenig Konfliktpotenzial miteinander; dieses hängt praktisch ausschließlich über Alex, wie dunkle Gewitterwolken, die ihm folgen. Man kann durchaus sagen, dass Zoe ihm einen gewissen Anreiz gibt, doch letztendlich zieht er sich selber aus dem Dreck. Einerseits war das natürlich stimmig und passte zu seinem Charakter, andererseits fand ich dieses Einzelkämpfertum auch ein wenig übertrieben.

Ebenso wie sein Unfalltod und seine anschließende Rückkehr in seinen Körper.
Konnte ich mit dem Geist an seiner Seite noch recht gut umgehen, weil es einfach passte, so fand ich diese Szene, dann doch etwas zu dramatisch und dick aufgetragen.

Kurz gefasst: Ein unterhaltsamer Teil der „Friday Habor“-Serie, mit einer schönen paranormalen Hintergrundgeschichte und spannende Charakteren, aber auch einigen, etwas zu dick aufgetragene Szenen.

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Die attraktive und nette Zoe hat auf den ersten Blick alles, was man braucht um glücklich zu sein: Verlässliche Freunde und Familienmitglieder, die sie unterstützen und einen tollen Job; Zoe ist nämlich eine begnadete Köchin und Zuckerbäckerin und außerdem hat sie einen lieben, frechen Schmusekater, der nur mit Zweibeinern der männlichen Gattung auf Kriegsfuß steht. Doch in Sachen Liebe sieht es eher mau bei ihr aus. Nachdem sich ihr Exmann, der sich erst ausgerechnet in ihrer gemeinsamen Ehe als homosexuell outete, von ihr scheiden ließ, hat sie keine Lust auf einen anderen Mann, denn scheinbar sehen alle Männer in ihr zunächst das attraktive Weibchen und Sexobjekt, das sie höchstens für einen One Night Stand erobern wollen. Zoe will aber mehr als das. Insgeheim träumt sie von einer festen und glücklichen Beziehung.

Ausgerechnet der gerade pleite gegangene und alkoholkranke Bauunternehmer Alex Nolan, der ihr dabei helfen soll, das Haus ihrer demenzkranken Großmutter behindertengerecht umzubauen, lässt bei Zoe das Herz höher schlagen. Zwar ist Alex höllisch attraktiv, doch schlägt dieser sich mit allerhand Problemen herum und fürchtet die wahre Liebe wie der Teufel das Weihwasser. Kann Zoe dennoch das erhärtete Herz des unnahbaren Mannes erobern und ihm seine Geheimnisse entlocken?

Nach „Das Winterwunder von Friday Harbor“ und „Zaubersommer in Friday Harbor“ erzählt die Autorin nun, nachdem erst Mark und dann Sam Nolan ihre große Liebe fanden, die Geschichte über den letzten der drei Brüder, Alex.

Alex, der auch schon in den Vorgängerromanen in Erscheinung trat, ist kein einfacher Romanheld. Das lieblose Verhalten seiner damals alkoholkranken Eltern, machte ihm schwer zu schaffen und sorgte dafür, dass er sich aus Angst davor jemals wieder enttäuscht zu werden von allen liebeswerten Menschen abschottete. Seine Unnahbarkeit bekommen auch Sam und Mark zu spüren.
Lisa Kleypas macht in den Romanpassagen, die alle drei Brüder betreffen, auch ganz deutlich, wie unsicher Sam und Mark im Umgang mit Alex sind und wie sehr sie gefangen sind zwischen Liebe und Verehrung für den großen Bruder und Unverständnis darüber, dass er ihnen gegenüber keine Liebe zeigen kann.
Nachdem Alex lieblose Ehe scheitert und auch seine Firma (sein einziger Halt im Leben) pleite geht, ist es ganz um Alex seelische Verfassung geschehen und er beginnt damit, regelmäßig zu trinken, was die Autorin sehr plausibel dargestellt hat, so dass man sich trotz Alex sperriger Art ganz gut in ihn hineinversetzen kann. Als er Zoe trifft, stellt das einen Wendepunkt in seinem Leben dar, doch zunächst muss Alex lernen, dass auch er die wahre Liebe verdient.

Lisa Kleypas lässt in ihrem dritten Roman über die Nolan Brüder zwei wirklich gegensätzliche Charaktere aufeinander los- Lady Sonnenschein trifft auf Mr. Griesgram, doch dadurch, dass das Heldenpaar sehr tiefgründig und facettenreich charakterisiert wurde, kann man als Leser sehr gut nachvollziehen, wieso sich gerade diese beiden so stark voneinander angezogen fühlen. Die Liebesgeschichte zwischen Zoe und Alex entwickelt sich in einem etwas gezügelten Tempo, was für die Glaubwürdigkeit der Story durchaus ein Pluspunkt darstellt. Lediglich Alex selbstständigen Alkoholentzug empfand ich nicht unbedingt überzeugend dargeboten, denn ein so starker Trinker wie Alex hätte im wahren Leben wohl kaum so schnell entziehen können.
Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich vorbringen möchte; ansonsten hat mich Alex und Zoes Geschichte wunderbar unterhalten.

Als Fan von Geisterstories, gefiel mir natürlich auch die Tatsache, dass die Autorin in „Der gute Stern von Friday Harbor“ einen geheimnisvollen Geist, der sein Gedächtnis verloren hat, spuken lässt; wobei man sich eigentlich recht schnell denken kann, welchen Bezug er zu einer der Romanakteure hat. Das tat meinem Lesevergnügen aber keinen Abbruch.
Zoes Backkünste sorgen dafür, dass dem Leser bei den Romanpassagen, in denen Zoe in der Küche wirbelt, das Wasser im Munde zusammenlaufen wird. Somit kann ich allen diäthaltenden Romanlesern nur davon abraten, dieses Büchlein während einer Diät lesen zu wollen. Denn dann wird man garantiert rückfällig.

Kurz gefasst: Wunderschöner dritter Teil der Nolan Reihe, der mit einer ans Herz gehenden Love Story und einer unterhaltsamen Geistergeschichte aufwartet. Unbedingt lesen und nicht verpassen!