Rezensionen

Kerstins Bewertung 03 Sterne.png

Nick Gentry, ehemaliger Verbrecherkönig und heute gewitzter Bow-Street-Runner, ist auf der Suche nach der abtrünnigen Verlobten eines Privatklienten. Diese Suche führt ihn aufs Land, wo er Charlotte Howard tatsächlich als Gesellschafterin einer Adelsfamilie findet. Er ist bald fasziniert von ihr und bietet sie an, sie selbst zu heiraten statt sie zu ihrem verhassten Verlobten zurückzubringen. Sie akzeptiert, doch zurück in London muss sie feststellen, dass Nick viele Geheimnisse vor ihr verbirgt und er sein Herz vor ihr verschließt.

Ich muss etwas gestehen, das viele Liro-Leserinnen ungläubig den Kopf schütteln lassen wird: Dies ist tatsächlich mein allererster Kleypas! Zwar ist mein Regal voll von ihren Büchern, aber gelesen hatte ich bisher noch keines. Das Thema Bow-Street-Runner und die Plots„Bad boy turns good“ sowie „Vernunftehe“ haben mich einen Lesegenuss sondergleichen erwarten lassen.

Zu Beginn wurden diese Erwartungen mehr als erfüllt: Ich mochte die Stimmung auf dem Land, die heimlichen Treffen – der Autorin gelang es sehr gut, eine romantische Atmosphäre zu kreieren.

Der ganze zweite Teil ab der Eheschließung und Rückkehr nach London umfasste aber sämtliche Liro-Klischees. Dazu kommt, dass es mir einfach für diese Zeitperiode zu modern war.

Als ich Charlottes Eltern „kennen gelernt“ habe, war ich sehr überrascht, dass ihre Tochter so klug, gebildet und lebhaft sein kann. Schließlich hatte auch ihr Verlobter darauf geachtet, dass sie streng nach seinen Grundsätzen erzogen wurde. Daher erschien mir ihr ganzes Verhalten einfach unglaubwürdig. Sie weiß, was sie will, sie kann sich durchsetzen, sie ist sehr gebildet – wo soll sie das alles bitte herhaben???

Auch die Schwarz-Weiß-Malerei hat mich gestört. Der böse Verlobte plant einen Hinterhalt nach dem anderen, während der nach außen hin verwegene (aber reformierte) tortured hero sie beschützt, aber ihr nicht seine Liebe gestehen will, weil er sein Leben regelmäßig in Gefahr bringt …

Vielleicht bin ich übersättigt, und auch wenn ich das Buch kurzweilig fand, konnte ich für mich einfach nicht genug Neues darin entdecken, als dass es für mich unter anderen Büchern des Genres herausragt.