Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Eine Landpartie muss her! Die Geschwister Prescott sehen das als einzigen Ausweg damit die Jüngste, Lady Elyssa, ihren geheimen Verehrer vergisst. Den hatten ihr zuvor ihre besorgten älteren Schwestern vorgetäuscht, weil sie sich einig waren, dass Elyssa eine Romanze braucht.

Die jedoch, hat das Spiel ihrer Schwestern im Geheimen längst durchschaut – die gehbehinderte und zurückgezogen lebend Elyssa, muss aber nun trotzdem durch diese Landpartie.

Die erfährt eine spontane Wendung als Brenton Montgomery, Earl of Charfield die Szene betritt. Der wiederum ist lediglich anwesend um als Begleiter für die ihm unbekannte Schwester des Harrison Prescott, Marquess of Fellingsdown zu agieren und als Belohnung seine Araber-Zucht aufwerten zu können.

So zumindest der Plan. Doch Bren hat nicht damit gerechnet, dass er sich Hals über Kopf in die Schöne Elyssa verliebt.

Derweil hat Harrison, mit der für ihn unerwünschten Anwesenheit von Lady Lathampton zu kämpfen - die einst, bevor sie im Bett von Lathampton erwischt wurde, die seine werden sollte.

Die Situation eskaliert als Harrison angeschossen wird, Lady Elyssa mit Waffengewalt verschleppt wird und ein unliebsamer und schier wahnsinniger Gast, sein Ende findet. Und dann ist da auch noch die Abmachung zwischen Harrison und Bren, die nun zwar keine Rolle mehr für Bren spielt, von der aber Elyssa noch nichts weiß.

Ach herrje, wenn das mal keine Herausforderung ist, den Inhalt dieser Geschichte zusammenzufassen, dann weiß ich auch nicht. Sollte meine Inhaltsangabe verwirrt haben, dann tut es mir leid. Mir ging es zunächst nicht anders mit der Geschichte.

Doch zuvor muss erwähnt werden, dass „hätten sie doch nur von Anfang an miteinander gesprochen!“ es vermutlich überflüssig gewesen wäre diese Geschichte zu erzählen. Aber genau das wäre sehr schade gewesen. Ich hätte eine unterhaltsame Lesezeit vermisst und diese wirklich hervorragend geschrieben Geschichte nicht lesen können.

Aber fangen wir damit an, dass der Titel zwar vermuten lässt, dass Elyssa im Fokus der Aufmerksamkeit der Geschichte steht, tatsächlich aber nur ein Teil davon ist. Der andere Teil gehört ihrem älteren Bruder Harrison, so wie weiteren sehr kurz gehaltene Happy Ends der Geschwister Prescott.

Da sich alle Geschichten auf einer gemeinsamen Landpartie abspielen, überschneiden sich die Geschichten inhaltlich naturgemäß. Eigentlich ist das geschickt von der Autorin gemacht – doch es ist auch ungewöhnlich und darauf sollte man sich als Leser natürlich einlassen können, und wollen. Immerhin schafft es die Autorin, am Ende gleich 5, von 7 Geschwister, auf einmal zu verheiraten. Und schon allein das ist eine Leistung.

Ich gebe es jedoch gerne zu, zumindest für mich war das zunächst alles etwas befremdlich. Ich fühlte mich mit den vielen Erzählsträngen überfordert und urteilte, dass mir die Geschichte von Elyssa und Bren, auch im Hinblick auf die Ausführungen zum Charakter von Bren, viel zu kurz kommt. Aber das ist auch kein Wunder, denn dazu wimmelt es hier förmlich von Prescotts.

Doch je länger ich gelesen habe, meine Erwartungen darauf einstellen und darüber sinnieren konnte, umso großartiger empfand ich diesen miteinander verwobenen Erzählweg.

Sicher, von Ferne betrachtet hätte man aus dieser Familie locker eine 7 – 8 Teile umfassende Serie herausholen können, hätte man die Geschichte der Eltern ebenfalls mit eingebunden. Das Laura Landon das nicht gemacht hat, hat seinen Charme, finde ich.

Kurz gefasst: vielleicht ein wenig zu turbulent, aber hervorragend erzählt. Anfangs habe ich mich ein wenig schwergetan, mich auf die vielen Prescotts einzulassen, letztendlich fand ich die Geschichte jedoch höchst unterhaltsam zu lesen.