Rezensionen

Tinas Bewertung 05 Sterne.png

Hier ein gut gemeinter Hinweis an alle Leser diesen Buches: bitte feuerfeste Handschuhe anziehen und das Trinken beim Lesen, sowie das Naschen, einstellen - ist besser für die Gesundheit!
Wow, wow und nochmals wow, ich bin hin und weg von dieser Serie, die sich bisher Buch für Buch zu steigern wusste und zudem auch die Lachmuskeln zum Einsatz bringt.

Zum Inhalt: Man nehme eine junge Frau, die sich mehr für ihre Forschungsobjekte interessiert; als für die Männerwelt und die manchmal so verschroben und naiv erscheint, wie ein alter zerstreuter Professor, besonders was das reale und Liebesleben betrifft.
Die aber auch ihr Herz auf der Zunge trägt und manchmal ziemlich über das Ziel hinausschießt. Hinzu kommt das sich ihr ältester Bruder und ihr Vater entsprechende Sorgen machen, dass sie womöglich als alte Jungfer enden könnte.
Als Gegenpart nehme man einen Playboy, wie er im Buche steht und der so heiß ist, das er problemlos gleich zwei Damen am Start hat.
Und fertig ist eine hochexplosive Geschichte, zumindest wenn sich Christina Lauren dem annimmt.

Besonders gut hat mir gefallen, wie das erste Wiedersehen der Beiden beschrieben ist; ich habe wirklich Tränen gelacht, während sich Will fragte, ob das die kleine Schwester von Jensen, seinem Freund, sein soll? Wo kommen denn die weiblichen Rundungen auf einmal her und wo hat sie sich so lange versteckt?

Hanna dagegen fand ich grenzwertig naiv beschrieben, hat mir aber damit so manchen, wenn auch zum Teil unfreiwilligen, Lachanfall beschert, so dass ich das mal nicht so eng sehen will. Aber es gibt auch viele wirklich köstliche Szenen, die ein wahres Kopfkinoerlebnis bei mir losgetreten und mich sehr amüsiert haben.

Mich hat die Geschichte von Anfang an gepackt. Auch das Wiederlesen mit lieben Bekannten, aus den anderen Teilen der Serie, hat es für mich zu einem Lesegenuss der besonderen Art gemacht.
Christina Lauren hat einen wunderbaren Schreibstil und eine Humor, der genau meinen Geschmack trifft. Aber auch Hannas und Wills Wandlungen fand ich sehr schön und nachvollziehbar ge- und beschrieben.
Die Sprache mag manchmal vielleicht etwas derb sein, aber auch passend zu der Herrenrunde, die in dieser Serie jeweils so nach und nach die Dame ihres Herzens findet und sich von ihren Machoallüren so langsam aber sicher verabschieden können.

Kurz gefasst: Hier fahren die Hormone Achterbahn und bescheren dem Leser ein zugleich amüsantes und erotisches Kopfkino vom Feinsten!

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Ausgerechnet Hannahs älterer Bruder, spricht anlässlich seines Besuches bei Hannah ein Machtwort. Er möchte, dass Hannah endlich aus sich herausgeht, sich nicht mehr nur in ihren Studien vergräbt und wie alle anderen vierundzwanzigjährigen Frauen endlich zu leben beginnt. Doch Hannah ist äußerst ehrgeizig und so hat sie das Daten, mit Männern, schon vor einiger Zeit erst einmal auf Eis gelegt. Überhaupt kam nie jemand in all den Jahren an ihre fleischgewordene Teenagerphantasie heran. Denn Hannah war und ist seit langer Zeit heimlich verliebt in den besten Freund ihres Bruders, den sie auf Geheiß ihres Bruders, der jedoch nichts von ihrer Schwärmerei für Will ahnt, nun dringend anrufen und treffen soll, damit er ihr hilft, in der Stadt neue Freunde zu finden und Kontakte zu knüpfen.

Will, mittlerweile einunddreißig Jahre alt, freut sich zunächst sehr, als er Hannah wieder sieht, doch er ist auch sehr irritiert, weil er sie so völlig anders in Erinnerung hatte. Denn Hannah nimmt kein Blatt vor den Mund, entwaffnet ihn mit ihrer schonungslosen Offenheit und ihrer sympathischen Naivität in gewissen Situationen, und ist eine bildhübsche Frau geworden.
Will, der stets von der Frauenwelt umschwärmt wurde, ist zum ersten Mal in seinem Leben unsicher, wie er mit Hannah umgehen soll, denn sie hat ihn darum gebeten, dass er ihr Unterricht im Daten gibt. Dazu treffen sie sich täglich zum Joggen, was Nähe zwischen ihnen schürt.
Sollte es ausgerechnet eine unerfahrene Frau wie Hannah sein, der es gelingt, das Herz des Womanizers schlechthin zu knacken, der bislang jeder längeren Beziehung aus dem Wege ging?

In „Beautiful Player“ lässt das Autorenduo diesmal zwei völlig gegensätzliche Menschen aufeinander treffen, die sich zwar bereits seit Kindertagen kennen, jedoch bislang eher eine Kumpelfreundschaft pflegten. Während man Will ja bereits in den Vorgängerbänden „Beautiful Bastard“ und „Beautiful Stranger“ kennenlernen durfte, in denen er als tougher Geschäftsmann und Mann der mit beiden Beinen mitten im Leben steht, an der Seite seiner Freunde auftrat, wird man mit der Heldin dieses Romans erst jetzt vertraut gemacht.

Zugegeben, die Ausgangssituation übte einen großen Reiz auf mich aus und auch die Momente in denen sich Hannah und Will langsam aneinander herantasten, fand ich sehr witzig und auch süß beschrieben.
Die Geschichte wird im Wechsel aus Hannahs und auch aus Wills Sicht, also in „Ich-Form“ geschildert, was dem Leser ermöglicht, viele Einblicke in die Psyche der Protagonisten zu bekommen. Besonders gefallen hat es mir, dass man so auch mitbekommt, wie unsicher Will wird, als er bemerkt, dass er auf dem besten Wege ist, sich in Hannah zu verlieben.
Will ist auch ein wenig anders gestrickt, als die beiden Romanhelden der Vorgängerbände, irgendwie fand ich es erfrischend, dass er so völlig normal geraten ist und man hier nicht wieder beim Lesen der reichlich vorhandenen Liebesszenen, über diverse Fetische stolpert.

Hannah, ja auch Hannahs loses Mundwerk, fand ich amüsant, allerdings mit einer Einschränkung. Es passt einfach nicht, dass sie angeblich schon fünf Liebhaber vor Will hatte, einerseits aber so naiv durchs Leben stolpert, andererseits dann so offen und schnörkellos mit dem Mann über die intimsten sexuellen Dinge redet, in den sie angeblich bereits jahrelang heimlich verliebt ist.

Und auch im Laufe der Geschichte, will das Autorenduo einem ernsthaft weismachen, dass Hannah nicht weiß, wie man ein Kondom benutzt; nur um Hannahs Naivität mal wieder in den Fokus zu rücken? Oh bitte, auf diese Szene hätte ich dann doch lieber gerne verzichtet!
Ein weiterer Kritikpunkt ist die derbe Ausdrucksweise sämtlicher Romanfiguren. Gut nach der TV Serie „Sex and the City“ haben sich die Zeiten ja womöglich geändert und gelockert, doch selbst die sexuell sehr aufgeschlossene Samantha Jones, hätte nach dem Lesen dieses Romans wahrscheinlich das dringende Bedürfnis verspürt, den Figuren den Mund mit Seife auszuwaschen.

Nichts gegen explizite und sehr deutlich ausformulierte Liebesszenen, denen jegliche Zurückhaltung im Ausdruck abhandengekommen ist, doch der Wortschatz von Hannah und Will, nebst Wills Freunden, kommt da arg limitiert daher. Will sagen, sie kennen scheinbar nur zwei Wörter für den Beischlaf. Das „F-Wort“ und das unschöne „Knallen“. Mir war der Gossenjargon zwischen ihnen einfach „too much“ und auch unglaubwürdig für Menschen aus angeblich gehobener Gesellschaftsschicht, aber das mag vielleicht auch Geschmackssache sein.

Es kommt schließlich immer darauf an, was man von diesem Roman erwartet- eine süße, romantische Liebesgeschichte? Ja auf jeden Fall! Sympathische Figuren? Bis auf Hannahs unglaubwürdige Naivität, hier ebenfalls ein eindeutiges Ja. Heiße Liebesszenen? Definitiv und reichlich, allerdings sollte man eben halt keinen einfallsreichen Wortschatz der Protagonisten in anderen Lebenssituationen erwarten. Eine gute Geschichte? Die ersten 200 Seiten lesen sich wie geschnittenes Brot, doch ab dann tritt die Handlung leider auf der Stelle und wird durch viele, aneinander gereihte Bettszenen herausgezögert.

Kurz gefasst: Erotik pur, für hartgesottene Romantiker, die eine deutliche und manchmal auch sehr derbe Ausdrucksweise zu schätzen wissen.