Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

In der Hoffnung auf ein Erbe muss James Huntington das eigenwillige Testament seines Großvaters erfüllen. Dieser hat verfügt, dass nur der seiner Familie seinen Landsitz erbt, der dafür sorgt, dass seine bei einer botanischen Expedition in den Bergen von Tunesien verschollenen Tagebücher ihren Weg zurück nach England finden.

Unterstützung auf seiner Suche bekommt James von einem Botaniker und seiner Familie, zu der auch Lily Strathmore gehört. Die Tochter eines angesehenen Viscounts fertigt kunstvoll gestaltete Illustrationen für die botanischen Entdeckungen ihres Onkels Edwards und ist damit als Mitglieder der Familie immer auf ihren Reisen mit dabei.

Das ist jedoch nicht unbedingt im Sinne von James. Auch er bewundert Lilys Geschick im Umgang mit dem Pinsel, doch stellt die anziehende Frau einfach eine zu große Ablenkung für ihn dar. Erst muss er sich auf eine gesicherte Zukunft konzentrieren und dann kann er Lily, die gesellschaftlich über ihm steht, seine Liebe gestehen. Dabei hat er die Rechnung aber ohne seinen eifersüchtigen Cousin gemacht. Damit dessen Zukunft gesichert ist, benötigt er das Landgut seines Großvaters nicht, doch in seiner Missgunst ist er nicht gewillt, es James zu überlassen.

Es war der Titel der Serie des Autorenpaares Anthea Lawson, der mich gereizt hat, „Passport to Romance“, in der deutschen Ausgabe „Im Reisepass steht Leidenschaft“. Er hat mich an die abenteuerlichen Geschichten, wie Connie Brockways „Die Braut Arabiens“ erinnert, die ich mitunter sehr genieße. Zudem hat mich Anthea Lawson in ein Land und eine Zeit geführt, die mir in Liebesromanen bisher noch nicht begegnet ist, ins Tunesien des viktorianischen Zeitalters.

Und es war ein recht vergnügliches und kurzweiliges Lese-Abenteuer, inkl. eines amüsanten Ausfluges in die Welt von Indiana Jones, der jedoch ein wenig getrübt wurde durch das von dem Autorenpaar heraufbeschworene Hin und Her der Charaktere.

Auch wenn ich zunächst erst an Lilys Ecken und Kanten habe gewöhnen müssen, so empfand ich sowohl James als auch Lily im Verlauf der Geschichte als vernünftige und in ihrem Wesen gefestigte Figuren. Weshalb mir auch nicht verständlich war, warum sie um Himmelswillen nicht miteinander geredet haben. So verschweigt Lily die Hochzeitsplanungen ihrer Mutter (denen Lily, im Gegenzug, mit ihrem Onkel nach Tunesien reisen zu dürfen, zugestimmt hat) und James schweigt über seine Motive über diese Expedition (die Tagebücher seines Onkels zu finden). In meiner Vorstellung über einen möglichen Verlauf der Geschichte hätte es der Dynamik ebenfalls nicht geschadet, wenn beide zusammengearbeitet hätten. Die Autoren haben sich jedoch für einen anderen Weg entschieden und es mir damit schwer gemacht dem Buch eine bessere Bewertung zu geben.

Kurzgefasst: ein abenteuerlicher viktorianischer Roadtrip, eine exotische Kulisse und exzentrische Figuren – alles reizvolle Zutaten, die meinen Lese-Genuss jedoch durch das, für mich nicht immer nachvollziehbare Verhalten der Charaktere ein wenig geschmälert haben.