Rezensionen

Kas Bewertung 03 Sterne.png

Die Knickerbocker-Erbin Linnet Holland ist alles andere als entzückt, als sie von Jack, dem Earl of Featherstone auf einer amerikanischen Gesellschaft höchst ungebührlich kompromittiert wird. Nicht nur, dass er sie vor dem Mann, den sie geneigt ist zu ehelichen, schamlos küsst, er kniet sich auch noch vor ihre Füße um ihr – unten den Augen ihrer Mutter und der größten Traschtante der New Yorker High Society, einen Heiratsantrag zu machen! Nicht mit Linnet, denn diese macht seit einer geplatzten Verlobung einen großen Bogen um englische Adelige und Mitgiftjäger! Noch dazu um einen Schurken wie er im Buche steht, nämlich Jack!

Jack ist auf Bitte seines Freundes Stuart, dem Duke of Margrave, nach America gereist, um den Mann zur Rechenschaft zu ziehen, der Stuarts Frau Edie ( Wir kennen sie aus dem zweiten Teil der „American Heiress In London“-Reihe „Ein Duke und sinnlicher Verführer“), einst Schädliches angetan hat. Die List, die sich Jack, Stuart und deren anderen drei Freunde ausgedacht haben scheint zu funktionieren. Doch da taucht nach einem Jahr Abwesenheit plötzlich die Millionen schwere Erbin Linnet Holland auf und plötzlich steht die ganze Mühe der vergangenen Monate auf der Kippe. Darum tut Jake in seiner Verzweiflung — bevor der andere Erfolg bei Linnet hat — etwas, was er sich im Traum niet hätte einfallen lassen können: Er bittet Linnet um ihre Hand! Jake hat jedoch nicht mit dem vehementen Widerstand der jungen Frau gerechnet!

„Wenn ein Lord so feurig küsst“ ist nun der dritte Teil der „American Heiress In London“-Serie von Laura Lee Guhrke. Doch leider konnte mich die Geschichte um Linnet und Jack nicht so überzeugen, wie es die beiden ersten Teile wunderbar getan haben. Dies lag auch an der Hautpprotagonistin Linnet, die mir – in ihrer Art – nicht recht gefallen hat. Sie wirkte nicht sonderlich sympathisch und durch die Art, wie sie mit Jack umgegangen ist, kam sie bei mir eher unglaubwürdig an. Zum einen reist sie nach England, um nun doch wieder einen Aristokraten zu ehelichen. Gewährt Jack allerdings nicht die gleichen Chancen, wie den anderen Männern, verlangt gar von ihm „Beweise“ für seine Zuneigung, die sie von den anderen Herren jedoch nicht einfordert. Zum anderen hatte ich manchmal das Gefühl, als würde die Autorin auf Teufel komm raus die Seiten füllen wollen und so ergoß sich Linnet des Öfteren in Überlegungen, die mir persönlich zu viel wurden, da sie im Grunde immer dieselben Gedanken gewälzt hat, nur eben in unterschiedliche Worte verpackt. Dies wirkte, wie ein künstliches in die Länge ziehen dieser historischen Romanze.

Der eindeutige Pluspunkt dieses Historicals war in meinen Augen der zweite Hauptprotagonist, nämlich Jack! Er ist ein fiktiver Charakter der beim Lesen sympathisch rüber kommt und nicht nur einmal habe ich mir gewünscht, an seiner Seite eine andere Frau zu sehen. Jack ist eher unkonventionell, wild und agiert manchmal nicht überlegt, sondern total spontan, was ihn in meinen Augen menschlicher macht, da er von der Perfektion, die von einem aistokratischen Gentleman erwartet wird, weit entfernt ist. Er ist ein leidenschaftlicher Mann und diese Leidenschaft ist es letztendlich, die Linnet überzeugt, denn mit ihm – darüber ist sich die Erbin bewusst – würde eine Ehe nie langweiligen wären, wenn es da nicht eine Abmachung zwischen Jack und Linnets Vater geben würde. 3 Punkte und trotzdem werde ich natürlich den vierten Teil „No Mistress of Mine“ lesen, schließlich hat mich Laura Lee Guhrke, abgesehen von diesem Roman, noch nie enttäuscht.

Kurz gefasst: „Wenn ein Lord so feurig küsst“ konnte mich leider nicht ganz überzeugen, was vor allem an der Darstellung der Hauptprotagoniszin und deren langwierigen Gedankengänge lag. Schade, da die Grundidee mehr hätte hergeben können.

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Linnet ist eine reiche amerikanische Erbin und die letzte Hoffnung für den beinahe bankrotten Frederick van Hausen, der sämtliche finanziellen Mittel, die ihm Geschäftspartner anvertraut hatten, veruntreut hat. Doch ausgerechnet in dem Moment, als Frederick Linnet in aller Abgeschiedenheit, in einem Pavillon, abseits des Balles, auf dem sich beide eigentlich befinden einen Heiratsantrag machen will, kommt Fredericks Erzfeind des Weges. Jack, ist einer von Fredericks Geschäftspartnern, der genau ahnt, dass Linnet in großer Gefahr schwebt. Denn Frederick ist als skrupelloser Wüstling bekannt. Die Situation eskaliert jedoch und Frederick geht bewusstlos zu Boden, nachdem er einen Schwinger von Jack einstecken musste. Als Linnets Mutter und eine schreckliche, befreundete Klatschbase hinzukommen, fürchtet Jack um Linnets Ruf, küsst sie stürmisch und gibt den verblüfften Frauen bekannt, dass er Linnet ehelichen will. Während Linnets Mutter entzückt darüber ist, dass sich ihre Tochter einen britischen Adligen geschnappt hat, wird Linnet zornig und weist seinen Heiratsantrag zurück. Lieber will sie einen Skandal aussitzen, als sich an einen Earl binden, der lediglich an ihrer Mitgift interessiert ist.

Linnets Vater reagiert alles andere als erfreut, als er von Linnet erfährt, was sich am Abend zuvor zugetragen hat und besteht darauf, dass sie heiratet. Allerdings hat er jemanden ganz anderen im Sinn; keinesfalls Jack oder, noch schlimmer, Frederick van Hausen! Da Linnet sich von allen in die Enge getrieben fühlt, beschließt sie, zusammen mit ihrer Mutter abermals aufzubrechen gen England, um dort jemanden zu finden, mit dem sie eine Ehe eingehen kann, der jedoch keinesfalls nur an ihrem Geld interessiert ist. Sie bittet ausgerechnet Jacks Schwägerin, eine berüchtigte Ehestifterin darum, ihr interessante Männer vorzustellen und so wird bald in deren Gefilden eine Hausgesellschaft gegeben. Doch leider gehört auch Jack zu den Gästen. Er ist fest entschlossen, Linnet doch noch zu überreden, in eine Ehe mit ihm einzuwilligen. Wird ihm sein Vorhaben gelingen?

Im dritten Teil der „American Heiress in London“ Reihe, ist es nun Jack, der die Frau fürs Leben findet, obwohl er doch eigentlich nur einem Freund einen Gefallen tun wollte. Zugegeben, obwohl Frederick van Hausen bereits im Vorgängerband, als ein sehr schlimmer, bösartiger Charakter beschrieben wurde, hatte ich dennoch einige Probleme mit den Racheplänen der vier Freunde und wie wenig ihnen die Umsetzung des Ganzes zusetzen konnte.

Aber auch Jacks Anwandlungen, niemals auf eine Mitgift verzichten zu wollen, wenn er denn einmal heiratet, fand ich in Anbetracht der Tatsache, dass ihm Linnet sowieso misstraute, etwas egoistisch. Sicher hatte die Autorin einen plausiblen Grund für sein Handeln parat, doch dass er sich bis zuletzt über gewisse heimliche Abmachungen mit Linnets Vater ausschweigt, fand ich ziemlich unsympathisch und ehrlich gesagt hätte ich auf diesen konstruiert wirkenden Zwist gut verzichten können. Linnets Zweifel, ob sie nach so vielen Enttäuschungen, tatsächlich noch den richtigen Durchblick bei Männern besitzt, konnte ich dagegen gut nachvollziehen, zumal sie ja auch noch recht jung war.

Abgesehen von diesen Kritikpunkten, fand ich „Wenn ein Lord so feurig küsst“, aber trotzdem sehr gut geschrieben. Toll fand ich zudem, dass das Heldenpaar viele persönliche Dialoge miteinander führt und dazu kommt die Romantik nicht zu kurz. Ich mochte Jack und Linnet sehr, selbst wenn sich die Heldin so lange unsicher ist, ob ihres Männergeschmacks. Zugegeben, die Handlung ist vielleicht etwas „dünn“, doch die Chemie zwischen dem Paar macht vieles wieder wett. Zwar ist „Wenn ein Lord so feurig küsst“ nicht mein Lieblingsband der Reihe und fällt im Vergleich zu den beiden wunderschönen ersten Teilen etwas ab, doch selbst ein etwas schwächerer Laura Lee Guhrke Roman, ist immer noch um einiges besser, als die übliche mittelmäßige Romancekost, die sonst über den großen Teich schwappt.

Kurz gefasst: Etwas schwächerer, dritter Teil der „American Heiress In London“, der aber mit einem sympathischen Heldenpaar punkten kann