Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Sie erscheint, förmlich aus dem Nichts aufgetaucht, in der guten Gesellschaft, Senorita Lucia de Feria vor, Tochter von Marie-Anne Feria, einer bekannten Kurtisane. Und sie hat einen Plan. Ein Plan der Rache, der nicht vorsieht Freundschaften zu knüpfen, wie mit den „Peculiar Ladies“, oder unziemliche Beziehungen einzugehen, die ihr die Londoner Männerwelt Reihenweise zu Füßen legt. Und doch scheint beides zu geschehen. Eine Entwicklung, die Lucia beunruhigt, ist sie sich doch sicher, dass es nicht gut ausgehen wird, wenn bekannt ist, wer sie wirklich ist.

Auch Silas Anson, Viscount Cavendish, der erst seit kurzem wieder Teil an der Gesellschaft nimmt, kann nicht anders als der Schönheit ein Angebot zu unterbreiten. Doch wie die „Peculiar Ladies“, erkennt er schnell, dass Lucia viel mehr ist, als ihre vermutliche Herkunft vermuten lässt. Er verliebt sich in sie, trägt ihr die Ehe an, die sie ablehnt und müht sich seitdem ihr Vertrauen zu gewinnen. Wie die „Peculiar Ladies“ auch, so macht er sich Sorgen um Lucia, die so offensichtlich alle von sich fernhält, doch gleichzeitig so verloren wirkt.

Da ich mich kenne und weiß, dass mich Serien mitunter schnell ermüden, versuche ich stets Pausen einzuplanen, wenn eine Serie über so viele Teile verfügt, wie die „Girls who dare“-Serie von Emma V Leech. Doch, kaum habe ich dem 2. Teil abgeschlossen, so muss ich mich erleben, wie ich mir den nächsten Teil vernehme. Irgendwas ist also dran an den „Peculiar Ladies“, was mich nicht so einfach loslässt.

Natürlich mag das auch am Erzählstil der Autorin liegen, die es geschickt darauf anlegt, mir immer wieder Häppchen vorzulegen, die sicherstellen, dass ich gar nicht anders kann, als sofort mit dem nächsten Buch weiterzumachen. Nun ich will mich nicht beklagen, da diese Vorgehensweise absolut zu meinem Lesegenuss beiträgt.

Anders als der 2. Teil, der eher ereignislos vor sich hingeplätschert ist, so wartet „To break the Rules“ mit einem recht gut konstruierten Racheplan auf. Dessen Dynamik flacht zwar zum Ende hin ein wenig ab und wird allzu leicht gelöst, doch bis dahin hat er mich wirklich gut unterhalten.

So dominiert Lucia mit ihrem Schicksal die Geschichte; was leider auch bedeutet, dass Silas mit seiner, ein wenig zu kurz kommt, soweit zumindest mein Empfinden. Ich verstehe zwar, warum Lucia und die „Peculiar Ladies“ den größten Raum einnehmen, schließlich ist es ihre Serie, eine Serie um starke Frauen, doch hat mir Silas als Charakter sehr gut gefallen und ich hätte ihn gerne in der Geschichte prominenter präsentiert gesehen.

Kurz gefasst: eine spannende Geschichte, die zwar zum Ende ein wenig abflacht, dafür jedoch sympathische Charaktere bietet und jede Menge verheißungsvolle Serien-Häppchen, die mich die Serie einfach nicht aus der Hand legen lassen.