Rezensionen

Anke Bewertung 04 05 Sterne.png

Von Kindesbeinen an wusste Kitty Connolly, dass Luke Baxter ihre einzige Liebe ist und bleiben würde. Gleichzeitig war sie auch seiner so sicher, dass sie auf ihn warten würde, nachdem er von einem Tag auf den anderen aus ihrem Leben anderen verschwunden war.

Trotz ihrer Suche trifft sie erst Jahre später, wieder auf ihn, auf dem Landsitz des Earl of St.Clair.

Luke ist der einzige männliche Nachkomme des Earl of Trevis. Und auch wenn dieser Lukes Vater nach einem Skandal nach Irland verbannt hat, so hat doch Luke seinen Wert für ihn. Um Luke für sich gefügig zu machen, droht er ihm Kittys Familie, die mit dem Betreiben von Mühlen reich geworden ist, auf immer zu ruinieren, wenn er sich nicht der Erziehung und dem Leben fügt, welches der Earl für ihn vorgehen hat; eine Verbindung mit der Tochter eines Geschäftsmannes spielt darin keine Rolle.

Und der Earl hat mit seinem Verhalten Erfolg. Der junge Luke ist so eingeschüchtert, dass er ihm bis in Erwachsensein folgt - nun allerdings ist für ihn die Hochzeit mit der Tochter eines Dukes vorgesehen und Verzweiflung hat sich in Luke breit gemacht. Es brauch eine Kitty in seinen Armen, ihre unerschütterliche Liebe und Unterstützung, bis endlich auch seine Ängste bröckeln und er gegen seine Peiniger aufbegehrt.

Die einzelnen Teile der Serie sind so aufgebaut, dass die Schicksale aller Protagonisten, wenn auch bisher nicht im Detail vorgestellt, so doch in den Vorgängerteilen bereits angedeutet wurden. Was für mich bedeutete, dass ich entsprechend skeptisch gegenüber Kitty und Lukes Geschichte eingestellt war. Hinzukommt, dass ich es grundsätzlich schwierig finde, wenn Liebesgeschichten auf einer so jungen Zuneigung beruhen, schließlich sind gerade Veränderungen und Entwicklungen, vom Kind zum Erwachsenen, die einen Charakter neu prägen.

Im Falle von Luke ist da meiner Einschätzung jedoch nicht viel passiert, weswegen er mich auch zunächst immer noch reichlich kindlich naiv vorkam; vielleicht liegt es aber auch einfach darin begründet, dass ich meine „Helden“ gerne stark und gefestigt habe. Das hat es mich schwer gemacht, den Charakter zu akzeptieren. Erst im Laufe der Geschichte und unter Kittys unermüdlicher Bestärkung wächst er endlich.

Damit ist es keine Frage, wie toll ich Kitty fand. Eine starke Frau, die zwar noch immer als kindlich unternehmungslustig beschrieben wird, deren unerschütterlichen Glauben an Luke und daran, dass am Ende alles gut werden wird, ich jedoch einfach bezaubernd fand.

Und auch wenn ich mit Luke nicht so wirklich warm geworden bin, das Paar passt hervorragend zusammen. Was die Charakterisierung ihrer Hauptprotagonisten betrifft, hat die Autorin also klug gewählt. Vielmehr noch, hat sie damit eine in sich stimmige Geschichte geschaffen, die mich trotz meiner anfänglichen Skepsis den Charakteren und dem Plot gegenüber, hervorragend unterhalten hat.

Kurzgefasst: Es hat seine Zeit gebraucht, bis ich meine Skepsis gegenüber der Geschichte abgelegt hatte, doch am Ende war es ein überraschend unterhaltsames Lese-Erlebnis.