Rezensionen

Schattens Bewertung 03 05 Sterne.png

Steve und Victoria sind immer noch ein Paar und gemeinsame Besitzer einer Kanzlei, obwohl sie wie Feuer und Wasser sind. Ist für Steve der Baseball das Größte, ist es für Vic die Betreuung der Opfer, die in ihrer Kanzlei um Hilfe bitten. Sie mag Wein, er Bier. Sie will reiche Klienten, er dagegen lieber ungewöhnliche.

So und so ähnlich könnte es ewig weitergehen, weswegen es wohl nicht verwundert, warum Victoria sich in diesem Buch des öfteren fragt, warum sie überhaupt ein Paar sind.
Vor allem als Victorias erste große Liebe aus Teenagerzeiten und nach Wunsch ihrer Eltern schon damals ihr Verlobter vor Victoria steht und genauso wie sie sich auch nicht geschäftlich einigen können, als sie in einen Mord in der High Society ermitteln. Dass dabei auch noch der ehemals beste Freund ihres Vaters unter Mordverdacht gerät, ebenso wie sein Sohn (eben erwähntes neues bzw. altes Schmachtobjekt von Vic) ist für eine Lösung der Konflikte auch nicht gerade hilfreich.
Gelingt es Steve, sowohl den Mörder zu finden, als auch seine Beziehung mit seiner großen Liebe zu retten?

Fantastisch! Urkomisch! So oder so ähnlich waren damals meine Eindrücke als ich Teil 1 las, doch leider fielen mir zu Band 2 eher gegenteilige Wendungen auf- angefangen von „so-nervend-das-ich-es-an-die-Wand-werfen-will“ bis hin zu extrem enttäuschend.

Zwar ist der Schreibstil fast genauso gut wie in Teil 1, wenn gleich der Humor hier öfters nicht sein Ziel erreichte, doch wurde dieser Pluspunkt einfach total von Victorias Charakterentwicklung heruntergezogen.
Steve, Bobby, die „Queen“ Irene und die restlichen Charaktere können trotz ihrer Verrücktheiten bezaubern, doch Vic... Es ist unglaublich wie so eine intelligente Frau, wie sie es in Teil 1 erschien, so materialistisch und libidobezogen werden konnte.

Denn auch wenn sie sagt, das sie Steve liebt, will sie sich doch immer wieder von Steve trennen, nur um mit ihrer Jugendliebe, ins Bett springen zu können.

Oftmals war ich so sehr von ihr (und ihren Gedanken) frustriert, dass ich das Buch einfach nur noch zur Seite legen wollte. Zudem hab ich mir wiederholt die Frage gestellt, was Steve bloß an Victoria findet, denn im Gegensatz zu ihm zeigt er in diesem Roman wirklich wie sehr er Vic liebt. Zudem wird wieder einmal klar, was für ein guter Dad/Onkel er ist.

Trotz diesem großen Nervfaktor, der besonders ab dem ersten Drittel einsetzt, beinhaltet das Buch auch eine sehr schöne, wenn auch einfach gestrickte Krimigeschichte, die unerfahrene Krimileser vielleicht sogar ins Grübeln bringen dürfte, die den Täter selbst ermitteln möchten.

Aus diesem Gründen kann ich als Fazit nur sagen, dass das Buch zwar enttäuschend ist, wenn man Band 1 kennt, aber so für nebenbei durchaus noch ok ist. Man braucht eben nur starke Nerven. ;-)
Des weiteren werde ich einfach hoffen das die Nachfolgebände qualitativ wieder an Band 1 aufschließen können.