Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Es ist nicht der Tag der Weberin Seren of York. Erst wird ihr gewebtes Tuch, dass ihr die Aufnahme in die Handwerksgilde ermöglichen sollte, für nicht gut und fein genug bewertet und dann begegnen ihr auch noch zwei Männer, die sich Seren als Ritter des legendären Sagenkönigs Artus vorstellen. Seren hält Gawain und Agravain für arme Irre, denn die beiden Männer behaupten tatsächlich sie wären nur von der Insel Avalon zurückgekehrt, um Seren vor bösen dunklen Mächten zu beschützen, da sie laut Prophezeiung bald die Mutter eines Merlins sein wird.

Bevor Gawain und Agravain sie jedoch entführen können, eilt ihr ein weiterer Mann zur Hilfe der sich Kerrigan nennt.
Doch die vermeintliche Rettung entpuppt sich für Seren zunächst als Katastrophe, denn sie muss feststellen, dass Gawain und Agravain ihr die Wahrheit gesagt haben- Kerrigan ist dagegen der neue König des untergegangenen Camelots, nachdem Mordred, Morganas und Artus Sohn im Kampf um Camelot fiel und Besitzer von Caliburn, einem magischen Schwert, das seinem Träger, ähnlich wie Excalibur Macht, Unsterblichkeit und Unbesiegbarkeit im Kampf verleiht. Zudem gilt Kerrigan als grausam, unbarmherzig und abgrundtief böse und steht der Hexe Morgana in Nichts nach was Schlechtigkeit angeht.

Kerrigans Plan ist es, die noch übrig gebliebenen Wesen und Ritter von Avalon mit Serens Entführung zu erpressen, da er ein machtvolles Requisit aus Arturs Regierungszeit für die dunkle Seite gewinnen will. Danach plant er sie zu töten.
Was Kerrigan allerdings nicht ahnt, ist, dass Seren so völlig anders ist, als jede andere menschliche Frau, die er bislang kennen lernte. Ihre Güte und ihr Mitgefühl irritieren ihn und er fühlt sich zu ihr hingezogen.
Nachdem Kerrigan, Seren vor Morganas grausamen Scherzen beschützt, keimt auch in Seren, einen kleinen Hoffnungsschimmer auf- wird Kerrigan sie am Leben lassen?

Die Herrin der Nebel ist der erste Teil einer neuen Para-Romance Serie von Kinley MacGregor, genannt die „Lords of Avalon“. Die Autorin bedient sich für ihre Romanidee der Artussage und spinnt daraus eine Fortsetzung, die sich mit der Frage beschäftigt, was nach Artus Tod geschah. In MacGregors Reihe sind Camelot und Avalon zwei Welten, die neben unserer, jenseits von Zeit und Raum, existieren. Während Camelot in die Hände von Morgana und ihren bösen Mächten fiel, ist Avalon der Zufluchtsort aller überlebenden Anhänger König Artus. Diese Überlebenden sind aber nicht nur Ritter, sondern auch Zauberer, Elfen und andersartige Wesen und nicht zu vergessen Merlins, allerdings sind diese nun weiblich.

Dies gilt auch für die dunkle Seite. In Morganas und Kerrigans Welt finden sich neben menschenähnlichen Wesen auch Dämonen, Gargoyles und Drachen.

Die Geschichte an sich beginnt allerdings im Mittelalter in England und lässt sich im Großen und Ganzen am ehesten in die Sparte historischer Liebesroman mit Paraelementen versehen, stecken. Allerdings sind die paranormalen Einflüsse in diesem Roman reichlich vorhanden- die Autorin schöpft in dieser Hinsicht aus den Vollen und schreckt auch nicht vor Zeitreisen in die heutige Zeit zurück.

Während ich die Liebesgeschichte zwischen Seren und Kerrigan interessant und romantisch fand, auch wenn Kerrigans Wandlung vom teuflischen durch und durch bösen König in einen verliebten, sensiblen Mann ein wenig zu schnell und damit zu unrealistisch vonstatten ging, war es mir trotz spannender Storyline persönlich ein wenig „too much“ was die zahlreichen Para-Elemente anging- besonders die Zeitreisen empfand ich als anstrengend zu lesen, zumal die schnell wechselnden Settings bei mir irgendwann nur noch für Verwirrung sorgten.

Auch die Idee der Autorin aus ihrer Morgana einen INXS Fan zu machen (ich möchte an dieser Stelle nicht zuviel darüber verraten) war meiner Meinung nach nicht wirklich originell.

Abgesehen von diesen kleinen Kritikpunkten fand ich „Die Herrin der Nebel“, wenn man ihn denn als reinen Liebesroman bewertet, sehr gut; eine typische MagGregor Romance im besten Sinne- allerdings sollte man schon ein Faible für „tortures heros“ haben, wenn man sich für diesen Roman entscheidet, denn Kerrigan hat wirklich alles Üble dieser Welt erlebt, bevor er sich für die dunkle Seite entschied.
Seren dagegen ist so gut, wie Kerrigan böse ist- positiv fand ich bei ihrer Charakterisierung allerdings, dass sie dennoch nicht als naives Dummchen dargestellt wurde, sondern als mutige couragierte junge Frau.
Übrigens, eine Nebenfigur ist mir besonders ans Herz gewachsen und zwar der Drache Blaise, der einen köstlichen, trockenen Humor besitzt und seinen Herren und König Kerrigan mit seinen Kommentaren einige Male an den Rand der Verzweifelung treibt.