Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Nach dem Tod ihres nicht beweinten Ehegatten und weil sie Platz für den Erben, ihren Stiefsohn nun seine Familie schaffen möchte, beschließt Lady Bathsheba Asquith sich ihrem Vater und ihren Bruder Sebastian anzuschließen, die im Pazifikraum anthroposophische Studien durchführen.

Bis sie jedoch Port Moresby auf Papua-Neuguinea erreicht hat, ist ihr Vater verstorben und die Rückkehr ihres Bruders, der auf einer Expedition zu noch unerforschten Inseln war, bereits seit 14 Tage überfällig. Und Bathsheba macht sie sofort auf zu einer Rettungsmission.

Bereits Wochen zuvor hat Captain Jorge de Silva einen tödlich verletzten Europäer aus den Wassern des Südpazifiks gezogen, der mit einer Art Schatzkarte in der Tasche und dem Wort „Bath…sheba“ auf den Lippen gestorben ist. Als eine Engländerin nun ihn und sein Schiff auf der Suche nach ihrem Bruder anheuert, hat er bereits die Vermutung, dass ihre Suche umsonst sein könnte. Doch die Lady bietet ihm so viel Geld, dass er über dieses Ereignis schweigt, da es ihm ermöglicht, seine Schulden zu tilgen und ihm vielleicht sogar noch die Möglichkeit gibt, seinerseits auf Schatzsuche zu gehen.

„Wie entkommt man Kannibalen“ ist meine erste Bekanntschaft mit der Autorin Emmanuelle de Maupassant. Wegen des interessanten Titels und da die Autorin betont, dass sie Serie keiner Reihenfolge folgt, die Bücher lediglich über die Erwähnung eines Damen-Ratgebers verbunden ist, habe ich mir den Teil der Reihe ausgesucht, der mich am stärksten angesprochen hat.

Wenn man eines der Autorin nicht vorwerfen kann, dann ist das fehlende Originalität. Bathsheba und Jorge sind lebensfähige und höchst interessante Charaktere, die sich durch ein spannendes und exotisches Abenteuer kämpfen dürfen. Ein Liebesroman-Abenteuer, das die ca. gedruckten 192 Seiten jedoch kaum zufassen imstande sind, vor allem wenn sie so gemächlich angegangen werden wie in diesem Fall.

Die erste Hälfte des Buches, die eine Einführung darstellt und den Leser mit Bathsheba und Jorge bekannt macht, war spannend und flott zu lesen. Und wäre es in diesem Tempo und diesem Detail weiter gegangen, wäre ich bestimmt begeistert gewesen. Doch als hätte die Autorin beschlossen, dass sie jetzt aber mal die Gänge kommen sollte, schließlich war die Hälfte der Geschichte bereits gefüllt, ging es von nun an hoppla hopp durchs Abenteuer und durch die Liebesgeschichte.

Dabei kam mir einfach alles zu kurz. Etwa, dass sich die Hauptprotagonisten bis zur Hälfte der Geschichte lediglich einmal vor der Reise, im Beisammensein des Lesers, miteinander unterhalten haben, jedoch bereits beginnen getrennt voneinander erotisch zu träumen. Auch das Ende kam für meinen Geschmack definitiv zu abrupt, wo doch die Protagonisten gerade noch dabei waren den Betrug, seitens Jorge bzgl. Bathshebas Bruder, zu klären und ein Happy End für mein Empfinden, noch nicht einmal annähernd im Bereich des Möglichen. Dazwischen gestreut noch ein paar recht seltsame (intime) Szenen, deren Sinn und Zweck mir völlig abhandengekommen ist.

Kurzgefasst: ein spannendes und exotisches Abenteuer, dass leider an allen relevanten Stellen zu kurz kommt, ua. bei der Entwicklung der Figuren und ihrer Liebesgeschichte.