Rezensionen

Kas Bewertung 04 05 Sterne.png

Emmaline Marlowe sieht nach der dritten Saison endlich einer Ehe, wenn auch einer sehr traurigen Ehe, mit dem ältlichen und grausamen Earl des Hepburn-Clans entgegen. Zu verdanken hat sie das der Spielsucht ihres Vaters! Doch Emmaline ist entschlossen, ihre Pflicht als gute Tochter zu tun! So begibt sie sich wie ein Opferlamm zur Schlachtbank.

Doch das Trauerspiel vor dem Traualtar sollte nicht lange währen, denn Jamie Sinclair, ein junger Schotte und Mitglied der Familie, die seit 500 Jahren Erzfeind der Hepburns ist, tritt in Aktion. Er entführt die Braut auf dem Rücken seines Pferdes, freiweg dem alten Earl vor der Nase weg. Was Jamie vom Earl als Gegenleistung für die Rückgabe seiner Braut möchte? Etwas sehr sehr spezielles!

Mit "Eine verlockende Braut" hat Teresa Medeiros ein weiteres mal bewiesen, dass sie es versteht, herrlich humorige und schwungvolle historische LiRos zu schreiben. So gibt sich Emmaline mit ihrem Schicksal als Entführungsopfer so gar nicht zufrieden und wagt - trotz der Drohung, Jamie würde ihr bei einem weiteren Fluchtversuch mehr stehlen als nur einen Kuss *g* - einige Fluchtversuche, die nicht immer ungefährlich sind. Obwohl sie Jamie zu Anfang als rüpelhaft empfindet, merkt sie schon bald, was sich hinter seiner rauen Schale versteckt.

Jamie ist auf der Suche nach etwas, was beweisen könnte, wer seine Eltern vor 27 Jahren ermordet hat. Er versucht es verzweifelt zu bekommen. So sieht er in der Entführung von Emmaline den einzigen Weg, an besagtes etwas zu kommen. Wenn er es erst in den Händen hielte, würde er endlich der Schmach, die der Sinclair-Clan unter den Hepburns zu erleiden hat, endlich ein Ende zu setzen. Seinem Großvater ist es bis dato nicht gelungen. Vielleicht ist ihm nun das Glück hold. Doch etwas passiert, womit Jamie nie gerechnet hätte!

Emmaline und Jamie wurden von Teresa Medeiros als zwei sehr sympathische Charaktere dargestellt, die ihre Familie bzw. Clan mit Loyalität zu Seite stehen. Jamie ist vom Wunsch beseelt, endlich für die Seinen das Leben lebenswerter zu gestalten und aufzudecken, wer seine Eltern getötet hat. Emmaline möchte durch die Ehe mit dem Earl verhindern, dass die Familie den Familiensitz veräußern muss und letztendlich im Armenhaus landen würde. Ein kleines bisschen hat es mich jedoch gestört, dass manchmal sehr moderne, flapsige Ausdrücke zu finden waren. Sie kamen zwar sehr witzig beim Lesen `rüber, doch als wirklich passend empfand ich sie nicht. Gerne vergebe ich 4,75 Punkte für "Eine verlockende Braut".

Kurz gefasst: Highlander trifft Engländerin! Was dabei herauskommt ist ein wildromantisches Highlander-Abenteuer.

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Emmaline Marlowe war immer schon eine brave Tochter, die ihre Familie über alles liebt. So stimmt sie schließlich auch zu, einen greisen, alten Schotten zu heiraten, der jedoch als Earl und Clansoberhaupt der Hepburns finanziell in der Lage ist, für die Schulden ihrer Familie aufzukommen. Und diese Schulden sind immens! So immens, dass Emmalines Familie, im Falle dass Emmaline sich weigert zu heiraten, ihr Haus verliert. Emmalines Vater hat ihr einstiges Vermögen durch Glücksspiel und Zecherei durchgebracht und Emmaline gibt sich für sein maßloses Verhalten die Schuld. Umso einleuchtender ist es für sie, dass sie den Heiratsantrag des Earls annimmt, obgleich ihr Schauder des Ekels den Rücken herunter-rinnen, wenn sie sich nur vorstellt, dass der Earl sie in der gemeinsamen Hochzeitsnacht mehr als nur küssen wird.

Doch Glück im Unglück, wenn man es denn so nennen kann; Emmaline wird kurz vor der Eheschließung direkt aus der Kirche von einem attraktiven Fremden hoch zu Ross entführt. Er entpuppt sich als Jamie Sinclair, dessen Clan mit den Hepburns bereits seit Jahrhunderten eine Fehde pflegt. Doch seine Fehde mit Emmalines Bräutigam ist noch persönlicherer Natur! Er verlangt im Austausch für Emmaline, die er so lange als Geisel in Gewahrsam behält, einen geheimnisvollen Gegenstand, den der Earl nur allein ihm aushändigen vermag. Doch nachdem sich Emmalines anfängliche Ängste gegenüber Jamie und seiner „Räuberbande“ gelegt haben, wird sie mutiger und versucht eine Fluchtmöglichkeit zu nutzen. Aber Jamie fängt sie schnell wieder ein und überrascht muss Emmaline sich schließlich eingestehen, dass der Kuss, den er ihr raubt, sie alles andere als kalt lässt. Auch so scheint es, als ob Jamie alles andere als der kaltblütige, diebische Räuber ist, wie es ihr Bräutigam behauptet.

Stattdessen bröckelt Stück für Stück die Fassade des liebeswürdigen alten Mannes, der im fernen London um Emmalines Hand angehalten hat und enthüllt stattdessen einen grausamen despotischen und gefährlichen Mann, der Jamie und seinem Clan das Leben schwer macht. Doch was soll Emmaline nur tun? Kann sie wirklich guten Gewissens die Frau des Earls werden, wenn dieser sie bei Jamie ausgelöst hat und sich trotz ihrer Gefühle für Jamie für ihre Familie aufopfern? Oder spielt auch Jamie ein falsches Spiel mit ihr?

Eine verlockende Braut“ stand schon lange auf meinem Wunschzettel, denn ich mag die leichten, humorvollen und zumeist sehr romantischen Historicals von Teresa Medeiros sehr. Und meine Erwartungshaltung die ich für diesen neuen Roman der Autorin schon im Vorfeld gehegt habe, wurde auch zu 100 Prozent erfüllt. Mit Emmaline und Jamie lässt Teresa Medeiros diesmal zwei sehr sympathische, ihren Familien gegenüber äußerst loyale und liebeswerte Charaktere auf einander los, die ich beide sehr schnell in mein Leserherz geschlossen habe. Was mir sehr gut an ihnen gefallen hat, war, dass sie sehr unkompliziert gestrickt sind, wobei Jamie zunächst durchaus einige Geheimnisse vor Emmaline verbirgt, diese jedoch zu angemessener Zeit nicht mehr vor ihr geheim hält, so dass zwischen Emmaline und Jamie immer Ehrlichkeit herrscht. Auch verzichtete die Autorin darauf, ihrem Heldenpaar endlose Streitgespräche auf den Leib zu schreiben. Vielmehr nutzt sie die Entführung von Emmaline zeitlich dafür, damit sich Held und Heldin durch gemeinsame Gespräche besser kennen lernen können und so wirkt die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen ihnen sogleich glaubwürdiger.

Während Jamie als attraktiver, starker Schotte beschrieben wurde, dem man die Rolle des Anführers zu jedem Zeitpunkt abnimmt, gilt Emmaline nicht unbedingt als strahlende Schönheit. Fernab in London hatte sie nach einem gesellschaftliche Fauxpas ihrerseits (sie löste eine Verlobung in der Hoffnung dass ein anderer Mann, der sie ebenfalls umgarnte ihr stattdessen die Ehe anbot, was niemals geschah) eigentlich schon jegliche Hoffnungen auf eine Ehe begraben, bis das Oberhaupt des Hepburn Clans auf sie zutrat, um sie um ihre Hand zu bitten. Emmaline wird zwar als folgsame Tochter beschrieben, die sich für das Wohl ihrer Familie um jeden Preis aufopfern würde, dennoch ist sie kein naives, junges Ding, sondern durchaus eine intelligente Frau, die in der Lage ist, andere Menschen schnell zu durchschauen.

Sicherlich, man sollte schon ein Faible für leicht beschwingte Historicals besitzen, wenn man sich auf Teresa Medeiros Romane einlässt. Düsternis, unabsehbare Wendungen, oder sehr komplex charakterisierte Akteure und Plots darf man hier nicht erwarten. Was in diesem Fall nicht negativ gemeint ist und wahrscheinlich auch so von der Autorin gewollt ist. Vielmehr möchte ich das Augenmerk des Lesers darauf richten, dass in T. Medeiros Romanen dafür Romantik, Harmonie und eine gefällige unterhaltsame Geschichte mehr in den Vordergrund gerückt werden, was den Büchern der Autorin genau die richtige beschwingte Note verleiht. Wenn dann dazu auch noch das Rätsel um Jamies Geheimnis gelöst wird, wird es sehr spannend und ich für meinen Teil mochte den Roman erst dann zur Seite legen, als ich die letzten Seiten ausgelesen hatte.