Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Nachdem der Kincaid Clan in Schottland einige schwere Jahre hinter sich hat und sich mit letzter Kraft gegen englische Eindringlinge zur Wehr setzt, bleibt Connor Kincaid nach dem Tode seiner Eltern nichts anderes übrig, als seine jüngere Schwester Catriona zu ihrem Onkel nach England zu schicken, damit wenigstens sie behütet aufwachsen kann.

Catriona ist jedoch alles andere als glücklich und leidet in den ersten Jahren an starkem Heimweh.
Eines Tages überrascht sie ihre Cousine Alice mit einem schneidigen Marineoffizier im Stall. Statt wie ihre Cousine aufgebracht zu reagieren, ist Sir Simon jedoch ganz Gentleman und behandelt sie als erster Mann in ihrem Leben wie eine Dame. Sein Verhalten, aber auch seine Attraktivität und seine Unbekümmertheit bleiben der verträumten Catriona weiter im Gedächtnis und sie sammelt im Laufe der Zeit heimlich Zeitungsausschnitte über Sir Simon, der während des Krieges zu einem Helden wird.

Er ist ihr absoluter Traummann und Held- daher ist es für sie nur naheliegend, dass sie gerade ihn auch um Hilfe bittet, als ihr eine Ehe mit einem Mann droht, den sie hasst.

Catriona begibt sich ins Gefängnis, wo Simon, nachdem er einen immensen Schuldenberg angehäuft hat, nun einsitzt. Sie bietet dem überraschten Mann die Ehe an. Dafür erklärt sie sich einverstanden seine Schuldner bis nach der Hochzeit zu beschwichtigen und ihm nach erledigtem Auftrag die Hälfte ihrer Mitgift auszuhändigen.

Was sie ihm natürlich zunächst nicht erzählt, ist, dass Simon ihr auch bei der Suche nach ihrem Bruder helfen soll. Da Catriona Simon zudem verspricht, dass die Aufrechterhaltung der Ehe nur für kurze Zeit benötigt und sie dann anschließend in England die Annullierung veranlassen wird, scheint es kein Risiko für Simon zu geben und er stimmt zu- allerdings reicht ihm das gebotene Geld nicht- er will Catriona selbst für eine leidenschaftliche Nacht für sich allein.

Wird Catriona sich auf dieses für sie gefährliche Spiel einlassen? Schließlich hat sie schon sein Kindheitstagen eine Schwäche für Simon und will nicht nur eine von vielen Frauen sein, die er dann schnell wieder fallen lässt...

Das lange Warten auf einen neues Buch aus der Feder von Teresa Medeiros hat sich wirklich gelohnt! Selten habe ich einen so süßen, humorvollen und kurzweiligen Roman der Autorin in Händen der Autorin gehalten, wie diesen hier.

Catriona ist eine leicht verträumte Heldin, die in Sir Simon seit Kindheitstagen einen Helden sieht oder sehen möchte, auch wenn eigentlich alles dagegenspricht. Sie neigt zwar zu naiven Anwandlungen dann und wann, jedoch nur in minimalen Dosen, die man als Leser schnell verzeihen kann.

Zu ihren Stärken gehören ihr großes Herz und ihre Gewitztheit- vielleicht auch ihre Hartnäckigkeit, die schließlich auch Sir Simon der Held zu spüren bekommt. Sir Simon ist ein typischer Liebesromanheld- ein Frauenheld, Tunichtgut und seine ironischen, trockenen Bemerkungen sind einfach göttlich!

Seine Läuterung beginnt praktisch von dem Moment an, als er der Heldin wiederbegegnet und es ist sehr romantisch und schön von der Autorin beschrieben worden, wie Simon auf ihrer gemeinsamen Reise nach Schottland langsam Vertrauen zu Catriona fasst und ihr auch seine innere Gefühlswelt anvertraut.

Ebenfalls begeistert war ich von einer tierischen Nebenfigur des Romans- Robert the Bruce, der rotgetigerte, dicke Kater der Heldin, der so realistisch dargestellt wird, dass ich ihn fast bildlich vor Augen hatte.

Kleine Schwächen zeigen sich zum Ende des Buches hin- da hat die Autorin meiner Meinung nach ein wenig zu phantasievoll über die Stränge geschlagen. Eine Annullierung der Ehe mit diesen von Catriona vorgebrachten Bemerkungen hätte für sie unweigerlich zur Folge gehabt, vom „ton“ für alle Zeit als ruinierte Frau geschnitten und ausgeschlossen zu werden.

Auch das plötzliche Auftauchen des schottischen Kincaid-Clans in London, mitten auf einem Ball- na ja, das war schon eine Spur zu märchenhaft, aber man mag es der Autorin gerne verzeihen, da der Roman ansonsten einfach wunderbar ist.

Einziger Wermutstropfen war für mich, dass das Ende des Romans sehr abrupt ist und es gleichzeitig so neugierig auf die Fortsetzung, die Geschichte über Connor, macht.

Kurz gefasst: Unbedingt lesen!