Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Zunächst einmal stimmt der Klappentext leider nicht ganz.

Als Lady Mirandas Mutter kurz nach der Geburt des Stammhalters zusammen mit ihrem neugeborenen Sohn stirbt, ist Mirandas Vater außer sich vor Kummer. Er gibt sich Ausschweifungen hin und macht Schulden, die er irgendwann nicht mehr zurückzahlen kann. Aus Angst vor dem Gefängnis; zieht er zusammen mit seiner Tochter aufs Land, wo er Lady Cecily kennen lernt, die seiner Tochter eine liebevolle Stiefmutter ist, auch wenn Cecily und Mirandas Vater nicht verheiratet sind.Auch Lady Cecily hat ein pikantes Geheimnis. Sie war zwar einst eine Dame, doch nachdem sie von ihrem Vermögensverwalter als junges Mädchen vergewaltigt wurde, war ihre Ruf unrettbar verloren, als ihre damals beste Freundin dem zukünftigen Mann Lady Cecilys mitteilte, dass sie nicht mehr unberührt war.
Der Verlobte heiratete schließlich Cecilys Freundin und aus Cecily wurde eine berüchtigte Lebedame.

Da ihnen wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, ist auch Miranda gezwungen, zu arbeiten. Eines Tages nähert sich jedoch ihr Arbeitgeber unsittlich und ihr bleibt nichts anderes übrig als die Stelle zu kündigen.
Lady Cecily und Mirandas Vater schmieden einen Plan, um wenigstens Miranda zu einem besseren Leben zu verhelfen.
Cecily schreibt ihrer damaligen Freundin, die sie so schmählich verraten und daher zu einem ärmlichen Leben verdammt hat und bittet sie bestimmt und mit leichtem erpresserischem Unterton, Lady Miranda unter ihre Fittiche zu nehmen.

Was sie nicht ahnen kann, ist, dass ihre ehrlose Freundin, mittlerweile die Dowager Countess of Haughleigh, im Sterben liegt. Doch obwohl sie als skrupellose, eigennützige Frau gilt, hat sie ihr damaliges schändliches Verhalten Lady Cecily gegenüber bereut und zwingt ihrem ältesten Sohn, dem Stammhalter ein Versprechen auf ihrem Sterbebett ab.
Er soll Lady Miranda heiraten!
Marcus ist alles andere als begeistert davon, denn seine erste Ehe war mehr als unglücklich und endete damit, dass seine Frau im Kindbett starb.

Eines Tages, Wochen nach der Beerdigung seiner Mutter; Marcus dachte schon, er müsse sein gegebenes Versprechen niemals einlösen, erreicht Lady Miranda sein Anwesen. Ohne Anstandsdame und ohne jedwede Begleitperson.
Zähneknirschend bittet er Miranda um seine Hand, denn er weiß genau, dass Miranda ansonsten als unrettbar kompromittiert gilt.

Obwohl Marcus ein wenig furchteinflößend wirkt; mit seiner barschen und aufbrausenden Art, willigt Miranda schließlich ein; seine Frau zu werden.

Als die Trauung vollzogen ist, kommt jedoch alles ganz anders, als Miranda gefürchtet hat. Marcus zwingt sich ihr keinesfalls auf, obwohl es ihre Hochzeitsnacht ist. Im Gegenteil beide geraten in einen Streit. Marcus ist überaus erstaunt, wie temperamentvoll seine optisch eher zarte Gattin sein kann und beschließt am nächsten Tag nach London zu reisen und mehr über sie herauszufinden, denn er ahnt, dass Miranda ein Geheimnis umgibt. Zudem will er ihr neue Kleidung und einen passenden Ehering besorgen und schreibt ihr eine Nachricht, in dem er ihr mitteilt, dass er geschäftlich nach London reisen muss.

Am nächsten Morgen jedoch ist die Nachricht verschwunden und St. John, Marcus jüngerer Bruder und als Tunichtgut und Schwerenöter bekannt, erzählt Miranda Marcus wäre nach London gereist um seine Mätresse aufzusuchen. Miranda ist empört und als St. John, ein überaus attraktiver Mann beginnt, sie mit Komplimenten zu überschütten, wird sie in Versuchung geführt... Kann sie ihm widerstehen und gibt es eine Chance auf ein gemeinsames Glück mit Marcus?

Ziemlich geplättet, in positiver Hinsicht, war ich von diesem aktuellen MyLady Royal Band von Christine Merrill. Da Neugierde leider in meiner Natur liegt, habe ich mich sogleich auf der Homepage der Autorin umgesehen und festgestellt, dass dieser Roman sogar der Debütroman der Autorin war.
Wer sich für diesen Regency entscheidet, bekommt einen überaus tollen, anschmachtenswerten Helden, eine starke Heldin, die dem ab und an etwas brummigen Helden die Stirn bietet und eine interessante und für einen 256 Seiten Roman sehr intensiv geratene Liebesgeschichte geboten.
Besonders Marcus habe ich in mein Herz geschlossen, der zeitlangs unter dem Egoismus und der berechnenden Art seiner Mutter litt, die darin gipfelte, dass sie ihn mit einer Frau zusammenbrachte, die nur auf seinen Titel und Geld spekulierte und in der Ehe die gleiche Gefühlskälte bewies, wie seine Mutter zuvor bei seinem Vater.
Doch als er auf die sensible Miranda trifft, öffnet er langsam sein Herz. Gerade die behutsame Annäherung der beiden ist wunderbar und einfühlsam beschrieben.
Einziger Kritikpunkt ist sein Misstrauen, als er annimmt, Miranda würde ihn betrügen und dass er sie zunächst nicht anhören will.

Was ich toll an Miranda fand, war, dass sie keineswegs eine klassische Schönheit ist und sich niemals geziert und arrogant verhält. Sie ist als ein ganz normaler Mensch dargestellt mit den dazugehörigen Stärken und Schwächen.

Die Nebenfigur dieses Romans, der jüngere Bruder Marcus, hat eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle in diesem Buch. Mag man ihn als Leser vielleicht zunächst ablehnen, denn er wird zunächst als klassischer Schurke degradiert und verhält sich auch dementsprechend, stellt man am Ende des Buches fest, dass auch er eigentlich nur ein Opfer seiner intriganten Mutter war. Auf seine Geschichte, ich hoffe sie wird ins Deutsche übersetzt, bin ich ebenfalls sehr gespannt.
Ich weiß, ich spreche in Rätseln, doch ich möchte Euch nicht zuviel verraten. ;-)

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

Seine verstorbene intrigante Mutter wusste was sie tat, als sie Miranda Grey vor ihrem Tod nach Haughleigh Grange geholt hat und ihrem Sohn, Marcus Radwell, Duke of Haughleigh, das Versprechen abgenommen hat, er solle zumindest erwägen Miranda, als seine Frau zu nehmen.

Nun steht die junge Dame in seinem Haus, das er seit dem kürzlichen Tod seiner Mutter mit seinem Bruder bewohnt. Zwei Herren mit einschlägigem Ruf und eine junge Dame ohne Begleitung, das kann nur Probleme geben.

Es stehen nur zwei Möglichkeiten offen Marcus kann Miranda wegschicken und sie ihrem Schicksal überlassen oder sie heiraten. Dazu reicht jedoch eine schnelle Hochzeit in der Hauseigenen Kapelle nicht aus. Eine Sonderlizenz muss eingeholt werden und zwar zügig, was nur funktioniert, wenn Marcus selber nach London geht.

Und so findet sich Miranda am Tag nach ihrer Hochzeit allein auf Haughleigh Grange. Nur in der Gesellschaft von St.John, Marcus Bruder, mit dem er sich bereits vor Jahren überworfen hat. Und St.John nutzt die Gelegenheit weidlich aus, einen Keil zwischen Miranda und seinen Bruder zu treiben.

„Heimliche Hochzeit um Mitternacht“ ist eines der Titel, die schon lange auf meine e-reader schlummern und zu denen ich zufällig gekommen bin; weil sie einst, wie in diesem Fall als kostenloser Download angeboten wurden.

Christine Merrill ist also keine der Autorinnen, die ich vom mir ausgewählt hätte, sondern sie nur gelesen habe, weil sie gerade da war und ich spontan die Lust hatte, etwas Neues zu entdecken.

Am Ende habe ich die Geschichte mit gemischten Gefühlen beendet. Unentschlossen auch im Hinblick darauf, ob ich weitere Romane der Autorin würde lesen wollen.

Auf der positiven Seite steht eine überraschend komplexe Hintergrundgeschichte, die mir zwar ein wenig wirr vorkam, was daran liegen könnte, dass die Autorin doch recht viel in dieses relativ kurze Format quetscht.

Ähnlich hin- und hergerissen war ich in meiner Beurteilung von Miranda und Marcus, Figuren, mit denen ich einfach nicht warm wurde. Zickig, launisch und unsympathisch, so würde ich sie beurteilen. Andererseits kann ich ihnen eine nachvollziehbar und detailliert geschilderte Charakterentwicklungen nachsagen, die mich ebenso überrascht hat, wie die intensive Geschichte.

Bisher sind der 1. Und 2. Teil der Radwells, sowie eine Kurzgeschichte, die zur Serie gehört, in einer deutschen Ausgabe erschienen. Und für mich wäre nun wenigstens der Folgeteil, der die Geschichte von Marcus Bruder, St.John Radwell, erzählt interessant. Wie es die Autorin jedoch schaffen soll, mir diesen Charakter, als einigermaßen sympathischen (und/oder geläuterten) Hauptprotagonist zu verkaufen, kann ich mir einfach nicht vorstellen.

Kurz gefasst: Auch wenn ich zugeben muss, dass die Geschichte und die Entwicklung der Figuren von der Autorin durchaus gekonnt dargestellt wurde, so konnte ich mich doch mit den Charakteren einfach nicht anfreunden. Als Experiment in Sachen SUB-Aufbereitung recht interessant, aber vermutlich keine Autorin für meinen Lesegeschmack.