Rezensionen

Chris' Bewertung 05 Sterne.png

Die Protagonistin Lady Jane Cummings wird von ihrem Bruder gezwungen sich mit dem kranken Vater aufs Land zurückzuziehen. Allerdings schreckt Jane nicht vor Erpressung zurück und so muss sich auch Jason – ihr Bruder – ihnen anschließen, obwohl dieser lieber in London bleiben würde. Natürlich. Von Verantwortung hat Jason ja auch noch nie viel gehört und gehalten. Doch Jane bleibt hart und so finden sie sich schnell in einem Familien-Cottage in der tiefsten Provinz wieder.

Jane, die eigentlich nicht aufs Land wollte und hungrig auf das Leben und Zerstreuung ist, findet sich sehr schnell zurecht. Obwohl die gute Gesellschaft auf dem Land genauso anstrengend und nervig wie der Ton in der Stadt sein kann. Außerdem trifft Jane auf Byrne Worth. Ihn hat sie schon in London kennengelernt. Hier auf dem Land – in Reston – hat er keinen guten Ruf und Byrne pflegt sein schlechtes Image als Einsiedler und unfreundlicher Geselle. Doch Byrne, der eine Weile sehr stark von Laudanum abhängig war, fühlt sich zu Jane hingezogen. Und diese erlebt und erkennt in Byrne einen wahren Freund. Doch auf dem Land treibt sich ein gefährlicher Straßenräuber herum. Und die gute Gesellschaft von Reston findet in Byrne einen Sündenbock.

Wow, was für ein Buch! Ehrlich. Ich finde den Schreibstil und den Aufbau der Geschichte sehr gelungen und die Autorin hat wirklich ein gutes Händchen den Leser zu fesseln. Anders als beim ersten Teil, sind hier die Protagonisten beide sehr liebenswürdig und liebenswert. Jane ist eine tolle Frau, die im vergangenen Jahr viel allein zu tragen hatte. Denn ganz offensichtlich leidet ihr Vater, der Duke, unter Demenz die schleichend schlimmer wird. Dabei war Jane auf sich allein gestellt, denn ihre Mutter starb ein Jahr zuvor und ihr Bruder Jason ging lieber aufs Festland um dort Forschungen zu betreiben. Welcher Art diese auch gewesen sein mögen.

Byrne hingegen ist ein gequälter und verletzter Kriegsheimkehrer, der sich nach seiner Tätigkeit als Spion für die englische Krone nur schwer in der englischen Gesellschaft zurecht findet. Noch immer macht ihm eine Beinverletzung zu schaffen und es fällt ihm schwer sich von Drogen fern zu halten. Und da taucht die wunderschöne Jane auf. Mit ihr liefert er sich hitzige Wortgefechte, kann sich aber auch gut mit ihr unterhalten. Und Byrne – der sonst niemand sehen möchte – freut sich auf jeden Besuch der Lady, die unweit seines kleinen Hauses lebt.

Es war wirklich wunderschön zu lesen, wie sich im Laufe des Sommers eine zarte Romanze zwischen Jane und Byrne entwickelte. Und obwohl sie sich beide der Endlichkeit bewusst sind, werden ihre Gefühle intensiver. Neben den engstirnigen und ein wenig einfältigen Dorfbewohnern stellt sich dann aber auch noch Jason – Janes Bruder – gegen Byrne. Jason sieht diese Tändelei gar nicht gern und begreift erst sehr spät die Intensität der Gefühle von Jane und Byrne. Fast, als es schon zu spät ist. Doch auch wenn Jason eine Nervensäge und ein ziemlich verantwortungsloser Hallodri ist, macht auch er eine positive Entwicklung durch. Und er wird auch der Held des nächsten Teiles sein.

Kate Noble ist eine wirklich talentierte und gefühlvolle Autorin. Ihre Geschichten sind toll ausgearbeitet und sie spart auch nicht mit intimen Szenen, während sich auf der Gefühlsebene sehr viel abspielt. Eine absolute Leseempfehlung!

Kurz gefasst:Was für ein toller zweiter Teil! Eine wunderbar beschriebene Liebesgeschichte. Wer Jane und Byrne nicht mag, dem kann man nicht helfen.

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Janes alter Vater leidet unter fortschreitender Demenz. Janes Bruder will verhindern, dass die Öffentlichkeit davon erfährt und möchte seine Schwester nun, mitsamt ihres Vaters, aus London aufs Land schaffen. Doch er hat seine Rechnung ohne Jane gemacht, die ihn durch eine kleine schwesterliche Erpressung dazu nötigt, sie beide zu begleiten. Jane hat bereits seit geraumer Zeit ihre liebe Mühe mit ihrem leichtfertigen, unreifen Bruder, der es bislang noch nicht gelernt hat Verantwortung zu übernehmen.

Auch auf dem Land bleibt trotz Pflegerin die meiste Arbeit an ihr hängen. So genießt sie die wenigen gemeinsamen Momente mit dem einsiedlerischen, neu zugezogenen Byrne Worth (Bruder des Helden aus Teil 1), der am Ufer des Sees in einer kleinen Hütte lebt, um so mehr. Beide verstehen sich auf Anhieb, besitzen den gleichen trockenen Humor und als Jane erfährt, dass Byrne von den schrulligen Dörflern verdächtigt wird, ein gefürchteter Straßenräuber zu sein, der seit geraumer Zeit das Dorf und die nähere Umgebung heimsucht, versucht Jane alles daranzusetzen um Byrnes Ruf zu rehabilitieren. Dafür schlägt sie ihm vor, den Dörflern freundlich und offen zu begegnen und nebenbei den echten Straßenräuber dingfest zu machen. Byrne weiß zunächst nicht wie ihm geschieht, als Jane auf so resolute Art und Weise sein eintöniges Leben umkrempeln möchte. Doch der ehemalige Spion im Dienste der englischen Krone, der wegen einer Beinverletzung eine lange Zeit laudanumsüchtig war, will Janes Bemühungen auf keinen Fall zunichte machen. Außerdem fühlt er sich längst zu Jane hingezogen. Doch ist es lediglich Mitleid, das er in ihren Augen sieht oder gar mehr als das?

Zunächst einmal prallt auf den Leser jede Menge an ländlichem Dorfidyll ein, wenn er sich für “Der Sommer der Lady Jane” entscheidet. Kate Noble führt dabei sowohl die Vorteile als auch die Nachteile, die es mit sich bringt wenn man auf dem Land lebt, zu Felde. Obwohl die Autorin ihre Geschichte in eher gemäßigtem Tempo vorantreibt, (das einem Sommer auf dem Land entspricht) wird es dennoch für den Leser zu keiner Zeit langweilig, denn das sympathische und reif wirkende Heldenpaar, das einige wunderbare amüsante Dialoge zum Besten gibt, bezaubert den Leser praktisch von Beginn an.

Zwischen dem erst knorrig und verschlossen wirkenden Byrne und der resoluten, aber liebeswerten und abenteuerlustigen Jane stimmt die Chemie auf Anhieb und die sich entwickelnde, sehr romantische Liebesgeschichte ging mir mitten ins Herz, so dass ich von einem verklärten Seufzen beim Lesen des Romans oft nur noch wenige Momente entfernt war.

Wer nun aber rosaroten Kitsch befürchtet, kann sich entspannen! Dem ist nicht so! Dafür haben sowohl der Storyaufbau als auch die Liebesgeschichte und die Haupt und Nebenfiguren einfach zu viel Tiefe bzw. Tiefgang und die Dialoge, die Held und Heldin führen, sind alles andere als seicht zu nennen. Einzig das Verhalten von Janes Bruder zerrte hier und da an meinen Lesenerven, doch da er nur als Nebenfigur in Erscheinung trat und gottlob bis zu einem gewissen Grad lernfähig war, fiel er mir nicht allzu oft negativ auf. Eine weitere, sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte, die sich ebenfalls im Dorf abspielt, war dann noch ein weiterer Bonus, den dieser Roman zu verzeichnen hatte. Kate Nobles Ausdrucksweise, ihr Schreibstil und der Aufbau ihrer Romane erinnerten mich zudem sehr an Mary Baloghs Historicals, was ich zudem als weiteren Pluspunkt verzeichnete.

Kurz gefasst: Rundum gelungener, warmherziger Regency vor ländlicher Idylle mit einem liebeswerten Heldenpaar!

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Ein Sommer auf dem Land, weitab in Reston, war eigentlich nichts das wonach Lady Jane Cummings der Sinn steht. Doch der Gesundheit ihres Vaters wegen und der Tatsache, dass es ihr gelungen ist ihren Bruder zu erpressen, sie zu begleiten, soll es ihr recht sein.

Dass sich auch Byrne Worth in Reston verkrochen hat, den sie in der letzten Saison kennengelernt hat, als sie ihrer Lieblingsfeindin Phillippa, heute Phillippa Worth, und den Brüdern Marcus und Bryne geholfen hat, damit hat sie nicht gerechnet. Zumal irgendetwas an ihm, seiner Traurigkeit und seiner Verlorenheit, sie angesprochen hat.

Auch sie fühlt sich verloren und immer noch in Trauer um den Tod ihrer Mutter und in Sorge um die Erkrankung ihres Vaters. Doch in Byrnes Gesellschaft findet sie eine Fluchtmöglichkeit aus ihrem anstrengenden Alltag. Da kommen ihr die Geschehnisse in Reston gerade recht, die ihr die Möglichkeit geben, sich in Byrnes Gesellschaft aufzuhalten.

Die Geschichte von Lady Janes und Brynes Sommer am See hat mir gut gefallen, jedoch längst nicht so gut wie die Geschichte von Phillippa und Marcus. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass das mit meinen Sympathien für die Figuren zusammenhängt.

Obwohl Bryne eindeutig vielschichtiger dargestellt wird und Jane sehr viel gefälliger in ihrem Wesen, so kamen sie jedoch, was mich betrifft, nicht gegen die relativ offenen wirkende Figur von Marcus und der kapriziösen Phillppa an. Irgendetwas hat an dem Paar gefehlt, was mir das andere im Übermaß geboten hat - Temperament, vielleicht?

Sehr gut hingegen hat mir gefallen, dass „Der Sommer der Lady Jane“ sich so anders lesen ließ als „Ein Spion in erlauchter Gesellschaft“. Zwar glänzen beide Teile durch eine turbulente Geschichte und auch die Handschrift der Autorin ist zu erahnen, trotzdem las sich die Erzählung völlig anderes. Was vielleicht auch dadurch verstärkt wurde, dass in einem Nebenstrang eine weitere Liebesgeschichte erzählt wurde und auch Janes Bruder Jason, dessen Geschichte in 3. Teil „Follow my Lead“ erzählt wird, einen bedeutenden Teil beansprucht.

Einerseits wurde dem dadurch viel Abwechslung hinzugefügt, andererseits aber auch mit Ablenkungen nicht gespart. Das hat auf mich einen eher negativen Eindruck ausgeübt, da ich gerne thematisch bei Jane und Bryne geblieben wäre.

Kurzgefasst: ein romantischer und heißer Sommer am See - der fast ein wenig zu viel Ablenkung geboten und damit die Hauptcharaktere ein wenig in den Hintergrund gerückt hat.